Band 
Fünfter Band. T.
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215-216
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215 Tekton

Stern und bietet dem Verschmachtenden dieMilch und neues Lehen spendende Brust (vgl.30, 167 ff.). Deriades erfährt (wohl durch diebeobachtenden Wächter) von dieser Tat undläßt den Tektaphos in Bewunderung für dieKindesliebe seiner Tochter frei. Später fälltTektaphos von der Hand des Eurymedon, tiefbeklagt und beweint von seiner Tochter, 30,140186. 3) ein Lapithe: Tektaphos Ole-nides nach der Lesung von Merkel und H.Magnus bei Ov. Met. 12, 433. [Höfer.]

Tekton (Tinrmv). Der von Meriones getöteteTroianer Phereklos (s. d.) heißt Tfxtovog vios'Aggoviäeo), Hom. II. 5, 60. Denn Ttxrcov wirdEigenname, nicht Appellativum sein und Aq-yovidps als Patronymikon dazu stehen; vgl.Grashof bei La Roche zu Hom. a. a. 0. Bech-tel, Zeitschr. für vergleichende Sprachforschung44 (1911), 127. [Höfer.]

Tektonides s. Polyneos.

Telames, Genosse des Phineus (s. d.), vonPerseus durch das Medusenhaupt versteinert,Lact. Placid. Narr. fab. Ovid . 5, 1 (p. 645, 7ed. H. Magnus). Bei Ov. Met. 5, 107 stehtAmmon statt Telames. [Höfer.]

Telamon (Tslaycbv, über den Namen s. u.),berühmter Held der griechischen Sage.

Bei Homer dient er mit seinem Namen nurder ehrenden patronymischen Umschreibungzweier, meist einzeln erwähnter, Söhne; so er-scheint er mehrmals als Vater des großenAias (A 465. 591; P 284. 293; l 553), der da-her auch TslayaviccSrjS heißt (N 709); nureinmal wird dieser, als Sohn gleicher Eltern(xaoiyvyzos xcel Q-tarnoS , zusammen genanntmit seinem Bruder Teukros (M 370f.). Auchletzterer findet sonst für sich allein Erwähnungals Telamons Sohn (vios Tehxy&vos N 177)oder als TeXccyrnvios (N 170; O 462); wenn aberdieser ein andermal, an einer bei Zenodot nichtgelesenen und schon von Aristophanes undAristareh verworfenen Stelle, ermahnt wird,seinem Vater Telamon in der Ferne Ruhm zuverschaffen, da er ihn, obwohl er unehelichsei (vo&ov wsp iovtcc), in seinem Hause aufge-zogen habe (© 280 f.; vgl. Ameis-Hentze zuv. 284), so weist dies, im Gegensatz zu dereben erwähnten Genealogie, bereits auf diespätere Annahme der Abstammung des Teu-kros von einer andern Mutter, mithin auf ver-schiedene Gattinnen des Telamon, hin; überdie späte Abfassung des Buches 0 s. Robert,Studien zur Ilias S. 167; Kammer, Ästhet. Kom-mentar zur Ilias S. 216®. Telamons eigenerHerkunft, etwa von Aiakos (s. u.), wird beiHomer nirgends gedacht, vielmehr als AiakosSohn hier Peleus, als AlaxiSrjs entwedergleichfalls dieser (H 15; Z 433; 0 189) oderdessen Sohn A.chilleus (1 184; 1471) bezeich-net (s. d. Art. Aiakides). Homer und Hesiod kennen diesen und den großen Aias noch nichtals Verwandte. Noch Pherekgdes (bei Apollo-dor 3, 12, 7, vgl. Müller, fr. hist. Gr. 1 , 72,fr. 15; Lütke, Pherecydeal) nennt Telamon undPeleus sogar ausdrücklich nur Freunde, vgl.auch v. Wilamowitz, Homer . Unters. 246; übri-gens wird hier bei Pherekgdes zuerst Tela-mons Elternpaar genannt, nämlich Aktaios

Telamon (Genealogie, Jugend) 216

(oder Aktor, s. d. Art. Aktaios 2 und v. Wila-mowitz , a. a. 0. 246 A. 10) und Glauke, dieTochter des salaminischen Königs Kychreus,die freilich hei Diodor. Sic. 4, 72, 7 vielmehrTelamons Gattin ist (s. u.).

Im Gegensatz hierzu erscheint sonst über-einstimmend als Telamons Vater Aiakos (s. d.),der Sohn des Zeus und der Aigina (s. d.). Erist König der Insel Aigina , die er erst nachseiner Mutter benannt hat (Ov. Met. 7, 474).Während bei Homer Aiakos nur Peleus Vaterist (s. o.) und sein Weib unerwähnt bleibt, ler-nen wir später auch seine Gattin Endels (s. d.)kennen; er hat von ihr zwei Söhne: Tela-mon und Peleus (Find. Pyth. 8, 14üf.; Nem.5, 12; Bakchyl. 12, 96 Blaß; schol. II. H 14;schol. Kur. Andr. 687; Isokr. 9, 16; Apollodor1, 9, 16, 7; 3, 12, 6, 11; Diodor . Sic. 4, 72, 6;Flut. Thes. 10; Pausan. 2, 29, 9 f.; Ov. Met. 7,476f.; 13, 151; Hygin. fab. 14). Eine TochterAlkimache ist später die Gattin des O'ileus(schol. II. N 694). Es ergeben sich somit fol-gende Genealogien:

1. Aktaios (Aktor)-Glauke

Telamon

2. Zeus-Aigina Skiron

Aiakos-Ende'is

Telamon Peleus Alkimache Davon weicht gänzlich ab Orph. Argon. 185 f. .-

3. Aiakos-Aigina

Telamon

Und während nach den beiden ersten Stamm-bäumen (oder doch nach dem zweiten) Tela-mon an der Wohnstätte seines Vaters, aufAigina , zur Welt kommt, wird er nach demdritten von seiner Mutter, die also hier Aiginaheißt, am Meeresufer der Insel Salamis ge-boren, wohin er nach der gewöhnlichen Über-lieferung erst später als Flüchtling gelangt(s. u.). Einem Liebesverhältnis des Aiakos mitder Nereide Psamathe entstammt außerdemein dritter Sohn, Phokos (s. d.). Einmütigwohnen zuerst die drei Brüder im Elternhause.Die beiden älteren, Telamon und Peleus, ge-nießen mit anderen Heroen den Unterrichtdes Cheiron: Ken. Kyneg. 1 (im Jagen);Philostr. Heroic. 9. In Telamons Jugendwird Aigina von einer Pest verheert ( Ov. Met.7, 523 f.), die Aiakos mit seinen drei Söhnenlange vergebens durch Gebete zu bannen sucht(v. 596 f.). Endlich sendet Jupiter für die hin-gestorbenen Bewohner Ersatz durch Verwand-lung von Ameisen (fivgyrjxeg) in Menschen, dienunmehr Myrmidonen genannt werden (Hesiod.fr. 76 Rzach 2 ; schol. Find. Nem. 3, 21; Apollo-dor 3, 12, 6, 6; Serv. A. 2, 7; Hygin. fab. 52).Die Freudenbotschaft ihres Erscheinens meldetdem aus dem Schlafe erwachenden Vater zuerstTelamon (Ov. Met. 7, 647 f.). Längere Zeitdarauf, als Aiakos bereits alt ist, langt Minos von Kreta, auf einem Rachezug gegen Athen Unterstützung heischend, in Aigina an (v. 472);anfangs von dem Greise und seinen drei Söhnenbewillkommnet, wird er doch mit seinem Hilfs-

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