Band 
Fünfter Band. T.
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219-220
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219 Telamon (kalyd. Jäger, Argonaut)

Adlers, das Haupt mit Trauben bekränzt, ver-läßt er Salamis und reiht sich unter ihreScharen; vgl. Apollodor 1, 8, 2, 4: Tska/iavAiay.ov £k Nalaplvog; Hygin. fab. 173; Ov. Met.8, 309; Stat. Theb. 2, 473. Schon von Skopas (s. u.) war er in der Giebelgruppe des Athene-tempels zu Tegea unter den Jägern dargestellt(Pausan. 8, 45, 6), vielleicht hier bereits, wieer bei der Verfolgung des Ebers an einerBaumwurzel strauchelt, aber von seinem Bru-der Peleus wieder aufgerichtet wird (Ov. a. a. 0.378; vgl. d. Art. Meleagros, Bd. 2, Sp. 2616.2618).

Weit gehaltvoller ist die Rolle, die Tela-mon auf dem Argonautenzuge spielt. SeineTeilnahme wird übereinstimmend bezeugt(Apoll, llhod. 1, 93; Theokr. 13, 16 f.; Diodor .Sic. 4, 41; Apollodor 1 , 9, 16, 7; Ov. Met. 13,22 f.; Iiygin. fab. 14. 89; FaZ. Flacc. 1, 166;Stat. Theb. 5. 379; Orph. Argon. 187; s. auchd. Art. Argonauten, Bd. 1, Sp. 510). Als kurzvor der Abfahrt die einzelnen Helden ihrePlätze einnehmen, setzt sich Telamon auf eineRuderbank zur Linken, in Herkules Nähe(Valer. Flacc. 1, 353f.), dem er auch sonst einwerter Genosse ist (2, 384: Telamon meus-, vgl.v. 451: Alcides Telamonque comes; s. u.). Aufdem Zuge selbst begegnet er uns im Kampfemit dem Dolionenkönig Kyzikos auf dessengleichnamiger Insel an der Propontis, wobeier den Nisaeus und den Opheltes erlegt (FoZ.Flacc. 3, 198). Sodann finden wir ihn inder Gegend von Kios in Bithynien. Herakles ,dem ein Ruder zerbrochen ist, steigt dort aus,um sich im Walde ein neues zu schneiden.Hie andern Gefährten schmausen am Strande;nur Hylas (s. d.) folgt dem Herakles, wirdaber von den Nymphen der Quellen Pegai ge-raubt. Während Herakles und der ArgonautPolyphemos nach ihm suchen, fahren die übri-gen ohne jene drei ab. Erst auf der Weiter-fahrt vermißt man sie, und viele sind darüberentrüstet, Herakles , den besten Gefährten, nun-mehr entbehren zu müssen; besonders wirftTelamon dem Iason erbittert vor, er habe sichdes Herakles entledigen wollen, um nicht vondessen Ruhm überstrahlt zu werden (Apoll.Bhod. 1 , 1289 f.; Valer. Flacc. 3, 637 f.; piusTelamon, wegen seiner Treue gegen Herkules ;vgl. v. 693. 715. 722). Den Tiphys, der zudem verfrühten Aufbruch geraten hat, bedrohtTelamon tätlich; doch wird er von den beidenBoreassöhnen beschwichtigt (Apoll. Bh. \. 1300 f.)und bittet, nach der prophetischen Aufklärungdes Meergottes Glaukos über Hylas Verbleib(v. 1310f.), sogar den Iason mit freundlichemHändedruck um Verzeihung (v. 1330f.). Auchbei dem Abenteuer mit dem BebrykerkönigAmykos , das schon Epicharm in einer Ko-mödie (Kaibel, Com. Gr. fr. p. 92), Sophokles in einem Satyrspiel ( Nauck s , Trag. Gr.fr. p. 154)und der Epiker Peisandros (schol. Apoll. Bhod.2, 98) behandelt haben, wird Telamons gedacht;beide Aaciden melden sich zur Bezwingungdes berühmten Paustkämpfers (Valer. Flacc.4, 223), die jedoch schließlich allein Poly-deukes mit Erfolg übernimmt. In Kolchis angelangt, begibt sich Iason nach des Aietes

Telamon (im Amazonenkampf) 220

Palast, wobei Telamon, neben den Söhnen desPhrixos und dem Augeias, zu den nächsten Be-gleitern gehört (Apoll. Bh. 3, 196 f.). Argos,einer von den ersteren, stellt seine Landsleutedem König vor; da heißt es auch (v. 363f.):

7'ελαμ,ών S oy£, y.v0tOTüLOΑιακόν έκγεγαώς Ζευς <? Αιακόν αν ros Ιτικτεν.Als Aietes, über den Zweck ihres Kommensunterrichtet, sie zunächst unter Drohungen ab-weist, kann wieder Telamon seinen Zorn kaumunterdrücken (v. 382 f.); doch kommt ihmIason mit der Antwort zuvor. Auch fernerhin,als von Aietes diesem die bekannten Arbeitenauferlegt werden, ist Telamon in seiner Nähe(v. 440), voll leidenschaftlicher Erbitterung obder gestellten Zumutungen (v. 515). Währender bei Apollonios bereits hier verschwindet,erscheint er in der völlig abweichenden Dar-stellung des Valerius Flaccus (5, 570 f.; 6, 345 f.)später aufs neue: in dem Kriege, den die Ar-gonauten dem Aietes zu Liebe gegen dessenBruder Perses ausfechten, schützt Telamonmit seinem gewaltigen Schilde (ingens orbis,vgl. Verg. A. 10, 783f., sowie II. P 128) denArgiver Canthus und sucht nach dessen Tötungseinen Leichnam zu retten (v. 364), eine Szene,die dem Kampfe des Aias um die Leiche desPatroklos nachgebildet ist (II. P 3841'.).

Allen Argonauten schreibt Hellanikos (Müller,fr. hist. Gr. 1, 49, fr. 33) die Teilnahme anHerakles Zuge gegen die Amazonen amThermodon zu, vgl. Kullmer, Fleckeis. Jahrb.Supplbd. 28, 510. In der Tat ist auch sonstdas Unternehmen mit der Argonautenfahrt inVerbindung gebracht (Apoll. Bhod. 2, 966 f.;Valer. Flacc. 5, 132 f.); auch ohne ausdrück-liche Erwähnung ist also Telamons Beteiligungfür die zusammenhängenden Dichtungen still-schweigende Voraussetzung. Besonders genanntwird er schon von einem alten Epiker, ent-weder Kinaithon (Corey, de Amazonum anti-quissimis figuris, Berl. Hiss. 1891, S. 39) oderHesiod (v. Wüamowitz, Eur. Herakles 2*, 102):darnach 'habe er durch die Erlegung der un-tadeligen Männertöterin Melanippe zuerst denGefährten Rettung geschaffen (fr. 278 Bzach 2 ;vgl. schol. Lyk. 1329). Im Amazonenkriege er-scheint er als Herakles treuer Helfer auchsonst noch: Find. Nem. 3, 38 mit schol.; Bak-chyl. 8, 42f. Bl.; schol. Apoll. Bh. 1, 1289.Über die Bildwerke s. u. Zu diesen nur seltenund flüchtig erwähnten Abenteuern Telamonsgehört auch sein Zug mit Herakles gegen dieMeroper auf der Insel Kos (Find. Nem. 4,25f.; Isthm. 5, 31 f.; vgl. auch Hibbelt, Quaest.Coae mythogr., Hiss. Greifsw. 1891, S. 3 f.),sowie gegen den gewaltigen Giganten Alky-oneus (s. d.) in Phlegrai auf der thrakischenHalbinsel Pallene, den die beiden Waffenge-nossen Herakles und Telamon gemeinsam über-wältigen (Find. Nem. 4, 27 f. mit schol. ; Isthm.5, 33; schol. Apoll. Bh. 1, 1289). TelamonsSpur auf dem Argonautenzuge begegnet unsendlich auch auf italischem Boden, in der ausdem Kriege der Römer mit den cisalpinischenGalliern bekannten Hafenstadt Etruriens (Polyb.2, 27), die den Namen Telamon angeblichnach ihrem Gründer hat (Timaios bei Hiodor.

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