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Fünfter Band. T.
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Telamon (vor Troja )

4, 56, 6; s. u.). Dagegen kann es anffallen, daßbei der Landung der Argonauten in Aigina am Ende der Fahrt (Apoll. Rh. 4,1766) der dortheimischen Aiakiden, namentlich Telamons,nicht gedacht wird.

Doch ungleich wichtiger ist das Unterneh-men gegen Troja , weil hierbei Telamon einemaßgebende Stellung einnimmt. Seine Beteili-gung als Herakles treuer Gefährte wird imallgemeinen mehrfach erwähnt: schol. Apoll.Rh. 1, 1289; Hesiod im schol. Rind. Isthm. 5, 53;schol. Nem. 3, 61; 4, 40; Bakchyl. 8, 45f. Bl.;besonders wichtig schol. Bur. Andr. 796: o'iμ,Ιν πλείους Τελαμ,ωνά φααι βυατρατενβαιtatΗραν.λεΐ έπ'ι το "Ιλιον, ο ΙΙίνδαρο s(fr. 172) καί Πηλεα , παρ ου Ιοικι την Ιστο-ρίαν Ευριπίδης λαβεϊν. Vgl. auch Theokr. 13,36 f. ; Philostr. Heroic. 12, 1; G. 1. Gr. 5984 B20; Stat. Silv. 5, 2, 50; Theb. 5, 379 (9, 68).Über die verschiedenen Arten der Einordnungdes Zuges in Herakles und Telamons Schick-sale vgl. Jessen bei Pauly- Wissowa, Art. Argo-nautai 2, 756 f. Von Dionysios Skytobraehionbei Diodor . Sic. 4. 42. 49 (vgl. Bethe, Quaest.Diodor.mythogr.lt. ·, Schwartz bei Pauly-Wis-sowa, Art. Dion. Skyt., 5, 930f. u. Art. Dio-doros, 5, 673 f.) wird das Abenteuer dem Ar-gonautenzug in der Weise eingefügt, daß diebeiden Einzelszenen auf der Hin- und Rück-i reise sich vollziehen. Die Argonauten, unterihnen Herakles und Telamon, landen bei Si-geion und finden hier Hesione (e. d.) am Uferangebunden, die ihr Vater, König Laomedonvon Troja , einem Seeungeheuer zum Fräße aus-gesetzt hat; es ist von Poseidon gesendet zurStrafe für die Verweigerung des ihm und Apol-lon beim Bau der Mauern Ilions versprochenenLohnes. Für die Tötung des Untiers und die; Befreiung des Mädchens erhält Herakles diesesselbst sowie Laomedons unbesiegbare Wunder-pferde (II. E 265f.) zum Lohne, überläßt aberJungfrau wie Rosse bis zur Rückkehr vonKolchis dem Laomedon zur Aufbewahrung.Als jedoch auf der Heimfahrt Telamon undIphiklos als Boten des Herakles das Pfand zu-rückverlangen, werden sie vom König gefangengesetzt. Dessen junger Sohn Priamos dringtauf die Herausgabe der Schwester und derPferde zwar vergebens, ermöglicht aber durchj eingeschmuggelte Schwerter den beiden Gefan- igenen die Tötung der Wächter und ihre eigeneRettung aus dem Kerker. In dem nun be-, ginnenden Kampfe fällt Laomedon, Troja wirdj erobert und Priamos in die Herrschaft des| Vaters eingesetzt. Kurz zuvor (4, 32) hatf Diodor die Ereignisse insofern etwas anderserzählt, als die Erlegung des Seeuntiers undj Hesiones Befreiung zwar gleichfalls auf derFahrt der Argonauten nach Kolchis sich er-eignen, Herakles aber nach seiner Heimkehr imit neuen Schiffen und Gefährten zu einembesonderen Zuge gegen Troja aufbricht (II.E 641 f.); Telamon, der zuerst in die Stadt ein-gedrungen ist, krönt jener mit dem ersten Sieges-preise, indem er ihm die Hesione überläßt.Ganz ähnlich Uygin. fab. 89, nur daß hier Te-lamons besondere Heldentat verschwiegen ist;doch hat der .ihm gewährte Siegerlohn seine

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besonderen Verdienste auch hier zur Voraus-setzung. Ebenso findet die Befreiung Hesionesunter Telamons Teilnahme auf der Hinfahrtstatt bei Valer. Flacc. 2, 451 f.; 540f.: die alsLohn versprochenen Rosse (und wohl auch diebefreite Jungfrau selbst), deren VerweigerungLaomedon schon damals im Schilde führt(v. 55üf.; 567 f.), gedenkt Herakles auf der Heim-fahrt abzuholen (v. 575 f.); doch begnügt sichder Dichter mit einem ganz kurzen Hinweisauf die Ausführung dieses Vorhabens (4, 68f.,vgl. 164); der Bericht über einen erneuten Zugdes Herakles gegen Ilion lag außerhalb seinerAufgabe. Ausführlich erzählt einen solchenKriegszug Apollodor (2, 6, 4L; vgl. 3,12, 7, 3):bei der Einnahme der Stadt dringt Telamonzuerst ein, doch gerade sein mutiges Vorstür-men wird ihm beinahe verhängnisvoll. AusNeid will nämlich Herakles , der erst als zweiterdie Mauer ersteigt, den Freund mit dem Schwertumbringen. Dieser besänftigt ihn indes klugberechnend dadurch, daß er offensichtlich Steinezum Bau eines Altars für Herakles Kallinikoszusammenrafft; von dem versöhnten Neben-buhler erhält er nunmehr auch hier die Hesione.Diese Sagenfassung geht zurück auf Hellanikos (Müller, fr. hist. Gr. 1, 64) nach schol. Lykophr.469 (und 34): doch ist hier der von Telamonerrichtete Altar dem Herakles Alexikakos ge-weiht; vgl. Kullmer a. a. 0. 569 f.; Beruh.Schmidt, Fleckeis. Jahrb. 1893, S. 377f. Hesioneerscheint als Telamons Siegespreis auch sonstoft: Soph. Ai. 1300 f., vgl. 434f. mit schol.;Xenoph. Kyneg. 1 , 9; Aristot. Rhet. 3, 15; Ov.Heroid. 20, 69; Metam. 11, 216f., vgl. 13, 22f.;Sem. Aen. 3,3; 8, 157; Dar. Phryg. 3. Schlich-ter ist die Darstellung des Vorgangs an eineranderen iSem'Msstelle (Aen. 1, 619): ohne ausLebensgefahr befreit worden zu sein, fällt hierHesione nach der Tötung ihres Vaters in dieHände der Sieger, die mehr zufällig, auf derSuche nach Hylas (s. o.), bis vor Troja gelangtsind, und wird darauf nach Kriegsrecht demTelamon überlassen. Naevius Aesiona und derLaomedon eines unbekannten römischen Tra-gikers, vielleicht Quellen für manche vorge-nannte Einzelzüge der Sage, sind verloren(Ribbeck, R. Tr. 44. 46).

Bescheidener nimmt sich ein anderer Kampf-preis aus: bei einem Wettspiel der Griechenvor Troja schleudert Aias einen gewaltigenehernen Diskus, den einst Herakles dem vonihm bezwungenen Antaios abgenommen unddann dem Telamon geschenkt hat, als diesermit ihm Troja zerstörte; Telamon hat den Dis-kus auf seinen älteren Sohn (Quint. Smyrn.4, 450 f.) vererbt. In einer anmutigen Familien-szene offenbart sich Telamons häusliches Glückvor dem Zuge gegen Ilion . Als ihn nämlichHerakles zur gemeinsamen Fahrt in Salamis abholt, trifft er ihn beim Schmause; auf eineLöwenhaut tretend, fleht er mit einer vollenSchale, die ihm der Gastfreund reicht, diesemmöge von seinem Weibe Eriboia ein wackererSohn geboren werden; ein Adler (alerös) ver-heißt durch sein Erscheinen Erfüllung desGebets und wird Anlaß zu des Sohnes NamenAi'ag: Pind. Isthm. 5, 5180 mit schol. v. 53.