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Fünfter Band. T.
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223-224
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223 Telamon (u. Teukros, Theaneira, Aias)

58; schol. Lykophr. 456. Bald tritt in diesesHaus als Telamons Nebenfrau Hesione ein undgebiert ihm den Teukros (Apollodor 3, 12, 7,3; Hygin. fab. 89), in dem sich also das Blutder Äaciden mit dem der Dardaniden kreuzt;ygl. Preller, Gr. Mythol. 2 3 , 405; Degen, DeTroianis Scaenicis, Leipz. Diss. 1900, mit Ap-pendix : de Teucro Teucrisque, S. 42f. YonZerwürfnissen zwischen den Weibern wiezwischen den Halbbrüdern verlautet nichts.Schon bei Homer (11. 0 280 f., freilich imGegensatz zu M 370f., wo sie Söhne gleicherEltern sind, s. o.), leben sie im besten Einver-nehmen; am schönsten bewährt Teukros seineBruderliebe an Aias Leiche: Soph. Ai. 975f.;992f.; 1266 f.

Seltsam klingt die Erzählung, bei Trojaserstem Falle sei Theaneira als Siegespreis inTelamons Hände gefallen, aber, von ihm schwan-ger, aus seinem Schiffe schwimmend nach Milet entflohen und habe hier, von König Arion auf-genommen, den Trambelos oder Strambelos ge-boren (schol. Lykophr. 467, vgl. Jstros, fr. h. Gr.1, 421), den später Achill tötete (Athen . 2, 43 d;vgl. Parthen. Erot. 26). Theaneira ist nachdiesem Scholion nur eine andere Benennungder Hesione (s. d.; vgl. dagegen HolzingrrS. 242;Gruppe, Gr. Myth. 300j; über die Bedeutungder Sage s. auch Vürtheim, de Aiacis originecultu patria, Leiden 1907, S. 78f. sowie d. Art.Apriate, Bd. 1, Sp. 2864). Die spätere Zu-rückforderung Hesiones bildet, da diesevon Telamon verweigert wird, eine der Ur-sachen des Trojanischen Krieges (Dar. Phryg.5. 6). Bei dessen Beginn ist Telamons eigeneJugend und Heldenlaufbahn bereits abge-schlossen, und eine neue Generation tritt aufden Schauplatz.

Auch Telamons Söhne nämlich, Aias undTeukros, werden unter den zahlreichen Freiernder Helena genannt (Apollodor 3, 10, 8, 3; beiHygin. fab. 81 wenigstens Aiax Telamonius).Somit sind denn bei Ausbruch des Trojani-schen Krieges auch sie eidlich verpflichtet,mit Menelaos gegen Ilion auszuziehen (s. He-lena, Bd. 1, Sp. 1935f.; Odysseus , Bd. 3, Sp. 614).Yermöge seines religiösen Ernstes, der an Te-lamon allerdings nur hier nachweisbar ist (s. u.),richtet er bei Sophokles an die Söhne ergrei-fende Abschiedsworte (Ai. 763f.); um so leicht-fertiger klingt deren übermütige Zurückweisungdurch Aias (v. 767 f.). Bei Ennius freilich istTelamon auch seinerseits von EuripideischerSkepsis angekränkelt; er leugnet (mit Epikur )die Fürsorge der Götter für das Menschenge-schlecht und verspottet alle Prophetenweisheit( Bibbeck, B. Tr. 133 f.). Den nach Aulis zurHeeresversammlung absegelnden Söhnen siehtTelamon voll Teilnahme nach, in Salamis amUfer auf einem Steine sitzend, der noch spätergezeigt ward (Pausan. 1 , 35, 3; vgl. Vürtheima. a. O. 77). Zu Aias Abschied von Telamonvgl. auch Philostr. Heroic. 3. Schon bei Ho-mer begleitet während des Krieges die beidenBrüder die Erinnerung an den gestrengen Va-ter als ernstes Vor- und Schreckbild (s. o.);noch mehr betont die spätere Sage dieses Ver-hältnis: Aias denkt, als er im "Waffenstreit die

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vermeintliche Schmach erlitten hat, an deneinst vor Troja errungenen Ruhm seines Er-zeugers und bebt vor dem Zorn des leiden-schaftlichen Greises (Soph. Ai. 433 f.); und nochin seinem letzten großen Monolog sendet erihm voll Beschämung wehmütige Abschieds-grüße (v. 849); ebenso empfindet Teukros,selbstbewußt und voll Ehrgeiz wie sein Vater,die Schmährede Agamemnons doppelt schmerz-io lieh (v. 1298 f.). An Telamons unerbittlicheStrenge knüpft der Sohn Befürchtungen, dieauch für jenen charakteristisch sind (v. 1008 f.):er, der nicht einmal im Glück freundlicher alssonst zu lächeln vermöge, werde nun, nachdem Verlust des älteren Sohnes, gegen ihn,den jüngeren, mit keinem Vorwurf zurück-halten, namentlich mit dem nicht, daß er denBruder aus Feigheit im Stich gelassen habe,oder etwa gar aus Hinterlist, um nach dessenso Tode auch sein Erbe zu besitzen (s. u. Ennius Telamo-, Bibbeck, B. Tr. 135). Besonderserzürnt mag ja Telamon auf Odysseus sein,des Aias siegreichen Nebenbuhler im Waffen-prozeß. Als daher jener auf seinen Irrfahrtenauch nach Salamis kommt, gerät er hier inernste Gefahr, aus der er sich n ur durch schlaueBetriebsamkeit für sein Leben (industria sui)rettet, jedoch nicht, ohne durch Telamons Ge-walttätigkeit (per vim Telamoiiis) seine Schiffe30 mit den Gefährten und allem, was er aus Troja mitgenommen, verloren zu haben (Dict. Cret.6, 5). Doch weit bekannter ist es, wie Te-lamon seinen Zorn an dem heimkehrendenTeukros ausläßt, dessen grausige Befürchtun-gen (in Sophokles Aias, s. o.) sich also voll-auf bestätigen. Schon Aischylos Trilogie:"Οπλων γ.οίβις, Θρβσσαι, Σαλαμίνιαι mochte Te-lamons Charakter direkt und indirekt veran-schaulicht haben (G. Hermann, opusc. 7, 362f.;,40 Welcher, Aeschyl. Tril. 440 f. und Kl. Sehr. 2,276). Diese Dramen sowie Sophokles' Τενκροςund Είρνοάκης (Welcher, Gr. Trag. 191 f.; 197 f.) vAstydamas des Jüngeren, Karkinos und Theo-dehtes Aias , Ions und Nihomachos' Tbvkqos(Welcher 953.1013f.; Bibbeck, B. Tr. 375), fernerein gleichnamiges Stück des sonst unbekanntenDichters Euaretos (C. I. A. 2, 973, 7), LiviusAndronicus ' Aiax und Teucer (Bibbeck 26.40), Iulius Caesar Strabos Tecmessa, Kaiser60 Augustus Aiax sind sämtlich verloren. AufTelamon werfen höchstens drei sophokleischeFragmente einiges Licht, von denen wohl auchdas zweite und dritte zum Τενχρός gehören(Welcher, Trag. 192f.; Bibbeck, B. Tr. 228f.).Im ersten (fr. 519 Nck. 1 ) klagte der Greis inwehmütigem Schmerze über getäuschte Hoff-nungen. So erbittert er übrigens auf den alleinheimkehrenden jüngeren Sohn war, so rechnetedoch dieser auf eine rasche Besänftigung des60 väterlichen Zornes (fr. inc. 808 Nck. 1 ). Alszufälliger Gast suchte O'ileus den seines Äl-testen beraubten Telamon zu trösten, bis er,von dem Untergang des eigenen Sohnes Aias (des Lokrers) unterrichtet, in jähem Stimmungs-wechsel die soeben vorgebrachten Trostgründevergaß und sich selbst leidenschaftlichem Jam-mer hingab (fr. 666 Nck. 1 mit der freien Über-setzung bei Cic. Tusc . 3, 71). Diese verein-