Band 
Fünfter Band. T.
Seite
365-366
JPEG-Download
 

365

Tenos

Terambos

366

Dorier 1,334,3); ebensowenig darf der Namedes Achilleus innerhalb des Tempelbezirks aus-gesprochen werden {Flut. Diod. 0. Müller a. a.0 . 221 , 1 ).

Tenes genoß auf der Insel Tenedos gött-liche ( αθάνατοι τιμαί Diod.) Verehrung, Oie.nat. dcor. 3, Ιό, 39. Athenagoras Suppi, proChrist. 1 (p. 4 Otto·, καί Τέννην o Τενέδιοςβέβει). Rohde, Psyche l 2 , 198 Anm. 1. Seinehochheilig gehaltene Bildsäule (Tenem ipsum,qui apud 'Tenedios sanctissimus deus habetur,qui urbem illam dicitur condidisse, cuius exnomine Tenedus nominatur) entführte Verres,Cic. in Verr. act. II lib. 1, 19, 49. Sein Tempel(ιερόν, Plut. Herold., τέμενος, Diod.) ist schonoben erwähnt. Zweifelhaft ist, ob wir auf denautonomen Silbermünzen, die auf der Vorder-seite einen Doppelkopf, je einen männlichen undweiblichen (όνο ν.εφαλαί Steph. Byz. δύο πρό-σωπα έίς ΐνος ανχένυς, Said, und Phot. s. v.Τενέδιος συνήγορος. Apostol. 16,26), auf derRückseite das sprichwörtlich gewordene Dop-pelbeil (vgl. Spyridion Lampros, De conditorumcoloniarum Gr. indole praemiisque et honoribus[Diss. Leipzig 187 3j 16 f.) zeigen (abg. Cat. ofgreek coins brit. Mus. Troas pl. 17 nr. 1 if.Overbeck, Kunstmythol. 2 Münztafel 1 nr..Macdonald, Greek coins in the Hunterian coli.

2 pl. 49 nr. 15. 16. Head, Hist, num.* 551Fig. 288), nach dem neuerdings von 0. Roß-bach, Castrogiovanni S. 24 wieder aufgenom-menen Vorgänge von Eckhel , Doctr. num. vet.2, 489 (vgl. Roscher, Myth. Lex. 1 Sp. 2035, 9 ff.)in dem männlichen Haupte das des Tenes, in

I dem weiblichen das der Hemithea zu erkennenhaben. Usener, Strena Helbigiana 329, demauch Wroth, Catal. brit. Mus. Introd. 48. Heada. a. 0. 551 zu folgen geneigt sind, spricht sichentschieden für die Deutung auf Zeus undHera aus; Overbeck a. a. 0. 2, 108 hatte schon .früher in dem männlichen Kopfe den Zeuskopferkennen wollen, während er eine Deutungdes weiblichen Hauptes unterlassen hatte.

Als Vater des Tenes galt auch Apollon ,Tzetz. zu Dyk. p. 106, 23. 30. 108, 22. 33. K. 0.Müller, Prolegomena S. 264f. (vgl. 274). Daherhatte Thetis den Achilleus gewarnt, denTenes (ώς τιμώμενον ντιό Άχιλλέως, Plut.) zutöten, da er sonst von Apollon fallen werde(Tzetz. Apollod.). Aus diesem Umstand, der- stung des 'apollinischen Tenes durch den 'po-seidonischen Achilleus oder Acheloos, ferneraus der Aussetzung und Landung des Tenesin der Truhe, in der er ein mythisches Bildfür die Ankunft und den Aufgang des Licht-gottes sieht, aus dem alten Namen für Tene-dos, Leukophrys, die nach den 'weißen Brauen,d. h. nach dem Aufgange des Lichtes heißt,folgert Usener, Sintfl. 95, daß Tenes als Ver-treter des So^uaet^jottes zu fassen sei. i

[Höfer.]

Tenos (Τήνος), Oikist und Eponymos dergleichnamigen kykladischen Insel, Steph. Byz.s. v. Τήνος. Eust. ad Dionys. Per. 525.

[Höfer. j

Tentheus (Τεν&ενς), ό Ηεν&ενς, παρά (Ey.a-ταίω, Phot. Lex.·, vgl. 0. Hoffmann, Die griech.Dialekte 3, 593. E. Maaß, Parerga AtticaYU, 2.

Wiedemann, Bezzenbergers Beiträge zur Kundeder indogerm. Spr. 27 (1902), 197 Anm. 1. Solm-sen, Zeitschr. f. vergl. Spracht. 34 (1897), 546.Gruppe, Gr. Myth. 733,1. [Höfer.]

Tenthredon (Τεν&ρηδών), Vater des Pro-thoos (s. d.): Hom. II. 2, 756. Herodian ed.Lentz 1 , 27, 1 . 914, 20. Aristot. Pepl. 28 (Bergk,P. L. G. 2 4 p. 349). Schol. Nikand, Alex. 547.Lykophr. Alex. 899 und Tzetz. z. d. St. (p. 290,) 14 If. Scheer). Im Schol. Ven. B Hom. II. 2, 756und bei Eust. ad Hom. II. 338, 21 findet sichder Stammbaum Μάγνης - Αλέκτωρ Τεν-&ρηδών Πρό&οος. Zum Namen Τεν&ρηδών= 'Gailwespe bzw. 'Biene vgl. Eick-Bechtel,Griech. Personennamen 418. Έ. Maaß, Griechenu. Semiten auf d. Isthmus v. Korinth 53. 113.

[Höfer.]

Teos (Τέως). Auf Münzen von Teos erscheintdie Büste des jugendlichen Dionysos als des) Stadtgottes mit der Legende T6HC, Head, Hist,num.* 596. Catal. of greek coins in the brit.Mus. Ionia 317, 61. 318, 63. Nach Eckhel,Doctr. num. vet. 2, 563 wäre die Büste weiblichund stelle die Amazone Teos (die sonst nichtbezeugt ist) dar,a qua urbem suam conditamiactabant Teii. Lampros, De conditoribus colo-niarum Graccarum 41 und Karl Scheffler , Derebus Tciorum 10 erblicken in ihr nicht dieGründerin, sondern eine eponyme Heroine.

[Höfer.]

Tephras? (Τέφρας?), angeblich ein Sohn desHerakles, nach dem das Gebirge und die StadtTyphrestos im Gebiete der Ainianen benanntsein soll: aitb Τυμφρηστόν (s. d.) ... ή Τέφραν-τος υίον Ήρακλέονς, Schol. Lykophr. 420 (ρ. 154,25 f. Scheer). Doch ist vielleicht dafür mit Mei-neke ή τέφρας τής τον Ήρακλέονς zu lesen, wieauch im Schol. Lykophr. a. a. 0. p. 154, 21. 29.Steph. Byz. Etym. M. und Suid. s. v. Τνφρη-στός etymologisiert wird. [Höfer.]

Tepliredo (Τεφρηδώ), Variante im cod. Lau-rent. LXXXXI sup. 10 Hes. Theog. 273 (vgl.Eick, Hesiod . Ged. 33) für den GraiennamenΠεφρηδώ oder, was die bessere Form ist, Πεμ-φρηδώ; vgl. Bd. 1, Sp. 1730, 38. 1738, 32 sowieden Artikel Pemphredon. In derBd. 1, Sp. 1730,541731 ff. angeführten Etymologie des Na-mens Πεφρηδώ ist nachzutragen die von Heinr.Dietr. Müller, Ares 74 f., der ihn zu dem Stammφραδ (φραδή, φραδής, φράδμων) stellt und ihmdie Bedeutung 'die Kluge beilegt, womit erdas Epitheton des Kronos άγκνλομήτης ver-gleicht; vgl. aber auch Tümpel, Jahrb. f. klass.Phil. Suppl. 16, 211 Anm. 223. [Höfer.]

Terambos (Τέραμβος), Sohn des Poseidon,sohnes Euseiros (s. d., ferner Usener, Rhein .Mus. 23, 1868, 363 = Kl. Sehr. 4,74. Götter-namen S. 66, 29) und der Bergnymphe Eido-thea (für νύμφηςΟ&ρηίδος hat Eug. Oder, DeAnton. Lib., Diss. Bonn 1886 S. 20f. v. όρειά-δος vorgeschlagen, P. Sakolowski v. Ό&ρυίδος),wohnte im Land der Malier am Fuß der Othrys,wo er seine zahlreichen Herdentiere selber wei-dete, ein Liebling der Nymphen, die er in denBergen durch seinen Gesang erfreute; denn ersoll in der Musik am meisten sich ausgezeich-net haben unter den damals Lebenden (μονσι-κώτατος των τότε γενέσ&αι), sei durch fiirten-

13 *