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Tereus
Terina
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braucht nicht, wie Bd. 3 S. 2345,20 f. mit Thrä-mer bei Pauly- Wissowa 1 , 469, 28 ff. angenom-men worden ist, daraus eine Vogelmetamor-phose des Tereus geschlossen zu werden. Auchvon einer Verwandlung der Prokne und Philo-mela ist zunächst nicht die Rede, sie sterbenvor Jammer und Thränen: ·θ·ρηνοΰσαι . . . ΰπόδακρύων διαφ&είρονται. καί βφιοι την ig άηδόνακαί χελιδόνα μεταβολήν έπεφήμιΰαν, ότι οίμαικαί ανται αί όρνιθες Ελεεινόν καί ϋ'ρήνω ομοιοναδονβιν. Soll man annehmen, daß die Schwe-stern etwa erst nach ihrem Tode verwandeltworden sind? Wenn die Megarer behaupten,daß der Wiedehopf zuerst bei ihnen erschienensei, so ist dies eine Konzession an den allge-mein verbreiteten, feststehenden Glauben vonder Verwandlung des Tereus, zugleich aber einausdrücklicher Hinweis darauf, daß Tereus ur-sprünglich bei ihnen zu Haus ist, freilich nichtder Tereus, der zum Vogel geworden ist —ist es glaublich, daß die Megarer ihm, wenner in einen Vogel verwandelt wäre, Heroen-ehren erwiesen haben würden? —, sondern alseine echte alte Kultusperson (vgl. Mayer a. a.'0.' 493).' Freilidh könnte indn teiüwönden 1 , daß 1sich die Verehrung des Tereus schlecht ver-trage mit seiner Schandtat an Philomela undseinem Ende durch Selbstmord, da den Selbst-mördern die Grabesehren vorenthalten zu wer-den pflegten ( Rohde, Psyche 1®, 217 Anm. 4;vgl. Plato leg. 873 d: &άπτειν ακλεεϊς αν τούς,μήτε βτήλαις μήτε όνόμαβι δηλονντες τούς τά-φους). Aber alle diese Schwierigkeiten erledi-gen sich durch die Annahme, daß der mega-rische Tereus ursprünglich mit dem Tereus desProkne - Philomelamythos gar nichts zu tunhatte, sondern erst später mit ihm verknüpftwurde, was durch die Gleichheit des Namensund die Megara und dem nahen Athen ge-meinsame Person des Pandion begünstigt wurde.Diese Ansicht scheint in gewisser Beziehungauch schon Mayer (a. a. 0.) 494 zu vertreten,indem er sagt: 'Die Leute, bei welchen P-ausa-nias hörte oder las, in Megara sei der Wiede-hopf zuerst erschienen, ahnten ... nicht mehr,ein wie schwaches Band ihn mit der dortigenΠανδιονίς verknüpfte.’ Den Namen Tereus selbst setzt Mayer (494 ff.)in Zusammenhang mitdem thrakischen Stamme der Τρήρες ( Τρήες ).Nicht recht aber kann ich Mayer (493 ff) ver-stehen, wenn er die Verwandlung des Tereusin einen Ι-ποιρ daraus erklären will, daß Te-reus mit Επόπτης — ’Έποψ — Έπόψιος, demBeinamen des Zeus und Apollon ( Gruppe, Gr.Myth. 1101 Anm. 1 a. E.) vermischt worden sei.
Zu der mit dem Namen Τηρεύς in Verbin-dung gebrachten Bedeutung des ' Belaurers,Spähers’ (von τηρεΐν Bd. 3 Sp. 2347, 58 ff.; vgl.auch die Ansicht, daß in dem Rufe des Wiede-hopfes ποϋ, «ον noch das Suchen nach denSchwestern liege, Tzetz. Chiliad. 7, 479. Eust.zu Hom. Od. 19,518) vergleicht Thrämer a. a. 0.474, 2 ff. ansprechend den in der westgriechi-schen Version der Aedonsage ( Thrämer a. a. 0.467, 10 ff. Roscher, Myth. Lex. 1,84, 61 ff.) andie Stelle des Tereus getretenen Ζήτης, dessenName vom Stamme ξη (vgl. δί-ξημαι, ξητέω) ab-zuleiten gleichfalls den Späher bedeuten kann.
Zu der Bd. 3, Sp. 2347, 67 ff. geäußerten Ver-mutung über den Namen des Tereus und desLynkeus , dem jener die Philomela zur Bewa-chung übergibt, vgl. auch J. van Leeuwen, Deepope avium rege in Album gratulator. in ho-norem H. van Herwerdeni 161, nach welchem(vgl. auch Grünbaum, Zeitschr. d. Deutsch . Mor-genl. Gesellsch. 31 [1887], 207 f.) der Wiedehopfund die Rolle, die er bei Sophokles , Aristopha-i nes usw. spielt, aus dem Orient entlehnt ist,wo er als äußerst scharfäugig gilt: ’Arabumpoetae ... (den Wiedehopf) oculis vere lynceisfingunt praeditum, cernere enim aquae venassubterraneas.’ Die beiden Begriffe i«6nxr\g r.altriQ-gtris erscheinen, auch verbunden, im Etym.M. 65, 41 ff. Etym. Gud. 35,23 ff. s. v. klitfgiog.
Anspielungen auf den Tereusmythos findensich ferner bei ( Demosth .) or. 60, 28 p. 1397 a. E.Luc. de merc. cond. 41. Diod. 35, 34 (Tr^icogi ftoivai-, vgl. TyQSvs «atSoßoQOg, Nonn. Dionys.44,269). Martial. 4,49,3. 14,75,1. Eustath.Opusc. ed. Tafel p. 320, 91 = Epist. 10. Auson.27 ( Technop .), 9, 27 p. 137 Schenkt. Epist. 23, 13p. 186. 29,28 p. 148. Oe. Rem. am. 459. Am.'2/2, \. 'Aetnd 586f. PrObUs a)d Vei*g. Geörg'. p'65Keil. Glaudian in Eutropium 1, 293. 2, 363.
[Höfer.]
Teriasa s. Terasia.
Teridae (TrjQtöari), eine Sklavin, von Mene-laos Mutter des Megapenthes; Schol. Hom. Od.4, 11 hat die Formen Tr\QiSdr\ und Tr\gig —vgl. Dindorfs Anm. —, während Akusilaos beiApollod. 3, 133 W. T/jprjis (s. d.) bietet. [Ruhl.J
Terina (Tsqlva). Auf tler Rückseite von Di-drachmen von Terina ist dargestellt ein un-geflügeltes Mädchen, 1. sitzend auf cippus, imärmellosen Chiton und Himation, in der vor-gestreckten R. Schale, die L. aufgestützt; 1.von ihr die Legende TEPINA; hinter ihr Nikefliegend, Kopf zurückgebogen, im langen Chiton,in den Händen zwei kranzförmig zusammen-gelegte Zweige dem Kopfe des Mädchensnähernd: also Terina von Nike gekrönt, KurtRegling, Terina (66 tes Berliner Winkelmanns-programm) 28 nr. 77 (zu den a. a. 0. gegebenenNachweisen ist unter n „Sambon, presqu’ileRai. 361, 12 ohne Sammlungsangabe“ zu be-merken, daß damit wohl Sambon, CollectioStrozzi: Medaillcs grecques et romaines „100nr. 1272 gemeint ist) Taf. 3 vgl. S. 61. Überdie weiteren Darstellungen und Benennungendes auf Münzen von Terina erscheinenden Mäd-chens ist ebenfalls auf Regling a. a. 0. 61 ff.zu verweisen: auf den ältesten Münzen (S. 7nr. 1) ist die Darstellung durch die BeischriftNIKA gesichert: es ist der Typus der unge-flügelten Nike. In der zweiten Periode sitztdas Mädchen teils auf einer Hydria, teils aufeinem Stuhl oder cippus, ihr Attribut ist derKranz und das Kerykeion, manchmal ein Gra-natapfel, ein Vögelchen oder auch ein Kranich;auch als Ballspielerin erscheint sie oder fülltihre H}-dria aus einer Brunnenmündung mitWasser. Die Hydria, das Wasserholen, das Ball-spiel, das Spiel mit dem Vögelchen charakte-risieren das Mädchen als Nymphe; das Attributdes Kranzes und des Kerykeions weisen aufdie ältere Nike zurück: wir haben also eine