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Terminus
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Terminus, altlateinisch auch termen (beiAccius , Varro de l.l. 5,21; vgl. Neue-Wagener,FormenlA l,853f.) und termo (bei Ennius ann.479. 480 VahlA, nach Fest. p. 363 graeca con-suetudine, doch vgl. Usener, Jahrb. f. Philol. 117,1878 S. 51 f. = Kl. Schrift. 1,224), der Grenz-stein , von den Römern seit alter Zeit selberals Gott verehrt: d-iovg τε γάρ ηγούνται (οιτ Ρωμαίοι ) τούς τέρμονας και dvovaiv αντοϊςόβέτη, Dion. Hai. 2, 74,4; aliaque, quibus con- isuetudo est terminis sacrum fieri gibt die Über-lieferung bei Sicul. Flacc. de condic, agr. Grom.lat. 1 p. 105,12 f. Thulin. Die Geschichtskon-struktion der römischen Gelehrten schrieb dieEinführung dieses Gottesdienstes teils dem Ti-tus Tatius zu (Varro de l. I. 5,74; derselbenAnschauung folgt Livius , wenn er 1,55,2 dascapitolinische fanum des Terminus zu den fanasacellaque a Tatio rege primum in ipso discri-mine adversus Romulum pugnae vota, consecrata 2inaugurataque postea rechnet), teils dem Huma,der überhaupt erst das Eigentum am Grundund Boden und seine Abgrenzung eingeführthaben sollte: τής μεν αύταρκείας και τον μη-δένα των άλλοτρίων έπι9νμείν ή,περί,τονς όρΐιΰ->μούς των κτήσεων νομοθεσία. κελενσας γαρέκάστω περιγράψαι τήν εαντον κτήαιν και οτή-οαι λί&ονς ίπϊ τοΐς οροις ιερούς άπέδει^εν ορίουΑιός τους Χί&ονς (darüber s. unten), Dion. Hai. 2,74,2, vgl. Platarch. Qu. Rom . 15. Er hat nicht :inur strenge Strafen gegen den Frevler festge-setzt, der den Grenzstein antastet (s. unten),sondern gilt auch als der Begründer des schonin der ältesten Festtafel am 23. Februar ver-zeichneten (GIL l 2 p. 310; vgl. Lact, de mort.persec. 12, 1 Terminalia deliguntur, quae sunta. d. septimum Kalendas Martias) Festes derTerminalia : Ανοιας έ'ταξεν αντοϊς ίπιτελεΐν απαν-τας ήμίρα τακτή καθ’’ έκαστον ίνιαντόν ίπί τοντόπον βννερχομενονς ίορτήν ίν τοΐς πάνν τι- 4μίαν τήν των ορίων 9εών καταστηαάμενος. ναύ-την 'Ρωμαίοι Τερμινάλια καλοναιν, Dion. Hai.a. a. 0. (vgl. Plut. Numa 16. Plin. n. h. ^8, 8).Die Festfeier ist sowohl eine staatliche, wieeine private (&ύουαιν αντω δήμου,ίω και ιδίακατα τούς των άγρών περιορισμούς, Plut. Numa16) und knüpft in ihren Bräuchen an das beimSetzen der Grenzsteine übliche Ritual an, dasSicul. Flacc. de cond'c. agr., Grom. lat. 1,105,
5 ff. Thulin ausführlich beschreibt (dazu Ru- sdorff, Schrift, d. röm. Feldmesser 2, 236ff.): dasGrenzzeichen, ein Stein oder Pfahl (Termine,sive lapis, sive es defossus in agro stipes, Ovid .fast. 2, 641 f., vgl. Tibuli. 1, 1, 11 f. Lact. inst,div. 1,20,37; arbores terminales, Paul. sent. 5,22,2; vertices amphorarum defixi inversi alsGrenzzeichen in manchen Gegenden, Sicul. Flacc.a. a. O. p. 106, 1), wird gesalbt und mit Krän-zen und Binden geschmückt, in die Grube aberwerden, bevor der Grenzstein eingesetzt wird, 6die verbrannten Reste des Opfers, das Blut desOpfertieres, Weihrauch, Früchte, Honigwaben,Wein n. a. geschüttet, und dadurch die Stelleein für allemal kenntlich gemacht. Ganz ent-sprechend versammeln sich zu einer Art jähr-licher Erneuerung der Grenzsetzung (vgl. W.Wurde Fowler, The religious experience of Ro-man people S. 81 f.) bei der privaten Feier der
Terminalia die Anlieger am Grenzstein, densie bekränzen und durch ein Brandopfer vonFrüchten, Honigwaben und Wein, sowie durchdie Schlachtung eines Schafes oder Ferkelsehren (Ovid . fast. 2 ,639 ff.); die Darbringungblutiger Opfer tritt an beiden Stellen starkhervor und ist auch sonst bezeugt (Horae ep.2, 59 aut agna festis caesa Terminalibus. Pru-dent.c.Symm. 2, 1008 gallinae pulmone), daherwird die Behauptung, daß ursprünglich Tier-opfer von diesem Gottesdienste ausgeschlossengewesen seien (9ύονσιν . . . vvv μεν έμψυχα, τόπαλαιόν δε αναίμακτος ην ή 9νσία, Plut. Numa16), eine der Theorie zu liebe gemachte will-kürliche Erfindung sein (Plut. Qu. Rom . 15 τονΤέρμινον ώς ίπίακοπον καί φύλακα φιλίας καίειρήνης ωετο δεΐν αίματος καί φόνον κα9αρόνκαί αμίαντον διαφνλάττειν, vgl. Numa 16. Dion.Hai. 2,74,4). Ein Schafopfer (lanigeri pecoris... fibris, Ovid . fast. 2, 681) findet auch bei derstaatlichen Terminalienfeier statt, die am 6. Mei-lenstein der Via Laurentina begangen wurde(Ovid. a. a. O. 679 ff.): das ist einer der Grenz-punkte des ager Romanus antiquus, wie uns(lerem andoe e. B. bei dem Ambarvalia fiStrabo5, 230) und Robigalia (via Claudia ad milita-rium V, fast. Praen. z. 25. April, CIL l 2 p. 316)begegnen; daß die Feier gerade an der Grenzegegen das Gebiet der alten, mit den AnfängenRoms eng verbundenen Laurentergemeinde l^a-vinium lokalisiert ist, beruht wohl nicht aufZufall. Die Art der Festfeier zeigt, daß dieTerminalia nicht, wie es später geschah, alsein Fest des Gottes Terminus (Corp. gloss. lat.2,197,19 Terminalia ορο&εσια, εορτή αο/ου 9εοϋ;4, 291, 23 Terminalia dies festi pertinentes adTerminum, quem deum putaverunt Romani),sondern als ein Fest der termini aufzufassensind, wie die Fornacalia als ein Fest der for-naces (Plin.n.h. 18,8 von Numa: is et Forna-calia instituit farirs torrendi ferias et aeque re-ligiosas terminis agrorum·, vgl. auch Charis.p. 544, 28 Terminalia όταν ίν τοΐς όρίοις 9ύω-οιν; 550, 15 Terminalia οροδίαια, οϊς ίορτάξον-τες 'Ρωααΐοι Αύοναιν). Die staatliche Feier hatkeinerlei Beziehung zu der einzigen uns fürRom bezeugten Kultstätte des Terminus, diesich damit als jünger erweist. Im capitolinischenTempel befand sich in der Cella des Juppiterein dem Terminus geweihter Stein, über wel-chem das Dach eine Öffnung hatte, so daß erunter freiem Himmel stand (Paul. p. 363 Ter-minus quo loco collocabatur, super eum foramenpatebat in tecto, quod nefas esse putarent ter-minum intra tectum consistere): zur Erk.ärungerzählten die Annalisten, daß bei der Erbau-ung des Capitols von den zahlreichen älterenKultstätten, die an jener Stelle lagen, nur diedes Terminus (die Juventas nennen neben ihmLiv. 5, 54, 7. Dion. Hai. 3, 69, 5. Flor. 1, 1, 8.Augustin, de civ. Dei 4, 29. 5, 21. Iordan. Rom .106, neben beiden auch Mars Augustin.de civ.Dei 4,23) nicht habe weichen wollen, so daßman auf ihre Exauguration verzichtete und siein das neue Heiligtum aufnahm, Cato or g. frg.24 Peter (aus Fest. p. 162) fana in eo loco com-pluria fuere; ea exauguravit, praeterquam quodTermino fanum fuit; id nequitum exaueurari.