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Fünfter Band. T.
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Terminus

Termunes

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tig (S. 278) dem Geschlechtsnamen Terminiusim Gegensätze zu Usener (Götternamen S. 357)diese Eigenschaft abspricht. Aber auch die äl-teste Form dieses Gottesdienstes, die sich inunmittelbarer Verehrung und Schmückung derGrenzsteine äußert, hat sich bis Zum Ausgangedes Heidentums erhalten; nicht nur Tibuli 1,

1, 11 f. sagt von sich nam veneror, seu stipes ha-bet desertus in agris, seu vetus in trivio floridaserta lapis, noch Prudentius erzählt (c. Symm.

2, 1006 tf.), daß die christlichen Bauern bei derFeldarbeit die Grenzsteine als Sitze heidnischenAberglaubens zerschlagen (et lapis illic si stetit,antiquus quem cingere sueverat error fascicliset gallinae pulmone rogare, frangitur, et nullisviolatur Terminus extis), und die Zeremonienad petras, die noch im 6. Jahrh. in Spanien Martin von Bracara (de coriect. rust. 16) aiscultura diaboli verdammt, betrafen gewiß zummindesten in erster Linie die Grenzsteine.

Bemerkenswert ist, daß Terminus, trotz Dion.Hai. 2,74,4 τούτο δ ovx έπι των Ιδιωτικώνκατεοτηβατο μόνον, άλλα και έπι τών δημοοίωνοροις κάκείνας περιλαβών, ινα καί την 'Ρωμαίωνι γη'/νι ano' τής ν/ατν/είτονος'όριοο δίαιρώαι ϋ·εοΙκαι την κοινήν απ'ο της Ιδίας· τούτο μέχριτών καΊ} ημάς χρόνων ψνλάττονΰι 'Ρω-μαίοι, nie zum Gotte der Reichsgrenze oderauch nur der Abgrenzung der Provinzen ge-worden ist. Wenigstens in letzterer Hinsichtist hier ergänzend die göttliche Verehrung derFines eingetreten, die zum ersten Male in der(wohl stark retouchierten) Fetialformel derrerum repetitio bei Liv. 1 , 32, 6 begegnet: audiIup/Ater, audite Lines (cuiuscumque gentis suntnominat), audiat Fas. Zwei sehr lehrreicheDenkmäler dieses Gottesdienstes sind in derGegend des Vinxtbaches, der die Grenze zwi-schen den Provinzen Ober- und Niedergerma-nien bildete, gefunden worden, das eine, guterhaltene, jetzt in Brüssel (Abbildung bei Cu-mont, Musees royaux du Cinquantenaire, Cata-logue des sculptures et inscriptions antiques 2S. 235 nr. 105): Finibus et Genio loci et l(ovi)O(ptimo) M(aximo) milit(es) leg(ionis) XXXU(lpiae) V(ictricis) M. Massiaenius Secunduset T. Aurelius Hosso votum s. I. m. (CIL 13,7732), das andre, sehr zerstörte, nach ihm vonZangemeister (Westdeutsch. Zeitschr. 11, 1892S. 283) ergänzt, jetzt in Bonn (Abbildung bei

H. Lehner, Oas Provinzialmuseum in Bonn .

I. Die römischen Skulpturen, Taf. XXXI 4):[Ge]ni[o] l[oc]i e[t Fi]ni[b]us et I(ovi) 0(p-timo) M(aximo) T. Fl(avius) Verecundus e[t]M. Dom(itius) Atto mi[l(ites) leg(ionis) .. ..](CIL 13, 7713). Ein dritter Altar mit Weihungan die Fines ist neuerdings in der Gegend vonNarbonne , also nicht an einer Provinzgrenze,gefunden worden: M. Atilius [LJabeo v. s. [I. m.JFinibu[s], Heran de Villefosse, Comptes rendusde lacad. d. inscr. 1913 S. 060 ff. Der in Eburo-dunum (Yverdon ) verehrte Mercurius Finiti-mus (CIL 12, 75) könnte sich zu den narbo-nensischen Fines verhalten, wie Juppiter Ter-minus zur Verehrung der Grenzsteine.

Der Umstand, daß die Terminalia nahe amEnde des mit dem März beginnenden altrömi-schen Jahres lagen (Varro de /. I. 6,13 Termi-

nalia, quod is dies extremus anni constitutus. Ovid .fast. 2, 50 tu quoque sacrorum , Termine, finiseras, vgl. Censorin. 20, 6. 10. Macr. S. 1, 13, 15;eine Jahresrechnung von Terminalia zu Termi-nalia zeigt die römische Inschrift CIL 6,1925= Dessau 1919, nach welcher die Strafe fürUnterlassung der alljährlich darzubringendenparentatio dann fällig wird, w r enn sie nicht biszu den Terminalia abgehalten worden ist), wasi noch dadurch hervorgehoben wurde, daß beiInterkalation sowohl der Schalttag (bissextum)wie der mensis intercalaris unmittelbar hinterden Terminalia eingesetzt wurden (daher Da-tierungen a. d. quintum Terminalia, Cic. ad Att.6,1,1; a. [d.J X Terminaflia], CIL 10,3772= Dessau 6302; vgl. Mommsen, Böm. Chronol . 2S. 38 f. 43), veranlaßte Varro, den Gott Termi-nus nicht nur mit den Grenzen im Raume,sondern auch mit dem zeitlichen Begriffe desi Endes zusammenzubringen, wodurch er zu dersonderbaren Aufstellung kam, daß die Gött'erder beiden ersten Monate, Janus und Termi-nus, propter initia et fines ihre Stelle erhaltenhätten (rer. div. 16 frg. 9 Agahd bei August, deciv.'DH 7,7), was 1 auf keinen Full·stimmen kann,da in einem mit dem Januar beginnenden Jahreder Februar mit den Terminalia nicht denSchluß bildet, und umgekehrt. Es ist ihm da-her auch, soviel wir sehen, keiner der Späte-ren auf diesem Irrwege gefolgt (allenfalls könnteAugust, de civ. Dei 4,11 deus unus sit ... inTermino terminator so gemeint sein).

Vgl. im allgemeinen F. Samter, Arch. f.Beligionswiss. 16,1913 S. 137144. Wissowa,Beligion u. Kultus d. Bömer 2 S. 136 ff.

[Wissowa.]

Terimmes, örtliche, eher männliche als weib-liche Gottheiten, welchen eine zu Friesach , zwi-schen Treibach = Matucaium und Neumarkt = Noreia (CLL III Suppl. Tab. VIII Ks), im Be-reich der römischen Provinz Noricum , nochvorhandene Inschrift geweiht ist, CZLIII5036:Termunibus Aue. (so statt Aug. = Augustis)sacr(um); Q. Calpurnius Phoebianus c(onductor)f(errariarum) N(oricarum) et Quintus CalpurniusPhoebianus iunior et (Q. Calpurnius) Charito-nianus fili(i) restituerunt curante C. lul(io) Her-meteproc(uratore). Das Weihdenkmal hatte alsoerneuert ein Staatspächter der Eisengrulen inNoricum mit seinen beiden Söhnen durch Ver-mittlung eines Geschäftsführers des Gruben-betriebes. Ihm, Bonner Jahrb. LXXXIII S. 101verwirft mit Recht eine Erklärung von T. alsBeinamen der Matres. Holder, Altcelt. Sprachsch.

II S. 1797 f. führt den Namen als keltisch auf.Die Benennung als 'kaiserliche (Aug.) ist auchfür provinziale Orts- oder Landesgottheiten üb-lich, so Epona Augusta gerade in Inschriftender Donauländer, vornehmlich Noricum , CIL

III 3420. 4770. 4784. 5176. 5312, vgl. noch z. B.CLL XIII 3071 ( Esperandieu, Becueil IV nr.2978): Aug(usto) Budiobo sacrum und 5912:Aug(usto) Borvoni (anderswo ist die Weihungfür den Augustus von der Weihung für dieprovinziale Gottheit ausdrücklich gesondert).

Doch wäre übrigens sprachlich nicht un-möglich eine Deutung Termunibus = Terminis.Denn der Wechsel von i und u ist im Latei -