Band 
Fünfter Band. T.
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387-388
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387 Terpon

' Homerischen Becher aus Boiotien mit derDarstellung der Begnadigung des Säugers Phe-mios durch Odysseus auf Fürsprache des Tele-machos stand vielleicht der Name ΤΕΡΠΙΑΔΗΣ,G. Bobert, Homerische Becher ( 50 BerlinerWinckelmannsprogramm) S. 18; vgl. die Abbil-dung auf S. 14. Vgl. Terpiades. [Höfer.]Terpon (Τέρπων). 1) Ein in Antibes (Anti-polis in Gallia Narbonensis ) im Jahre 1866 ge-fundener Stein von dunkelgrün-schwärzlicher ιFarbe trägt die Inschrift: Τέρπων είμι 9εΰς&εράπων βεμνής Αφροδίτης. Τοΐς δέ χαταατηβαοιΚνπρις %άριν άνταποδοίη. (Die irrige LesungΤερπνών [ Kaibel , Epigr. 784] hat Kaibel, Praef.17 selbst korrigiert; ebenso beruht wohl auchauf einem Irrtum die Schreibung Πρέπων (so!)Bev. arch. 27 [1874], 191), 1. G. 14, 2424. Anth,Pal. ed. Cougny 3, 1, 49. Ernst Hoffmann,Sylloge Epigr. Graec. 164 ur. 323. Die Inschriftgehört nach Ausweis der Buchstabenform dem 2fünften Jahrhundert v. Chr. an, Heuzey, Comptesrendus de lAcad. des inscr. et belles-lettres 1874,62. Gh. Lentheric, Laprovince maritime ancienneet moderne 453ff. Während Froehner, Bev. arch.N. JS. ,8., annep J5. t vo,l. (1ξ67), ^6^ ip Je^pop ,den Träger eines Personennamens, eines Kult-beamten der Aphrodite erblickte und in demStein die Basis der Statue, die man diesemgesetzt habe, schloß H Bazin, Le galet inscritdAntibes, offrunde phallique ä Aphrodite (Paris 31885) = Annales du Musee Guimet 10, 1 ff. (nachBericht von B. Mowat, Bulletin cpigraphique5 [1885], 265) aus dem Umstand, daß derStein, der die Inschrift trägt, oine phallischeForm zeigt, daß der Stein, d. h. der Phallos,unter dem dezenteren euphemistischen NamenΤέρπων der Aphrodite gewidmet worden sei.Ähnliche Deutung findet sich bei A. Fick, Vor-griechische Ortsnamen 146, nach dem der Steingleichfalls ein Phallosidol ist, vielleicht ein 4Fetisch umwohnender Barbaren, von griechi-schen Ansiedlern aufgestellt und mit Inschriftversehen (vgl. auch Gruppe in Bursians Jahres-ber. 137 [1908], 622. Supplementband. Willi.Schulze, Gott . Gel. Anzeigen 1896, 255). Ileuzey,Comptes rendus a. a. 0. 6 2 ff. Derselbe, La pierresacree dAntipolis in Memoires de la soc. nat.des antiquaires de France 35 (1874), 99 ff. [ da-selbst p. 103 Abbildung des Steines]; ebensobei Desjardins, Geographie de la Gaule Bom. 52, 177 und Corr. hell. 8 (1884), 162 (vgl. auchTheod. Bemach, Bev. arch. 34 [1889], 335) hältden Stein für einen Gegenstand des Kultusselbst, für einen Steinfetisch, wie etwa der Steindes Eros in Thespiai , der αργός Χί&ος, gewesenist. Paus. 9, 27, 1. Boscher, Myth. Lex. 1,1341, 2 ff. Da Eros bei Plato Sympos. 203 Cθεράπων Αφροδίτης heiße (so hat ihn übrigensschon Sappho [frgm. 74 Bergk 4 ] genannt), sowerde man auch hier unter dem θεράπων 6Αφροδίτης genannten Terpon eine lokale Be-zeichnung des Eios oder einer ihm verwandtenGottheit, wie Himeros, Pothos zu verstehenhaben (vgl. auch Gruppe , Gr. Myth. 775, 1)oder einen Dämon, der den vom Komiker Platon bei Athen . 10, 441 e f. genannten priapeischenDämonen wesensgleich sei. 2) Nun findetsich Τέρπων wiederholt als Name von meist

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ithypallischen Silenen oder Satyrn, und esliegt die Annahme nahe, daß der Name demSteinphallos bzw. Steinidol von Antibes ent-nommen ist, Heuzey , Corr. hell. 8, 162. NachTU. Schulze a. a. 0. 255 ist Τέρπων gewisser-maßen Kurzform zu τερπότραμις, das Telekleides{Com. Frgm. 1, 224 nr. 66 K) bei Photius (p. 579,8 Pors) in der Bedeutung von η τωνΑφροδι-βίων τέρ-ψις gebracht hat. Als Satyrname findet,sich Terpon auf folgenden Schalen: a) Schaledes Brygos (abg. Monum. dell Inst. 9, T. 46.Wiener Vorlegeblätter 8, 6. Harrison-Maccoll,Greek vase paintings Taf. 27. Furtwänghr undBeichhold, Griech. Vasenmalerei Taf. 47 [vgl.Serie 1 Text 239]): vier Satyrn, unter ihnenTerpon, unternehmen einen zudringlichen An-griff auf Hera, zu deren Verteidigung Herakles herbeieilt, während Hermes die Lüsternen zurVernunft mahnt, L. Urlichs, Der VasevmalerBrygos (<« Progr. des v. Wagnerschen Kunst-instituts 1875) S. 5. Heydemann , Satyr- undBakchennamen 15 nr. Η. ΤΓ. Klein, Die griech.Vasen mit Meistersignaturen- 183 nr. 8." CecilH. Smith, Cat. of greek vases in the Brit. Mus.?, §3 pr.,E,65, (Jhqrlpttq Eräfnkfl ,, Sytyr- ,vndBakchennamen auf Vasenbildern 90 nr. c (vgl.S. 30). Man führt die Darstellung der Brygos-schale gewöhnlich auf ein Satyrspiel zurück,Urlichs a. a. 0. Dümmler, Rhein . Mus. 43(1888), 358. Kleine Schriften 3, 29. E. Bethe,Prolcgomena zur Gesell, des Theaters im Altert.76. E. Reisch, Festschrift Theodor Gomperz dar-gebracht 459 (vgl. jedoch auch G. Körte beiBethe a. a. 0.342 Anm. 1). b) Schale im Louvre,die wohl dem Oltos zuzuweisen ist: der SatyrTerpon (auf der Vase steht T6POTTON) packteine Mainade, die ihn abzuwehren sucht, Ca-tologhi del Museo Campana 1: Catalogo delleSerie 47 nr. 691. Heydemann. a. a. 0. 31 nr. η.Ch. Fränlcel a. a. 0. 88 nr. V. IV. Klein a. a. 0.135. P. Hartwig, Meisterschalen 72 Taf. 6.Harrison-Maccoll a. a. 0. Taf. 31. c) Schaledes Euxitheos (abg. Monum. dell' Inst. 10,23.24. Wiener Vorlegebl. D Taf. 1. Ifarrison, Pro-legomena S. 367 Äbb. 114): im Gefolge des aufeiner Quadriga stehenden Dionysos befindensich nebst zwei Mainaden der leierspielendeSatyr Τέρπης und der flötensp.ielende SatyrΤέρπων, Heydemann a. a. 0. 30 nr. y. Kleina. a. 0. 136 nr. 2 B. Ch. Fränkel a. a. 0. 88 nr. U. d) Vase in München : Ein Satyr preßt m.t bei-den Armen einen Weinschlauch, aus den derWein in eine Amphora strömt, 0. Jahn, Be-schreibung d. Vasensammlung König Ludwijs 331p. 18, der freilich unter Zustimmung von Eeyde-mann, Annali 1875, 260 in der Inschrift ΣιΧα-νός Τέρπων ηδνς δ οίνος ΣιΧανός nicht als ligen-name faßt, sondern αιλανος erklärt als ,,Quell-sprudel' 1 (eine Bedeutung, die freilich nur ausrömischen Schriftstellern bekannt ist). Dochberuht die Lesung Jahns auf Irrtum: stait Σι-Χαν'ος steht auf der Vase ΣιΧενός: Klein, Griech.Vasen mit Lieblingsinschriften 65 2 , nr. 3. Damitist die bereits von Theod. Reinach, Bev. amh. 34(1899), 336 ausgesprochene Deutung, daßTorponauch hier Name eines Satyr ist, erwiesen; vgl.Ch. Fränkel a. a. 0. 88 nr. W. [Höfer.]Terpsichore (Τερψιχόρα, -η], Literatur ge-