411 Teukros (Sohn des Telamon)
46, 237. Alle andern einschlägigen Tragödiensind verloren: Aischylos ’ "Οπλων χρίβις nndΘρήσααι (Welcher, Tril. 440 f. und Kl. Sehr.
2, 276), Astydamas des Jüngeren Αίας μαι-νόμενος, Kcirkinos' und Theodektes' Αίας ( Welcher, Gr. Tr. 1060, 1073), ferner LiviusAndronieus' und Ennius’ Aiax (Ribbeck, R.Tr. 26, 131 f.), Pacuvius nnd Accius' Artno-rum iudicium (218 f.; 368 £), Iulius Caesar Strabos Tecmessa (614) und Kaiser Augustus ’ ioAiax. Von deu zahlreichen Τενχρος oderTeucer betitelten Stücken behandelten wohldie meisten seine Heimkehr (s. u.); nur ineinem von Aristoteles (Rhet. 2, 23 p. 1398 b 8;
3, 15 p. 1416 b 1) erwähnten Τενχρος, der mehr-fach dem Tragiker Nikomaehos zugeschriebenwird (Welcher 1013f.·, Ribbeck 374f.), entspannsich ein heftiger Wortstreit zwischen ihm undOdysseus : letzterer wies die Beschuldigungjenes, er habe den Aias im Walde ermordet, 20siegreich zurück, ein Stoff, den später dieRhetorschule fleißig bearbeitet hat ( Quintil.
4, 2, 13; Cornific. ad Herenn. 1, 11, 18).
Wie andere griechische Führer, rüstet auch
ieri seine Mannen igegem die* AmaeonenköniginiPenthesileia (Tzetz. Posth. 83f.); nach seinereigenen Erzählung erntet er dabei Lob durchdie Tötung vieler Feinde (Cramer, Anecd. Paris .
2, 218); auch an der Bekämpfung Mein non sund seiner Inder und Athiopen nimmt er teil 30(2, 219 f.) und wird mit Entsetzen Augenzeugeder Ermordung Achill! durch Paris (220 f.).Sodann gehört er zu den Helden, die sich imHölzernen Rosse verstecken (Quint. Smyrn.
12, 322. Triphiod. 170. Tzetz. Posth. 645); andem Bronzebild des Pferdes auf der athenischenAkropolis sah man, wie sich Menestheus, Teu-kros und die Söhne des Theseus, offenbar imBegriff es zu verlassen, herausneigten (Paus. 1,
23, 8; s. u.). 40
Seine Treue gegen den Bruder findet beider-Heimkehr nach Salamis , die vielleichtschon in den Νόβτοί des Epischen Kyklos er-zählt war (Welcher, Gr. Tr. 191), einen üblenLohn und erspart ihm nicht den schlimmstenEmpfang durch den Vater. Die Erinnerung andessen unerbittliche Strenge hat, die Söhnewährend des ganzen Krieges begleitet (s. d.Art. Telamon Sp. 223 £). So gewäi tigt Teukrosan des Bruders Leiche den Vorwurf des zor- 50nigen. Alten, aus Feigheit oder gar aus Tücke,um nunmehr als alleiniger Erbe auftreten zukönnen, habe er Aias im Stiche gelassen (Soph.Ai. 1008 f.); gilt er doch auch der auf ihn er-bitterten Kassandra als όπατρίον φονενς (Lyk.AZ.453, nach der besten Lesart; vgl. auch Tzetz. u.Schol.). Überdies verargt es ihm der Vater, daßer nicht wenigstens die Asche des Aias mitge-bracht habe (Serv. Aen. 1, 619). Die unglückse-lige Heimkehr behandelten Aischylos ’ Σαλαμί- 60νιαι, das dritte Stück der einen TrojanischenTrilogie (Äschyl. Tril 439f.; s. 0 .). Einen Hin-weis auf diese Tragödie erkennt man bei Aristo-phanes , Βατρ. 1041, in dem für den Heldencharakteristischen Ausdruck Τεύχρων &v-μολεόντων, was, nach dem vorhergehendenΠατρόχλων, nur heißen kann: „löwenmutigerMänner wie Teukros“. Für Ennius’ Telamo
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ist kein griechisches Original nachweisbar;nach den Bruchstücken ist der Inhalt klar:
„es stand einem argwöhnischen greisen Vaterein unschuldig geschmähter Sohn gegenüber,tapfer und großmütig das Unrecht ertragend“(Ribbeck, Röm. Dichtung l 2 , 31; vgl. R. Tr. 133f.).Iin-jSodann war dieser die Haupt- und Titelper-tuJlson in Sophokles’ Τενχρος (Welcher, Gr. Tr.
191 £), einem Stück, das weniger aus denFragmenten als aus einer freilich auch ver-lorenen, aber im Altertum berühmten Nach-dichtung, dem Teucer des Pacuvius , be-kannt ist (Ribbeck, R. Tr. 223 f.; R. D. 1 s ,
168 £). Teucer hat dem Vater nicht nur denTod des Bruders, sondern auch den Verlustvon dessen kleinem Sohne Eurysaces zu er-klären, der ihm auf einem andern Schiffe imSeesturm abhanden gekommen ist; Telamoaber „sagt sich, ehe er nicht den verlorenenEnkel wieder hat, von dem Bastard, der seinenStamm vernichtet habe, los und stößt ihn indie Verbannung“. Für den Verstoßenen ent-zündet die schwererregte Mutter einen hef-tigen Parteikampf der Freunde, die den Altenivom Throne stürzen wollen: da tritt hochherzigund pietätvoll Teukros selbst für den Vaterein und verläßt die Heimat freiwillig mit derLosung: Patria est ubicunque bene est (Ribbeck,
R. Tr. 231; vielleicht nach Sophokles ’ Drama;vgl. auch Ar. Plut. 1151). Ions Τενχρος (Welcher953), Euaretos’ gleichnamiges Stück (C. I. A.
2, 973, 7) und Livius Atulronicus’ Teucer (Rib-beck 40) liefern in ihren Resten und Erwäh-nungen keinen Ertrag; über den wesentlichandern Inhalt von Nikomaehos’ Τενχρος s. o. —
Die Bucht Phreattys am Peiraieus , wo er voneinem Schiffe aus seine Reden gehalten habensollte, diente noch später dem schon einmalfreigesprochenen Angeklagten als Verteidigungs-stätte (Paus. 1, 28, 12; vgl. Ji. H. Lipsius, Att.Recht u. Rechtsverfahren 1, 130 A. 32).
So zieht er denn in die Ferne. Sein Auf-bruch gewinnt ein feierliches Gepräge bei Hör. C.
1, 7, 21 f. Zuerst begegnen wir seiner Spur inSidon , wo Dido, lange vor ihrer Flucht nachLibyen , von ihm Trojas Fall und die Helden-taten der Griechen wie der Troer erfährt ( Verg.
Aen. 1, 619f.). Mit Hilfe ihres Vaters Belus,des Königs von Phönicien , erobert er daraufCypern (ib. 621 u. Serv.)·, zunächst landet erdort an einer seitdem als Αχαιών άχτή be-zeichnten Küstenstelle (Strab. 14 p. 682) undbenennt die von ihm neugegründete Stadt nachseiner heimatlichen Insel Salamis. Seine Aus-wanderung und Ankunft auf Cypern: MarmorParium, Ep. 26, p. 10 Jacoby: άφ’ ου [ϋαλα-μΐνα την fy] Κνπρω Τενχρος ώιχιβεν, ίτη ί
ΡΗΗΗΗΔΔΔΓΙΙ1 (— 938) βασιλεύοντος Άϋ-ηνών I
Αημοψώντος. Pind. Nem. 4, 46 u. Schol. Aisch. 1
Pers. 895. u. Schol. Soph. Ai. 1019 f. u. Schol. \
Eur. Hel. 147 f. Isohr. 2, argum.·, 3, 28; 9, 18 f. j
Paus. 8, 15, 7. Menandr. ΐπώ. bei Spengel, ;
Rhet. Gr. 3, 357. Tzetz. Lyk. 447 f. u. Schol. i
Eustath. II. p. 285, 14. Cic. Tusc . 5, 108; d. J
Or. 2, 193. Ov. Met. 14, 696 f.; 760. Pont. i
1, 3, 80. Veil. 1, 1. Tac. Ann. 3, 62; lustin. j
44, 3, 2. Dict. Cret. 6, 4; vgl. auch Engel, ’
Kypros 1, 212. An den neuen Wohnort bringt :j