Band 
Fünfter Band. T.
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Theras

Th eras

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eine Verschmelzung des Kagveiog mit einemAvxsiog sein, unter welchem Namen Apollonz. ß. in Argos und Sikyon (allerdings wohlvordorisch) verehrt wurde (Lykeios auf Thera :I. Gr. I. 3, 389). Der Träger des neuen Kultesgälte dann naturgemäß als sein Sohn. Aberdie Wortzusammensetzung macht Schwierig-keiten ( Malten, Kyr. 114, 3), und eine andereSpur wird uns richtiger führen. Nach Pindar ,Pyth, ö, 75 ff. haben die Aigiden den Kult desKarneios von Thera auch nach Kyrene getragen,was auch Kallim. hymn. 2, 72 ff. meinen wird,obwohl er den Aristoteles = Battos nennt, dessenBegleiter eben Aigiden waren. Gewöhnlichschließt man (z. B. Maaß 369) aus Kallim. 74 f'.ix yiv es JL7td(izrjg exrov yivog Oldiitodao rjyaye0rjgaiijv ig ocitoxzißiv ix Si es 0ygt]g usw.mit dem Scboliasten z. St., Th. habe den Kar-neioskult nach der Insel gebracht, doch nichtganz zwingend, denn Th. ist Nachkomme desOidipus im 5., nicht im 6. Gliede (die gleicheUnstimmigkeit bei Paus. 4, 3, 4); streng ge-nommen könnte man aus Kallimachos eine nachTheras erfolgte Überführung des Kultes her-auslesen, wie aus Herodots Angabe. WennHiller v. G. 1 , 152. 3, 60 auf Grund von zweiEpigrammen der Kaiserzeit, I. Gr. I. 3,868. 869schließt, daß die Priester des Karneios sich VonTh. herleiteten, so weist der Ausdruck Aaxs-Saiyovog ix ßaeilrjtov durchaus nicht direktauf Th., sondern vielleicht auf die Aigiden, soStudniczka, Kyr. 95, anders und kaum richtigMaaß 369. Multen 170 ff nimmt an, daß dieWanderung der Aigiden nach Thera im 6. Jahr-hundert stattgefunden habe und seitdem derspartanische Einfluß dort gestiegen sei. DasAdelsgeschlecht habe den Eponym Th.,denMann von Thera, überhaupt erst nach Sparta gebracht und mit seinem Stammbaume ver-knüpft, er bilde das Bindeglied zwischen spar-tanischen und theräischen Aigiden und alsKadmossproß auch zwischen Theben und Sparta .Diese Hypothese steht auf schwachen Füßen.Hätten die Aigiden wirklich so stark auf dieTradition eingewirkt, so würden sie sich selberwohl eine entscheidendere Rolle bei der Grün-dung der theräischen Kolonie zugeteilt haben,denn nur Pindar erwähnt ihre Wanderung, ausHerodot muß sie erst erschlossen werden. Auchist es Malten 176 ff. m. E. durch sophistischeInterpretation von Pind. Pyth. 5 nicht gelungen,die offenbare Meinung des Dichters zu ver-dunkeln, daß die Aigiden ihren Gentilkult, dieKameen, sowohl nach Thera wie nach Kyrene mitgebracht haben (Studniczka, Kyr. 92, Gott,gel. Anzeig. 1901, 542, Maaß, ib. 1890, 369).Dann aber hätte er die Wanderung der Aigi-den nach Thera um mindestens 100 Jahre zuspät angesetzt, denn Kyrene wurde 631 vonThera aus besiedelt.

§ 7. Wesen und Bedeutung des The-ras. Die Person des Th. weist keine charakte-ristischen Züge auf. Er ist Vormund seinerNeffen, ähnlich wie Lykurgos Plut. Lyc. 3, 1,erfährt mancherlei Gegnerschaft auch wie Ly-kurgos und verläßt wie dieser das Land, Plut'.I. I. 3, ö. Seine Abneigung, sich von andernbeherrschen zu lassen, teilt er in der sparta-

nischen Geschichte mit Dorieus, dem Stiefbruderdes Kleomenes ( Herod. 5, 42), der auch spar-tanisches Volk als Kolonisten über See führte.Hiller v. G. 1 , 148 meint, daß, nachdem dieDorisierung Theras von Kreta oder Argos auserfolgt sei, später eine Annäherung an Sparta stattgefunden und ein Theräer des Th. Ge-schichte in Anlehnung an des Dorieus Zug nachLibyen (Her. 5, 39 ff.) erdichtet habe. Aberdieser Zug, der doch nach Westen geht (vonHiller merkwürdigerweise über Thera geleitetwegen Her. 5, 42) und unglücklich endet, er-scheint dafür zu spät, 515 v. Chr. oder nachKiese, Herrn. 42, 454 noch später. Vor seinerAbfahrt stiftet Th. in Sparta ein Heiligtumder Athena, Paus. 3, 15, 6. wie Studniczka,Kyr. 72 annimmt, der ύρχηγέζις, wie auch Kad-mos, als er Thera besiedelte, Altäre des Posei-don und der Athena weihte nach schol. Find.Pyth. 4, 11 (am Markte? Hiller v. G. 3, 571'.).Über seine Tätigkeit auf Thera erfahren wirnicht viel mehr, als daß er der Insel ihrenneuen Namen gibt, wofür ihm die Theräer vvvhi κατά hog έναγίζονβιν ώς oixiczy Paus. 3,1, 7 f. 15, 6. 7, 2, 2. In einem polygonalen Baue,der sich über ältesten Weihinschriften erhebt,scheint der Name Θήρας zu stehen, Hiller υ. G.1, 150. 284. 3, 67. 1. G. I 3, 382. Auch ist viel-leicht der sogenannte Christosbau (nach Weil)i für Th. in Anspruch zu nehmen, s. Hiller, Thera1, 203. Daß sich die Könige Theras auf Th.zurückleiteten, bezeugt Her. 4. 150. Wer warTheras? Es scheint auf der Hand zu liegen,daß der Oikist lediglich zu dem Namen derInsel erdichtet ist. So meint in der Tat Stud-niczka, Kyr.67, daßder Eponymos dem Stamm-baume der Aigiden vorgeklebt ist. Daß vieleInselnamen des ägäischen Meeres mit denenihrer Besiedler gleichlauten, ist eine bekannteErscheinung, z. B. Paros, Naxos, Mykonos , vgl.Steph. Byz. s. m. Aber bei Th. liegt die Sacheetwas anders. Θήρα und Θήρας haben einedurchsichtige Bedeutung: Jagd und Jäger, diebei der Sagenbildung schwerlich unberück-sichtigt geblieben ist. Studniczka 68 gibt zu,'daß der Sohn des Th. Oiolykos einen echt my-thischen Namen trägt; warum also nicht derVater? Wir werden uns in den Kulten derKolonisten, die Th. führt, nach mythischenJägern umsehen dürfen. Die Minyer habenalten Hadeskult gehabt, Euphamos, einer ihrerepischen Vertreter, ist am Tainaron zu Haus,wo ein Eingang zur Unterwelt ist, und be-zeichnet in seinem Namen selber den Herrscherdes Totenreichs. Die Vorstellung des Hades alsgroßen Jägers (Ζαγρενς) ist den Dichtern ver-traut (Preller-(Robert, Gr. Myth. I 4 , 805, 2) undspiegelt sich in mancherlei Sagen wider, diean den Küsten des saronischen Golfes lokali-) siert sind und auch ins Binnenland reichen,wo einst Minyer gesessen haben. Wenn wir dieAbkömmlinge des Th., die Aigiden, der Sagefolgend aus Theben stammen und Kadmeersein lassen, so war ihnen ein Kult des Ares ausihrer Heimat altererbt. Nun wurde zwischenSparta und Therapne ein "Αρτ,ς oderEvvahogΘηρείζας verehrt, der sehr wohlder Jäger (s d.)sein kann, wenn auch sprachlich eine Gleich-