Band 
Fünfter Band. T.
Seite
1219-1220
JPEG-Download
 

1219

Troilos

Troilos

1220

des Rhesosabenteuers (ob. Art. Bhesos Bd. 4, Sp.104f.) die entgegengesetzte Richtung aufweist.Als Füllung diente hier das Zelt des Thrakers,dort die Andeutung des Heiligtums.

Erst bei den späten Autoren der Postliome-rica hören wir wieder etwas von einem Kampfe.Ohne nähere Umstände bei Qu. Smyrn. 4, 431unter Aufzählung (155) der Opfer Achills : Tele-phos, Kyknos, Polydor, TqwUov ürfftov, Aste-ropaios, Lykaon, Hektor, Penthesilea , Memnon.Die Waffen des gefallenen, sehr jugendlichenTr. gibt Thetis 4, 418 dem jüngeren Aias ; nachdem Vorgang einer Dichtung, wo sie AchillsWaffen als Preis der Tapferkeit aussetzt: Tzetz.Lyk. 287; Schol. Hom. Sl 251. Bei Diktys undDares ist Tr/s Auftreten mit dem des Memnonverknüpft, welches ja wie das der Amazoneim ep. Zyklus sich unmittelbar an die Ilias,also Sl (s. oben), anschloß; nicht ohne bestän-diges Anklingen alter Motive. Bei Diktys, Phi-lostrats Zeitgenossen ( Bethe, Herrn. 52 [1917],618 ff.), tötet Achill den Hektor aus dem Hinter-halt, 3, 15. Lykaon und Tr. werden von Achill gefangen und auf dessen Befehl geschlachtet,4,9, der selber einige Tage darauf durch Meu-chelmord fällt. Bei Dares ist Tr. nach Hek-tors Tod der heldenhafte Anführer, er ver-wundet den Achill; aber (33): equus vulneratusvorruit, Troilum implicitum excutit. Achill eiltherbei und tötet ihn mit dem Schwerte; vgl.Bildw. A3, B, C. Große Trauer um Tr. undMemnon , herrliche Grabmäler für jeden derbeiden; ähnlich Diktys. Vgl. auch Tzetz. u. Ma-lalas, Scheer Lyk. 2 zu 307; dort ist Tr. jung,aber gshxyxQOVs wxl ßa&vyt'veiog.

Das Grabmal (Abb. 1) mit der Pfeilerauf-schrift TPQIAO — nur die weibl. Figuren sindstark ergänzt, s. Bemach, Peint. d. vas. p. 101mit Lit. — stellt sich dem bekannten Oedipus-grab, Bobert, Oed. 2 ff., an die Seite und mußseit Soph. in der Literatur vorgekommen sein.

Gleichwie dort han-delt es sich gewißum freie Gestaltungeines wirklich exi-stierenden Heroen-grabes , eine Tat-sache , woran sichnichts ändert, wenndie Oedipusverseauf andere Heroenübertragen wurden,oder ein Vasenbild(.Millingen 18) demPhoinix, ein ande-res dem Idas ( Tisch-bein 4, 7,19, Inghi-rami, Mon. Etr. 5,31) ein ähnlichesPfeilergrab zuer-teilt. Man kennt das7fo?BenscheGrabmaldes Ilos nördl. vonder Stadt, das desLaomedon am oderim Skäischen Tor,Abb. 1. Von einer Kalpis im Seil). A. 2, 13. Wa-Louvre; nach Millingen, /).coll. ]7. rum sollte nicht in

Thymbra ein solches existiert haben. Auf dieTumulusform des βωμός einer sf. Vase (Bildw.A 3) ist gar kein Gewicht zu legen. Wennjedoch Lykophr. 307 sagt: χαρατομη&ζίς τύμβοναίμάξης πατρός (d. i. Apolls), so hilft uns desSchol. bereitwillige Erklärung = βωμόν nichtüber den Verdacht hiuweg, Lyk. habe seineKenntnis von einem wirklichen Grabmal an-deuten wollen.

io In der Sage selbst müßte die enorme Ent-fernung auffallen, die Thymbra (s. die Karteb. Dörpfeld, Troja-Il. Taf. I) von dem Griechen-lager trennt, wenn dieses am Hellespont , beiKum Kaie, gesucht wird. Aber diese letzte An-nahme hat sich nicht bewährt: s. Brückner,Arch. Anz. 1912, 616. Von Achills Lager wenig-stens ist es jetzt erwiesen, daß es ursprüng-lich nicht am sog. Achilleion bei Kap Sigeion,sondern viel weiter südlich anzusetzen ist, ah

20 der Besikabay, mit Besika-Tepeh als echtemGrabhügel des Achill (im Sinne der troischenSage). Von den dortigen Höhen aus (vgl. Hom.T 189) konnte Achill das Ausreiten des Königs-sohnes leichter beobachten und Thymb:-a ra-scher erreichen als von dem diameätra. ent-gegengesetztenNordkap. Sage und Kuiust rückendie Lokalitäten natürlich noch viel (enger an-einander und nehmen an, daß man von derBurg aus die Untat gewahren koniite (ohne

30 damit übrigens die späte Tageszeit auszu-schließen). — Wir haben die ThymbräischeÖrtlichkeit in der den Proklos ergänzendenEpitome unangetastet gelassen und damit hof-fentlich ein integrierendes Element des vor-homerischen Liedes gerettet. Man kann mitder Annahme von Interpolationen (z. B. ausder Ilias ) bei diesen Exzerpten nicht vorsichtiggenug sein. B. Wagner selber, dem verdienst-vollen Entdecker der Epitome, der diese Mah-

40 nung für die Epit. ausspricht, Bh. M. 46, 402,ist es begegnet, Ep. 301, in einer richtigenKypriewpartie der praef. Borbonica § 8 p. 298,den dortigen Troilos für den homeri sehen zunehmen.

Bildwerke.

A. Schwarzfigurige Vasen. 1. Achill, demTr. auf lauernd. Mit sichtlichem Vergnügenhaben die archaischen Topfmaler dargestellt,

50 wie der gewappnete Held (meist rechterseits)hinter dem Brunnen hockt, sprungbereit, undvon der anderen Seite her ahnungslos Polyxena zum Wasserschöpfen sich anschickt, währendder Knabe heranreitet, mit einem zweiten Pferdneben sich; dieser stets unbewehrt bis aufkurzen oder langen Stab oder Speer (1—2).Dem Mangel eines wirklich deckenden Ver-steckes, der fast drollig wirkt, suchen manchedurch einen Baum oder -Busch nachzuhelfen.

60 Den Brunnen bildet ein schmales pfeilerartigesFelsstück oder eine Säule mit Löwen- oderPantherkopf oder einfacherem Wasserspeier;selten ein aufgemauerter Pfeiler. Das kleineQuellhaus des 'kyrenischen’ (spartan.) Deinosist eine Ausnahme (ob. Bd. 3, 2, Sp. 2726, Abb. 3).Erhöhten Felsboden beim Felsenquell bietetunter der kauernden Figur Brit. Μ. B 324 (ob.Bd. 3,2, Sp. 2726, Abb. 2, vgl. 7) nicht ohne

! I

I I I I I I I t I t I I I I I I

II II t I I I I I I