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Fünfter Band. T.
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1287-1288
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Turan

Turia

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dessen Beisehrif't erloschen ist und neben demdie tu[ran] steht. Die vierte Hauptgruppe bil-den die Spiegel des trojanischen Sagenkreises.Der erste derselben {Fahr, suppl. 3 nr. 308) ent-hält die Eierszene zwischen Tyndares (tuntle)und Leda (latva), die ich s. v. pultuce be-schrieben habe;' turan ist als Zuschauerin an-wesend. Der zweite {Fahr. nr. 479) zeigt Kal-chas, der die Dioskuren umschlungen hält,turan und Minerva als Seitenfiguren. Alsdrittes Sujet dieses Kreises haben wir die Wer-bung des Menelaos (menle) um die Helena (elina), von der turan unterstützt. Die Dar-stellung des Spiegels (Fahr. nr. 1064) ist diese:rechts sitzt Menelaos , im vollen griechischenWaffenschmuck, und reicht der ihm gegenüber-sitzenden Helena , die ihm die Arme entgegen-breitet, ein Halsband: turan steht zwischenbeiden und redet auf die Helena ein. Alsviertes trojanisches Sujet finden wir (Garn.nr. 772) das Urteil des Paris: Dieser selbst(ala^sntre) sitzt unter einem Baum, und diedrei Göttinnen (turan, uni und [mejnrva) reprä-sentieren sich ihm. Als Kupplerin zwischenParis und Helena finden wir die turan aufeiner vierten Spiegelgruppe, die aus dreiSpiegeln besteht. Auf dem ersten {Fahr. nr.2495) sitzen elsntre und elina einander gegen-über, letztere mit einem Spiegel; zwischenbeiden steht turan und redet auf die Helenaein. Auf dem zweiten (Fahr, suppl. 2, nr. 93)sitzt ela^santre neben elinei, vor ihnen stehenturan und laran (Ares ) in Umarmung, vielleicht,um die Helena zur Nachahmung zu reizen.Auf dem dritten {Fahr. nr. 2726) haben wirelina im Wochenbett, ihr Töchterchen ermania(Hermione) neben sich; zu Häupten sitzt ela^-santre, am Fußende steht turan und redet aufHelena ein. Zwei weitere isolierte Sujets destrojanischen Kreises haben wir auf den Spie-geln Fahr. nr. 2726 t>i s , der von mir s. v. prisis.und Fahr. nr. 2346 bis b, der von mir s. v.gpulqpsna beschrieben ist. Auf beiden ist dieturan gegenwärtig. Ob auch der SpiegelFahr. nr. 2141 zur trojanischen Gruppe gehöre,ist nicht sicher. In der Mitte haben wir einLiebespaar, welches man gewöhnlich für Parisund Helena hält, aber eben dies ist nichtsicher: weder die Sachdarstellung, noch dieBuchstabenreste der Beischriften gehen genü- !genden Anhalt; links steht als Zuschauerin dieturan, rechts der maris turan, über den icham Ende dieses Artikels sprechen werde. Diefünfte Hauptgruppe bilden die Spiegel, aufdenen turan eine andere Frau schmückt. Diesist auf zwei Spiegeln (Fahr. nr. 2475 u. 2497)der Pall mit der maiavis^: diese sitzt aufbeiden Spiegeln, auf dem ersten steht mun-ihi# vor ihr und setzt ihr ein Diadem auf,turan steht dahinter, außerdem sind hinff-ial imit einem Spiegel und zipn[a], die das Haarder malavisj; ordnet, zugegen; auf dem zweiten,der nur drei Figuren hat, setzt turan selberder malavis^ das Diadem auf, und hinterletzterer steht die res^ualc. .ähnlich ist eindritter Spiegel (Fahr. nr. 2476 ter ), auf dem diesitzende turan der vor ihr stehenden ffalnaeinen Kranz aufsetzt. Ein sechstes und letztes

Sujet haben wir auf dem Spiegel Fabr.nr. 2033a :rechts sitzt die turan, links diemenrva; beideschauen aufmerksam einer zwischen ihnenstehenden dritten (aetpo oder pegpe oder wiesonst?) zu, die ein Taschenspielerkunststückmit kleinen Kugeln auszuführen scheint. Wieman sieht, sind die Darstellungen der turansehr mannigfaltig und sehr interessant. DieFigur der turan hat sich im jetzigen italieni-i sehen Volksglauben noch erhalten, wo sieunter dem Namen Turanna als 'the spirit oflovers of peace and of love, and the goddessof beauty ( Leland, Etruscan lioman Remains41) sich findet. Das Gebet, welches verliebteJünglinge in einem Walde an sie richten,lautet also: 'Turanna! Turanna! | che di beltäsei la regina! | Del cielo e della terra, di fe-li citä e di buon cuore! || Turanna! Turanna!

In questo folto bosco | Mi vengo a inginnoc-1 chiare | Per che tanto infelice | e sfortunatosono: | Amo una donna e non sono corri-sposto. I Turanna! Turanna! | A te mi vengoa raccomandare! | Le tue tre carte a volereScongiurare che quella | Giovane mi possaamare. || Turanna! Turanna! | Fallo per il beneche ai sempre fatto, | Sei stata sempre tantobuona generosa, | Sei buona quanto e bella, |Che di beltä sei la stella! Einmal erscheint(obon Fahr. 2141) auch ein männlicher maristuran. Es ist ein geflügelter Jüngling, mit Stirn-band und Chlamys angetan, der sich auf· einenSpeer stützt. Deecke (Ehr . Fo. 4, 36) deutet diesals 'Mars der Venus oder später (Etr. Fo. u.Stu. 2, 21) als 'puer Veneris. Das ist sicherfalsch (s. Pauli, Etr. Fo. u. Stud. 3, 155 undBugge, ibid. 4, 12), denn turan kann kein Ge-netiv sein. Dieser müßte turns heißen, so guter von laran larns heißt [Pauli, Etudes ded. äC. Lemans 228), und ist überdies nachzu-weisen. In der Inschrft Garn. App. nr. 582 =C. I. E. 4918 lesen wir: tite : eenate : turns,d. i. 'Tite Eenate, des Turan (Sohn). Und daauch laran (Ares) männlich ist, so ist auchnicht abzusehen, warum nicht auch turan mitderselben Endung solle männlich sein können.[Über turan: r vqccvvos s. unter Tiphanati, Schluß.]

[C. Pauli.]

Turg. Die mangelhaft überlieferte Inschriftvon Turgalium, CIL 2, 618, war Genio Tur-g(aliensium) oder Tur (galiensinm) geweiht.Turgalium, (jetzt Trujillo) ist eine Stadt derrömischen Provinz Lusitania, s. Kiepert, CIL 2,Suppl., Tab. I, KLgund Form. Orb. Antig. XXVH,Ed. Hübner, CIL 2 p. 74ff., vgl. p. 696 undSuppl. p. 822 ff. [Keune.]

Turgaliensis s. Turg.

Turia (turia) ist die etruskische Wiedergabedes griech. Tyro ( Deecke in Bezzenbergers Bei-trägen 2, 170, nr. 100), des Namens der Mutterdes Pelias und Neleus. Der Name ist nureinmal und zwar auf einem perusinischenBronzespiegel, belegt. Bezüglich der Literatur-angabe und der Beschreibung der dargestelltenSzene verweise ich auf meinen Artikel pelias(etr.). Was die etr. Endung -ia neben griech.-co betrifft, so haben wir ein Seitenstück diesesVerhältnisses in etr. uni d. i. Iunia neben lat.Iuno . [Vgl. auch C. 1. E. 80038008.] [C. Pauli.]