1293 Turmuea
lung, nur statt des Helmes ein Stirnband umsHaupt; vor ihr und ihr zugewandt haben wirden stehenden Herkules (hercle), mit demLöwenfell und einem Lendenschurz bekleidet,neben sich die Keule, in der Hechten einenDiskus (oder eine Schale?); rechts sitzt Her-mes (turmus) mit Chlaroys, Flügelhut undStab, die Rechte um die Hüfte des Herkulesgelegt, als ob er ihn antriebe. Es scheint, alsob Herkules der Minerva eine Bitte vortrageund Hermes ihn darin unterstütze. Auf demzweiten Spiegel tragen Haina und turms (Fahr.nr. 213 l J) dem tinia eine Streitsache vor (nä-heres darüber s. v. Haina ). Die Szene desdritten (Fahr. nr. 2471) ist sehr ähnlich, nursind die Rechtenden hier turms und apulu(vgl. s. v. tinia). Das vierte Sujet, auf nureinem Spiegel (Fahr. nr. 2499) dargestellt,zeigt uns den turm[s], mit Fiügelhut undSandalen angetan, wie er in der Rechten dieWage hält, auf der er das Schicksal desAchilles (a^le) und Aias (evas) gegeneinanderabwägt; rechts von ihm sitzt Apollo (aplu),mit höchster Aufmerksamkeit die Wage be-obachtend. Die fünfte Darstellung endlich,auf nur einem Spiegel (Fahr. nr. 2144), zeigtuns den Odysseus unter des Hermes (turms)Geleit in der Unterwelt, wo er mit dem Schattendes Tiresias sich unterredet (näheres siehe s. v.teriasa). An der Deutung des turms als Her-mes ist kein Zweifel, denn in allen Darstel-lungen wird die Identität durch Flügelhut undStab, obwohl dieser recht verschiedene Formenzeigt, gewährleistet. Nur von dem SpiegelFahr, suppl. 3, 311 gibt es, soweit ich weiß,keine Abbildung, und ich kann daher nichtbehaupten, daß der Gott auch hier durchFlügelhut und Stab bezeichnet sei. Das Ver-hältnis der Formen des Namens zueinander istdies, daß turms oder turms die eigentlicheForm ist, turmus aber einen Hilfsvokal ange-nommen hat, der, wie zumeist, die Klangfarbedes vorhergehenden Vokals zeigt. Die Gestaltdes turms hat sich im heutigen italienischenVolksglauben noch erhalten. Er trägt denNamen Teramo und ist der Gott der Diebeund Kaufleute und außerdem ein spirito messa-giero (Leland, Etruscan Roman Remains 6,25sqq.j, also genau dem Merkur entsprechend.[Die innres-Nummern bei Gerhurd-Körte, Etr.Spiegel, sind zusammengestellt von C. Thulin,Religionsg. Vers. u. Vorarbeiten 3, 1 (1906), 18Anm. 3. Zu herma und mercu : Mercurius s.ebd. und Herhig, Glotta 5, 248.] [ C. Pauli.]
Turmuea ist der etruskische Name einerAmazone ( Deecke s. v. hinthial). Der Nameist nur einmal belegt, und zwar auf einemKrater von Vulci , der veröffentlicht ist vonInghirami, Vasi fittili tav. CCCXC1X und Storiadella Toscana tav. LXXIV nr. 2/3; von Raoul-Rochette in den Ann. delV Inst. 1834, 274 sq.und den Monum. ined. 2, tab. IX; von Sec.Campanari in den Atti delV Accad. rom. d’archeol.7, 11, tav. II; von De Witte, Catal. Beugnot54—56 und von Fabretti , 6 . I. I. nr. 2147.Die Darstellung ist von mir s. v. pentasila be-schrieben worden. Dies hinHia | turmu | casbedeutet 'i/mjjjrj der Turmuea’ (vgl. Pauli, Etr.
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Studien 3, 28sqq.). Es fragt sich, wer dieseturmuea war. Der von Fabretti (gloss. 1866,s. v. turmucas) gegebenen Deutung ’sl'ScoXov(spectrum) Mercurii (Plutonis)’ kann man we-der sprachlich noch sachlich zustimmen, sprachlieh nicht, weil Mercurius auf etruskisch turms,aber nicht turmuea heißt, sachlich nicht, weilhinHia(l) stets die Seele eines Abgeschiedenenbezeichnet, nicht die Erscheinung eines Gottes,abgesehen davon, daß auch Mercurius undPluto nicht dasselbe ist, und abgesehen weiterauch davon, daß die mit der Beischrift tur-muca bezeichnete Gestalt eine weibliche ist.Für die Deutung von turmuea sind zwei Mög-lichkeiten, ja nachdem der Name etruskischoder aus dem Griechischen etruskisiert ist.Im ersteren Fall würde wohl sicher eine Ab-leitung von turms „'Eggijs“ vorliegen, undturmaca könnte, wie hinHial = „Wvxrj“, dieGeliebte des Amor und Begleiterin der Göttinturan, eine Übersetzung aus dem Griechischensein und müßte es wohl sein, da dochzweifellos ein griechischer Mythus vorliegt.Der griechische Name würde dann ein mit’Egg(o)- beginnender Frauenname gewesen sein.In dieser Richtung bewegen sich die Darle-gungen Bunscns (Arm. delV Inst. 1836,__ 176)und Corssens (S/i. d. Etr. 1, 272) und die Über-setzung Deeckes (Etr. Fo. 4, 92) durch 'Mer-curialis’. Aber auch die Möglichkeit liegt vor,daß turmuea nur lautliche Umformung einesgriechischen Namens sei. Bugge (in Deecke sEtr. Fo. u. Stu. 4, 33) sagt: 'Da Penthesileia die Königin der Amazonen war, muß man inturmuea einen einer Amazone geeigneten Namensuchen. Ich vermute *Aogigd%ri. Die Amazonenwurden ja von den Künstlern mit Speer dar-gestellt.’ Das wird im wesentlichen richtigsein, doch bleibt bei *z/o; .(.-[od. Aagi-]pd%ri einlautliches Bedenken. Griech. ä wird im Etruski-schen zu z oder H, und so hätten wir Hurmucazu erwarten. Etr. t hingegen entspricht griech. toder H, und so möchte ich in turmuea eher eingriech. Govgigdxri sehen (vgl. den Heroennamen® ovQigcc%og bei Fick, Personennamen * 393).Dieses griech. tSovgigdxr] würde lautgesetzlichetr. turmca geben und dann mit Hilfsvokalturmuea. So, und nicht durch Verdumpfungdes a (Bugge 1. c.), ist das mittlere u deretruskischen Form zu deuten. Es scheint sichum eine uns unbekannte Sage zu handeln.Die Forschungen zu ihrer Aufhellung würdensich also in der Richtung eines weiblichen Na-mens 'Epg (o)- oder einer Qovgigaxt] bewegenmüssen. [C. Pauli. |
Turnus (Tovgvog Dio Cass. frg. 3, 6. Tvggrj-vä s Dion. Hai. 1, 64, 2f.), König der Kutuler(s. Rutuli) in Ardea , war der Sohn des Daunus(s. d. Nr. 2) und Enkel des Pilumnus is. o.Bd. 3, Sp. 2508, 6. Bd. 2, Sp. 215, 51. Bd. 1,Sp. 948, 37). Als seine Mutter galt Venilia(Verg. Aen. 10, 76 u. Serv.), die man alsNymphe auffaßte oder mit Venus gleichsetzte(Wissowa, Bel. u. Kult. d. Röml S. 226; s. o.Bd. 2 Sp. 228ff.) oder auch unter Bezugnahmeauf den Namen Venulus (Verg. Aen. 8, 9 u.Serv. 11, 242. 742) als Stammutter einer etrus-kischen Gens Venilia erklärt (Cuno, Vorgesch.
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