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A. ist der umfassendere Begriff, unter denalles fällt, was geschieht, ohne beabsichtigtzu sein, während von τ. nur geredet werdenkann, wenn in irgendeiner Weise auf mensch-liches Gelingen oder Mißlingen, Wohlsein oderUbelbeflnden Bezug genommen wird: Leop.Schmidt> Ethik 1, 56 f., Zeller, Gesch. d. Ph. d.Gr. 2, 2 2 , 335 Anm. 2. Man vergleiche nochStob. ecl. phys. 1 , 6, 18 ( Aristoxenos ) und 19(Eurysos , dem das gefälschte Buch περί τύχηςzugeschrieben wird). Dabei bekämpft A. ähn-lich wie in der Metaphysik 1, 3 (984 b 14) dieAnsicht der alten Atomisten, welche die Ent-stehung des Weltganzen aus vielen einzelnenTeilchen durch den Zufall geschehen ließen,während sie ihm innerhalb des fertigen Welt-ganzen keinen Einfluß mehr auf das Werdenund Vergehen der Dinge einräumten. Daß esaber auch Philosophen gab, die entsprechendder populären Auffassung den Gedanken des :Schicksals mit dem göttlichen Wesen in nahenZusammenhang brachten, deutet er mit denWorten an (196 b 5): 'Es gibt einige, welchemeinen, daß die τ. eine Ursächlichkeit, aberals etwas Göttliches und Dämonisches dermenschlichen Einsicht unerkennbar ist.’ Wirkönnen hier gerade die Stelle aus Simplic. inPhys. 2, 4, 5 (9, 333 Diels) anfügen: έοιχε δέή μεν ώς περί ίύείον τίνος τής Τύχης ουβα δόξαχαϊ προ τον Αριατοτ-ίλους είναι παρά τοίς "El- :Χησι καί ονχ υπό πρώτων νομισ&ήναι Στωιχων,ώς τινες οίονται. Dafür führt Simpl. Platonals Zeugen an: Leg. 4, 709 B τύχας δ’είναισχεδόν άπαντα τά ανθρώπινα πράγματα * . . .&εός μεν πάντα καί μετά λλεοϋ Τύχη καί Και-ρός τά ανθρώπινα διαχνβερ νωσι ξύμπαντα.(Vgl. für Platon noch Leg. 4, 7, 57 E fhov xalάγα&ήν τύχην . . . έν ενχαις έπιχαλονμένονς, woaber das Pehlen des Artikels zwingt, von einerbestimmten Auffassung der a. τ. abzusehen; ■vielleicht noch Leg. 12, 946£ τή άγα&ή μοίραχαί τύχη έπιτρέτραντας. Im übrigen bietet eineDurchmusterung der bei Ast, Lex. Plat. 426gesammelten Stellen keine Resultate für unsereZwecke.)
Wenn Aristoteles als erster diese Unter-suchung angestellt hat, so hängt das mit derBedeutung zusammen, die jene Begriffe in-zwischen gewonnen hatten.
Seit Alexander hatte sich nämlich eineweitgehende Änderung der Lebensanschau-ungen vollzogen. Denn 'als das gesamte hel-lenische Staatengebäude zusammenbrach, nachden ungeheuren Erfolgen des makedonischenEroberers die Lage der ganzen Welt wie überNacht sich umgestaltete, dann weiter in denwilden Kämpfen der Diadochen und EpigonenSieg und Niederlage, Gewinn großer Reicheund tiefste Demütigung so plötzlich mitein-ander wechselten wie im Gewitter grelles Blitz-leuchten mit unheimlicher Finsternis, als auchdie Verhältnisse der einzelnen in ein unsicheresSchwanken gerieten, da meinte man in demwüsten Durcheinander nur noch das grausameund launische Spiel eines menschlicher Ver-nunft unteilhaftigen, gegen die Satzungen desRechts gleichgültigen Dämons des willkürlichenZufalls zu erkennen’ (Bohde, Boman 1 278
Tyche
und Wendland, Hellen.-römische Kultur 59 f.).Seine alles überragende Macht spiegelt sicham deutlichsten in der Neuen Komödie wider.'Immer wieder reden die Dichter von der Ge-walt der Tyche, der blinden, unseligen Herrinder Welt, deren vernunftlose, nur am ruhelosenWechsel sich belustigende Willkür nicht nurüber die Menschen, sondern selbst über dieGötter herrscht.’ ( Bohde a. a. 0. 279f.) — FürPhilemon und Menander einiges bei P. Wend-ler, Mediae ac recentioris comoediae atticaepoetae quid de dis senserint 16, 30f., 37 f. —Tyche ist Herrin der Welt: Men. frg . 482.483 Kock Παύσασ9ε νονν ϊχοντες' ουδεν γάρπλέον | άν&ρώποις νους έστιν άλλο τής τύχης,εϊτ’ ίστϊ τοΰτο πνεύμα &εϊον ε’ιτε νους. \ τοντέβτι τό χνβερνων άπαντα χαϊ βτρέψον | 5. χαϊσωζον, ή πρόνοια δ’ή ύλνητή χαπνός \ χαϊ φλή-ναφος . . . | πάν&’ όβα νοονμεν ή Χέγομεν ήπράττομεν, \ τύχη ’ατίν, ... — τύχη χνβερναπάντα, ταύτην χαϊ φρένας δει χαϊ πρόνοιαν την&εόν χαλεϊν μόνην, \ εί μή τις άλλως όνόμααινχαίρει χενοις.
Alle menschliche Vorsehung ist blind,alles ist der τ. unterworfen: Nicostr. frg. 19Kock τύχη τά θνητών πράγμα&’, ή πρόνοια δετυφλόν τε χαΰύνταχτόν έστιν, . . . Zu diesenbeiden Stellen vergleiche man B. Helm, Lu-cian und Menipp 123 mit Anm. 2. Ihre Freudeam Wechsel bezeugte z. B. Menander frg. 590Kock. μεταβολαΐς χαίρονσα παντοίαις τύχη.Philem. frg . 111 K. άπαντα vixä χαϊ μεταστρέ-φει τύχη. Menander frg. 288 Κ. ώς ποιχίλονπραγμ’ έβτί χαί πλάνον τύχη. Vgl. ebd. 94,Anaxandrides frg. 4, 2 K. Bei Philem. frg. 213,7 f. K. heißt es . . . τύχης δε μεταβοΧάς ονχαγνοείς, | ότι τον εύπορον τί&ησι πτωχόν εις τηναύριο ν. Sie ist blind Men. frg. 417b K. undvernunftlos Men. frg. 819 K.: ουδεν χατάλόγον γίγνε&’ ών ποιεί τύχη; ebd. frg. 355 υν-τως άσνλλόγιστόν ή τύχη ποιεί, s. noch ebd. frg .490, 812 und monost. 707. Ihre Heimtückebetont frg. adesp. 258 Κ. δέδοιχα χάγώ τάςυφάλους (nämlich πέτρας) τάς τής τύχης. Sieteilt zwar gelegentlich Gutes zu Ihilem. frg .110 Κ. όταν πότ άν&ρώποισιν ή τύχη γελάπάντων αφορμή των χαλων εύρίσχιται, aberdurchaus ungleichmäßig Älexid. frg. 116 K.ώσπερ έπϊ των βίων δε τους μεν ή τύχη \ ημώνμεγάλοις προσένειμε τους δ’ έλάττοσιν, | Uff οιμέν ενποροϋμεν, οι δ’άλύομεν. Schwer lastetsie auf einem: Apollod. frg . 17 K., und jeder-mann tadelt sie: monost. 621. Wie schön wäredas Leben ohne ihren Neid monost. 663 ώς ήδντό ζήν, μή φ&ονούσης τής τύχης. Ähnlich monost.666. Sie kommt unvermutet, und es ist schwer,gegen sie anzukämpfen Men. frg. 673 Κ ταΐςάτυχίαιαι μή ’πίχαιρε των πέλας, \ προς τήν τύχηνγάρ ζνγομαχεΐν ον ράδιον. S. a. monost. 247. Sieι leiht ihren Beistand.' Gerechten (monost. 462)und Ungerechten ( monost. 624). Dafür, daßdie Tyche überhaupt schenkt, Men. frg. 589 K.,Gircumtonsa 30. Sogar im Schlafe verteiltsie ihre Gaben: Kaibel Ep. Gr. praef. p. 23nr. 117 b ω μή δέδωχεν ή τύχη χοιμωμένω, \ μά-την δραμεϊται . . . Man kann eine Erzählungbei Aelian V. H. 13, 43 geradezu als Illustra-tion zu diesem Vers heranziehen. Um den
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