Band 
Sechster Band. U - Z und Nachträge.
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3 Uberitas, Ubertas

6 p. 201 nr. 239), des Tacitus ( Cohen 1 6 p. 236nr. 147148) und seines Bruders und Nach-folgers Florianus (276 n. Chr., Cohen 1 6 p. 260nr. 90), schließlich des Kaisers in BritannienCarausius (287/293 n. Chr., Cohen 1 7 p. 37nr. 364371). Die Schreibung Uberitas ist vielhäufiger als Ubertas·, denn sie findet sich alleinoder(nachstehend durch * gekennzeichnet) nebenUbertas auf Münzen von Traianus Decius , Etrus-cilla, Herennius, Hostilianus ; Trebonianus, Vo-lusianus;Gallienus,Postumus, *Tetricus Vaterund *Tetricus Sohn, * Claudius II, Quintillus ,Aurelianus,Tacitus ,CarausiuB (s. u.). Cohen 16 p. 196 nr. 106 und p. 212 nr. 32: VERITASist irrige Lesung oder Prägung statt VBERITAS.Uberitas (vom Adjectivum über, ergiebig, frucht-bar) ist altertümliche Schreibung für die sonstallgemein übliche Schreibung ubertas, wie Li-beritas Aug. auf Münzen neben Liberias Aug.,s. Cohen 1 8 p. 404 ( Cohen 1 4 p. 417 nr. 146.5 p. 396 nr. 586. 6 p. 144 nr. 147 f. p. 188 nr. 122).Zu den Münzen des Victorinus wild von Cohen 18 p. 441, Anm. 1 als Var. angegeben Ibertas Aug.Einmal ist Uberitas Augg. ( Augustorum ) be-legt mit einem Geldstück des Tetricus Vater,Cohen 1 6 p. 110 nr. 177.

Mit Ausnahme der Geldstücke des Carau-sius ist die Ubertas als Frau dargestellt stehend,nach links gewendet (nach links schreitend?:Cohen 1 6 p. 82 nr. 121), in der einen Hand hältsie ein Füllhorn, in der anderen einen Gegen-stand, der gewöhnlich als Geldbeutel (bourse,gleich dem Abzeichen des Mercurius ) oder alsWeintraube (grappe de raisin) bezeichnet wird,jedoch von Cavedoni wohl zutreffend als Kuh-euter ( über als Substantivum bedeutet Euter,säugende Brust) gedeutet ist, s. Cohen 1 6 p. 236,Anm. 1; vgl. auch Münzen des Carausius (s. u.). Das Bild der Kehrseite der Münze der Sa-lonina (Cohen' 1 5 p. 608 nr. 109) wird beschriebenals stehende Frau mit Haube (bonnet, d. h.Freiheitsmütze, Pileus) und Füllhorn; es wäredies also eine, doch nur teilweise Nachbildungder Libertas , denn diese wird mit Pileus undZepter dargestellt (vgl. z. B. die Münzen desGallienus bei Cohen * 5 p. 397 nr. 593697 undoben Bd. 2, 2, Sp. 2033).

Die Kehrseiten der Münzen des Carausiusmit Umschrift Uberitas Aug. oder Uberita Au.oder Uberta Aug. zeigen zwei verschiedene Bil-der, entweder eine (nach rechts gewendete)Kuh, von einer Frau gemelkt ( Cohen * 7 p. 37nr. 364. 370. 371 mit Abbildung zu nr. 364 f.;nach nr. 364 und 371 sitzt die Frau auf einemSchemel, 'espece de tabouret), oder eine (nachrechts gewendete) Frau, welche einem mitLanze bewaffneten Krieger (d. i. dem Kaiser)die Hand reicht (a. a. 0. nr. 367. 369; nach nr.369 hält der behelmte Krieger außer der Lanzeauch einen Dreizack? oder eine Harke, räteau).

Münzen des Kaisers Constantinus I (desGroßen) und seines Sohnes, des Caesar Consta n-tinus iunior haben auf der Kehrseite die Um-schrift: Ubertas saeculi, jene als Beischrift zudem Bild einer stehenden Frau mit Wage ('desbalances) und Füllhorn, diese (des Prinzen) zurDarstellung von drei stehenden Frauen, vonwelchen jede eine Wage und ein Füllhorn hält,

Ucuetis 4

Cohen 1 7 p. 294 nr. 563 f. (nr. 664 vom J. 307 n.Chr.) und p. 387/388 nr. 188 (letztere Münze desCaesar Constantinus in Trier geschlagen, mitMerkzeichen STR). Die Wage ist Abzeichender Aequitas (Cohen 1 2 p. 9,1. Wissowa, Relig.u. Kult. d. Rom . 1 S. 332 f.).

Literatur: Cohen, Descript. hist, des monn.frapp. sous VEmpire rom. % 8 p. 441. GeorgesLafaye in Daremberg -Saglio, LHctionn. des an-10 tiquites, Fase. 49 (1914) = Halbband 9 p. 574mit Fig. 7200 (aus Fröhner a. a. 0.) [der Ar-tikel von Lafaye ist im Vorstehenden verbes-sert und ergänzt]. W. Köhler, Personifikat. ab-strakter Begriffe auf röm. Münzen. Wesens-verwandt sind Abundantia und Copia (s. d.),Wissowa, Relig. 1 S. 333. L. Deubner, Personi-fikationen o. Bd. 3, 2, Sp. 2082. 2163. [Keune.JUcellnsicne, Beiname der Matronae ( Ihmo. Bd. 2, 2, Sp. 2464 ff.) in einer Weihinschriftso von Corbetta, zwischen Milano Mailand undNovara, in Gallia Cisalpina , CIL 6, 5584 =Dessau, Unser. Lat. sei. 4822: Sanctis MatronisUcellasicis Concanaunis Novellfijus MarcianufsPJrimuli filiufs] votum Masuonnum Matronisv(otum) s(olvit) l(ibens) m(erito). Ihm, Bonn .Jahrb. 83 S. 15. 16 und S. 116 nr. 57. Holder,Altcelt. Sprachsch. 3, Sp. 13. Fundort: CIL 6, 2Tab, II und Andree, Handatlas 7 126/126, C 2.Die, wie Gottheiten überhaupt, hier sanctae,so verehrungswürdig (Hofer o. Bd. 4, Sp. 308 ff.,bes. Sp. 313 nr. 67 f. Link in Pauly-Wissowa-Kroll-Witte, Real-Encyclop. d. Altertumswiss.1 A, 2, Sp. 2248 ff.) genannten Muttergöttinnentragen drei verschiedene örtliche oder land-schaftliche Bezeichnungen, zwei adjektivischeund eine genitivische (Keunc, Lothr. Jahrb. 8[1896], 1, S. 71); alle Beinamen sind keltischenUrsprungs, s. Holder a. a. 0. 1, Sp. 1091. 2, Sp.457. 3, Sp. 13. Zu Uc-ell-as-icus vgl. Uc-etia,40 Uc-eium, Uc-ellus u. a., Holder 3, Sp. 13fF. Tsowie Holder 1 , Sp. 1415: -ello-; 1 , Sp. 250. 247und 3, Sp. 708. 707: -aso-, -asus, -asius-, 2, Sp.21 f.: -ico. [Keune.]

Ucuetis, keltischer Name (Dativ: Ucuete,latinisiert: Ucueti·, Akkusativ: Ucuetin) eineswohl örtlichen Gottes zu Alesia , im Gebiet derMandubii, genannt in zwei Inschriften, welchegefunden sind in den Resten der unter römi-scher Herrschaft neu erstandenen Stadt Alesia so auf dem Mont Auxois bei Alise-Ste -Reine, un-weit vom Bahnhof Les Laumes der Kisenbabn-strecke Dijon-Sens-Paris [Andree, Handatlas''91/92, D 2. Kiepert, Form. orb. ant. XXV, Gkl],Zuerst war die Gottheit bekannt geworden durchdie keltische, lateinisch gefärbte Inschrift einerim J. 1839 gefundenen Steintafel aus dem Be-ginn der römischen Kaiserherrschaft, CIL 13,2880 |mit Add. (4) p. 32]. Holder, Altcelt.Sprachsch. 3, Sp. 16, auch 1, Sp. 887.1365. 1481.60 2031. 2, Sp. 29. 1619. Diese, in lateinischerSchrift, lautet: Martialis Dannotali ieuruUcuetesosin celicnon US etic gobedbi duqijontijo US Ucuetin US in . . Alisija, d. h. Martialis desDannotalus (Sohn) hat geweiht dem Ucuetisdieses Gebäude; das Folgende, von etic (= atque't)an besagt nach Stokes ungefähr: 'und es er-freute das Werk den Ucuetis in Alesia . dochist diese Deutung durchaus unsicher (s. Hirsch-