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Sechster Band. U - Z und Nachträge.
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Udaia

Udaios

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feld, CIL a. a. 0.)· Die Steintafel war als Weih-und Bauinschrift über dem Eingang zum Heilig-tum des Gottes angebracht. Der Wortlaut offen-bart römischen Einfluß, denn der Stifter führtden lateinischen Namen Martialis , zu welchemder keltische Name seines Vaters Dannotalos(Holder 1, Sp. 1123 f. 2, Sp. 1711) im lateini-schen Genitiv hinzugefügt ist, wie häufig, mitAuslassung des Wortes filius (Keune, Lothr.Jnhrb. 9 11897], S. 329, zu CIL 13,4547); s.Pauly - Wissowa - Kroll, Real-Encyclop., Suppl.-Bd. 3, Sp. 1199 f., wo die Belege für ieuru be-sprochen sind (nachzutragen: CIL 13,4 p. 20zu nr. 1514 = Espcrundieu, Recueil, 2 nr. 1609).Zur Deutung der Inschrift vgl. auch Revue desetudes am. 10 (1908), p. 363. 13 (1911), p. 467.

Während diese Inschrift die Annahme einerweiblichen Gottheit Ucuetis zu rechtfertigenschien, hat ein späterer Fund sie als männ-lich erwiesen. Ein im J. 1908 auf dem MontAuxois gefundenes Bronzegefäß trägt die la-teinische Inschrift, Dessau, Inscr. Lat. sei. 9315= CIL 13 (4), 11247: Deo Ucueti et liergusiaePemus Primi fil(ius) donavit; v(otum) s(olvit)l(ibens) m(erito). Der Zusatz von deus ist beiunrömischen, provinzialen Götternamen allge-mein üblich, s. Robert, Epigraphie de la Mo-selle 1 p. 67/68 und Riese, Westd. Xtschr. 17(1898), S. 16 ff. Der Gott ist gepaart mit einernur durch diese Inschrift bekannten einheimisch-örtlichen Göttin, welche vielleicht den Nameneiner Quelle trägt, Bergusia (nach Holder 3,Sp. 851 ligurisch); eine solche Paarung ist beigallischen Gottheiten gewöhnlich, wie Borvo-Damona, Luxovius-Bricia, Sucellus-Nantosuelta,I.enus (Mars)-Ancamna usw., auch Apollo(Grannus)-Sirona, Mercurius- Rosmerta. DerBergusia ist die Auszeichnung als dca nichtgegeben, ebenso wie der Genossin des Gottesin anderen Paarungen, s. Veraudunus. Daß derStifter des Gefäßes ein Einheimischer war,bestätigt sein Name (Lothr. Jahrb. 9 [1897],S. 183).

Literatur verzeichnet Hirschfeld, CIL a.a. 0. (13, 1, 1 p. 441 und 13,4 p. 32. 33). Hiersei nur angeführt Leon Berthoud, Pro Alesia3 (1908/09) und 4 (1909/10), Nr. 2526 p. 386 390 und Nr. 27 p. 412417, mit Tafeln LILUI, sowie Nr. 3940 p. 683 596, letztere Ab-handlung als Entgegnung auf die wenig wissen- tschaftliche Veröffentlichung von L. Morillot,chanoine, Deux inscr. d'Alesia usw., Dijon 1909.C. Jullian, Revue des Etudes anciennes 1908,p. 353. 360 361 (vgl. Pro Alesia 3, Nr. 2829,p. 448), der u. a. mit dem Namen des Gottesden Namen der Stadt Ucetia in der Narbo-nensis vergleicht und daher die Gottheit nichtals eine örtliche von Alesia fassen möchte.Abbildungen der Steintafel bieten, abgesehenvon älteren Veröffentlichungen, auch eine der (Ansichtskarten 'JVo Alesia, S. de Ricci, ProAlesia, 1 (1906,07), p. 77 und Matruchot , Asso-ciation frang. pour Tavancement des Sciences,Compte-rendu de la 36 e session, l c partie (,1907),p. 15. Das Bronzegefäß und seine Inschriftsind abgebildet auf den Tafeln zu Berthouda. a. 0. [Keune.]

Udaia s. Udaios.

Udaios (Οΰδαίος, lat. Udaeus), ursprünglichadj., von ουδας, Erdboden, Erdoberfläche, alsoauf dem Erdboden befindlich, dann unterirdisch,ganz wie Chthonios (s. d.), adj. χ&όνιος, demBoden angehörig, dann = καταχθόνιος.1) fteos (fern.), κόρη, d. i. Persephone : Ly-koplir. 49. 698 mit Schol. u. Tzetz. 2) Ζινς,Κρονίδης, der unterirdische Zeus, d. i. Pluton:Dion. Per. 789; Antliol. Pal. 14, 123, 14.) Sodann selbständiger Eigenname: nämlichil) ein Gigant auf dem Pergamenischen Altar-fries, laut Inschrift, ebenso wie dort ein an-derer Gigant Chthonios heißt; s. Frankel,hxschr. v. Perg . Bd. 1, S. 66, nr. 118; S. 67,nr. 128. Für beide sind die Namen sehr be-zeichnend; gelten doch die Giganten für Söhneder Ge, und auf ihren 'irdischen oder unter-irdischen Ursprung deuten namentlich dieSchlangenfüße hin; vgl. M. Muyer, Giganteni u. Titanen S. 262 f sowie die Art. Giganten indiesem Lexikon Bd. 1, Sp. 1644 u. bei Pauly i -Wissowa-Kroll, 3. Supplbd., S. 666. 759. DieGigautenn am en Chthonios, Echion, Pelor(os) oderPeloreus und Udaios kehren nun aber unterden thebanisclien Sparten (s. d.) wieder; essteht dahin, ob nur die Namen entlehnt oderdie Sparten selbst als Teilnehmer an der Gi-gantomachie gedacht sind; vgl. Preller-Robert,Gr. Myth. I 4 , 72. Zu ihnen kommt noch Hyper-enor, der nicht als G. bezeugt ist. Diese fünfSparten bleiben in dem Kampfe der Männer,die aus den von Kadmos gesäeten Drachen-zähnen entsprossen sind, nach vorherrschenderÜberlieferung allein am Leben; e. die ArtikelKadmos , Bd. 2, Sp. 827f., u. Sparten, Bd. 4,Sp. 1289 f., wo außer jenen fünf noch zwei nureinmal erwähnte Männer aus der Drachensaat,Kreon (Timagoras fr. 1, Müller 4, 520 im Schol.Eur. Phoen. 670) und Astakos (Phot. bibl. p. 228Bekker), genannt sind. Es ist also Udaios4) einer der Sparten: Aischylos fr. 376 Nck .'nach Schol. Eur. Phoen. 942 (Naucks Zweifel aneiner namentlichen Aufzählung der Sparten er-ledigen sich durch den Hinweis auf die langenNamenreihen in den Persern)·, Pherekydes fr 44u. Hellanikos fr. 2 (Müller 1,83 u. 45) im Schol.Apoll. Rhod. 3,1178; Apollodor . Bibi. 3, 24. 69;Paus. 9, 5, 3; Hygin. fab. 178; Schol. Stat. Theb.3, 285 (wo der stark verstümmelte Name nichtTydeus, sondern Udaeus zu lesen ist); Mythogr.Vat. 1,149; 2, 77 (hier lautet der Name beide-male fälschlich Idaeus). über Udaios istsonst wenig bekannt. Doch stammt von ihmder Seher Teiresias (s. d.) ab: Apollodor . 3,69 (wahrscheinlich nach Phcrekyd. fr. 50, Mül-ler 1, 85). Sonderbar klingt, was Steph. Byz.β.Ίονδαία berichtet: das Land ludaea ist nachdem Zeugnis des Klaudios lolaos (fr. 3, Mül-ler 4, 364) benannt άπο Ιουδαίον Σπάρτ αίνος(wofür zu lesen ist Σπαρτών τίνος), der mit Dio-nysos von Theben aus in die Ferne zieht. Esist wohl hier Udaios als Begleiter des Dionysos auf dessen Indischem Feldzug gedacht unddem Gleichklang zuliebe, damit er als epony-mer Besiedler des Landes erscheinen kann,sein Name in Ιουδαίος verderbt worden; s. auchd. Art. ludaios, Bd. 2, Sp. 573, nr. 2.

[Johannes Schmidt.]

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