7 Udravarinehae
Udravarinehae , niederrheinisch - örtlicher,wohl ubisch-germanischer Beiname der Matro-nae (Ihm o. Bd. 2, 2, Sp. 2464 ff.) in der Weih-inschrift eines Altars, welcher zu Köln , unterFettenhennen, gegenüber dem Dom, mit zahl-reichen anderen Matronendenkmälern gefundenist ( Klinkenberg, Das röm. Kain = Clemen,Kunstdenkmäler der llheinprovinz 6,1 2, S. 228/229), jetzt im Kölner Museum, CIL 13, 8229:Matronis Udravarinehis Iulia Prisei f(ilia) Al-lua v(otum) s(olvit) 'l(ibens) m(erito) [auf denSeitenflächen ist, wie häufig, ein Baum dar-gestellt]. Die Namen erweisen die Stifterin alseine Einheimische. Kisa, Westd.Ztschr. 13(1894),S. 313/314, berichtigt Westd. Korr.-Bl. 14(1896),§ 1. Siebourg, Bonn . Jahrb. 105, S. 87.
U. gehört zu den überaus zahlreichen ört-lichen Beinamen der Muttergöttinnen mit dengleichwertigen Endungen -nehfijae, -neih(i)ae[auch -neae, -niae, -neiae, -hen(i)ae\ (Ihm, Bonn .Jahrb. 83, S. 31 ff. 107, S. 288 f. Lehner, Slein-denkm. des Prov.-Mus. Bonn nr. 253 ff.), welchewohl alle germanischen Ursprungs sind; Schön-fehl, Wörterbuch der altgerman. Personen- undVölkernamen (1911) S. 245 nennt germanischeHerleitung 'ungewiß’; Holder, Altcelt. Sprach-schatz 3, Sp. 17 gibt den Namen als keltischaus. — Derselbe Name in wenig abweichender,gleichwertiger Schreibung, aber ohne die Be-zeichnung Matronis und mit einem zweitenörtlichen, bisher sonst noch nicht belegten Na-men verbunden, liegt gewiß vor in der Inschrifteines verstümmelten Altars, gefunden 1906 inThorr (Kreis Bergheim, ßgbz. Köln ), CIL 13, 4,nr. 12069. Lehner, Sleindenkm. des Prov.-Mus.Bonn (1918) nr. 347: Udrovarfinehü et] Vana-mianfehis (es folgen lteste der Namen der Stif-ter) ; auf der linken Schmalseite des Altars einverstümmeltes Füllhorn mit Früchten. Zur Wei-hung an zwei Matronengruppen mit verschie-denen örtlichen Beinamen s. Lehner a. a. 0.S. 149 zu nr. 326, auch Ihm, Bonn . Jahrb. 83,S. 71. Zur Schreibung Udrorar- statt Udruvnr-vgl. z. B. Dessau, Inscr. Lat. sei, nr. 2742:leg. II 'l'roianae (statt: Traianae), und nr. 7420a:Mithrodates (statt: Mithradntes). [Keune.]
Uebai, als Dämon genannt im demotischenZauberpapyrus von London -Leiden (ed. Grifftth-Thompsonl [1904],111) zusammen mit Iao , Ieou,Arponknouph, col. 16,6 (ive-by). Weiterhin,Z. 12, wird angerufen: ’O god that lived . . .Takrtat, he of eternity, bring in Boel, Arbeth-abi, Outhio, O great great god.’ Der erste Teildes Wortes, Obs-, findet sich öfters in magi-schen Voces der Zauberpapyri . [Preisendanz.]
Uer (Ovgg), Dämonenname, mit dem Adonaiangerufen wird in einer Beschwörung des Groß.Pariser Zauberpap. Z. 1560 ff. Der 'große GottAdonai ’ heißt hier abtoysvsuog, Asifav &sog,Iao , Arbathiao, ö cor Ovijn (Zauberworte), Sa-baoth, 'Agovr'ig, Ar o fiep; vgl. Erman, Ag. Hell24. Drexler o. Bd. 2, 1, Sp. 1250. Auch im erstenLeid. Zauberpap. col. 10, 34 findet sich der Na-me avfiog%aih Ovyg, Z. 28 Olny p. Vielleichthängt mit ihm auch zusammen Pap. Brit. Mus.121,496: jjoueaffi, 'lei. Liblh : aovrjgi. (so abge-teilt im J’); vgl. Groß. Par. Zauberpap. 307:ovsg fiyjrav, 1792: ovsgtsv und den Namen
, Ukalegon 8
des Allgotts κατά τους Πάρ&ους im ersten Lei-dener Zauberpap. col. 8, 18 Ούερ reo. Der Namehat nichts zu tun mit dem A ρβεονηρι des Groß.Par. Zauberpap. Z. 917, wo es sich um eineverdorbene oder absichtlich variierte Form desr Slg-ßs-Oveigi von Z. 920 (Zauberformel in einer'Entlassung’ des dienenden Dämons) handelt.
[Preisendanz.]
Heros (Obf/gog), böser Dämon der 3. Don-nerstagstunde, dem guten Geist Kisphael (Kie-φαήΧ) entgegengesetzt. Hygrom. Salom. cod.Mon.gr. 70. Cat. cod. astr. gr. 8,2,162. [Preisendanz.]
Uerto (Obs ρτω), nach dem Leid. Zauberpap.J 384, 8, 18 parthischer Name des Allgottes:έπικαλονμαί es κατά Πά g&Ovg' Όυερτω παντο-δυνάοτα’. Ähnlich der Anfang des Zauberwor-tes ovsg μ-ηχαν, Großer Par. Zauberpap. 307.
[Preisendanz.]
Ugios? ( Ugiusi ), zweifelhafter Name einesörtlichen Gottes in der Gallia Narbonensis zuServiere, in der Nähe (nordwestlich) von Uzes= Ucetia, in einer verstümmelten Weihinschrift,Revue epigraph. 1902, p. 277 ( Holder, Altcelt.Sprachschatz 3, Sp. 19): [Majrti [? UJgio C. Bae-bius Eelixs v(otum) s(olvit) l(ibens) m(erito).Der einheimische Name ist dem römischen Marsals Zuname gegeben, dem überhaupt in galli-schen Landen einheimische, örtliche oder land-schaftliche, Schutz- und Ileilgötter mit Vorliebegleichgestellt sind. Statt des a. a. 0. ergänztenBeinamens [f U]gio wäre auch die ErgänzungllBu^io denkbar, derselbe Name, der in einerWeihinschrift von Decempagi in der CivitasMediomatricorum (Tarquinpol bei Dieuze inLothringen ) überliefert ist, CIL 13,4566: Bu-gio M. Monjtjanius Magnus v.s. [I. j m. [Gleich-namige, nacli Örtlichkeiten (einschl. Quellen)benannte Schutzgeister verschiedener Land-schaften sind in Gallien öfter nachweisbar, soVintius, Souconna u. a.J. — Verstärkung desin X enthaltenen S- Lautes in Schreibungen wieEelixs ist sehr häufig, s. Belege bei Dessau ,Inscr. Lat. sei. Bd. 3, p. 837 f. — Serviere [ CIL12, Tab. II, Db, bei Uzös (nördlich von Nimes )]ist als alte Ansiedlung auch durch mehrereGrabschriften erwiesen (CIL 12, 2947. 2949, vgl.2932). Abbildung des kleinen Altars (hoch22 1 ’, cm) in Revue epigr., Heft 107, PlancheXVIII, zu 4, p. 277 f., nr. 1613. Über 'die kel-tischen Epitheta des Mars’ handelt E. Win-disch, Das kelt, Brittannien... (Abhandl. Philol.-Hist. Kl. Kgl. Siichs. Ges. d. IITss. Bd. 29, 6,Leipzig 1912), S. 89—92. [Keune.)
Ugran (Ονγράν), einer der Namen, bei denenKronos beschworen wird in der Ενχή des cod.par. gr. 2419. Cat. cod. astr. gr. 8, 2, 173; dieanderen Namen : Όρφών, ’OhjiiJ, Τομών, Ούλιόβ,Βερίμ, Ονγράν, Σαρόμ, ΌάηΙ, Σιίτ, Σατάδ.
[Preisendanz.]
Uistos (Ονίοτος), böser Dämon der 15. Mon-tagstunde, dem guten Geist Akinatiel (’Ακινα-τιίλ) entgegengesetzt. Hygrom. Salom. cod. Mon.gr.TO. Cat. cod. astr. gr. 8,2,150. [Preisendanz.]
Ukalegon ( Etym. M. s. v. άΐίγειν: Ούκαλέ-γων, ΰνομα κύριον, 'Ohnesorge’ l’ape-Benselcr,'Unbekümmert’ Robert-, über den Namen A.Ludwig, S.-B. kgl. lähm. Ges. d. IPfss. 1897, 6 undUkalegon in Ilias und Aeneis, Gymn.-Progr.
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