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Sechster Band. U - Z und Nachträge.
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schon sinnigen Volksetymologie hat ( Kretschmer3, 333). Daß sich bei Homer überdies zwei ver-schiedene Auffassungen des Namens einandergegenüberstehen, eine passive, nach der Od.der vom Groll anderer Verfolgte (a 02; £ 340.423; t 276; vgl. auch a 21 mit Schol.·, x 74;m 306, sowie Soph. fr. inc. 880 Nck 1 ), und eineaktive, sprachlich immer noch zulässigere, nachder er selbst der Groller ist (r 407 f.), brauchtdabei nicht einmal als ernster Widerspruchbetont zu werden, eben weil beide Ableitungennur poetische Wortspiele sind; s. auch P. Caucr,Grundfr. d. Homerkrit. S. 407 f. ! Als wissen-schaftliche Erklärung hat diese der AutoritätHomere zuliebe früher überwiegend anerkannteEtymologie wohl nur noch wenige Anhänger;vgl. Sedlmayer, Zeit sehr. f. österr. Gymn. 1910,S. 294. Doch gilt das S auch bei einigen an-deren Deutungen als der ursprüngliche Kon-sonant. So schließt aus einer dem Text nachunsicheren Stelle bei Quintilian . 1,4,16 Döh-ring (Etymolog. Skizzen; Progr. d. Friedrichs-koll. Königsberg i. Pr. 1912) auf äol.TSvaaevg(vgl. Meister, Gr. D. 1, 54) und leitet es ab vonJ-iöJ--aev$, was der 'Wissende heißen soll(abgelehnt von Kretschmer, Glotta 6, 304). Weitmehr Beachtung verdient die Erklärung Ko-schere (Curtius Stud. 4, 196 f.), die gleichfallsden d-Laut festhält und, nach prothetischem -<3,die Wurzel duc- zugrunde legt, wonach alsoOd. 'Führer bedeutet (s. d. Art. Od. Sp. 649).Doch hat man sich auch bei ihr nicht beruhigt.

Vielmehr überwiegt bei neueren Auslegerndie Ansicht, den Formen der X-Gruppe ge-bühre die Priorität; der Held habe von HausausOXveasvg oderOXvrvsvg geheißen; vgl.schon Helbig, Hermes 11, 282, 6; Kretschmer,Einl. in die Gesch. d. griech. Spr. 281. Nachdieser Anschauung ist das Erscheinen dieses Xauf Vaseninschriften seit dem 7. Jahrh. keineNeuerung, sondern bezeichnet das Festhaltender im Volksmunde noch fortlebenden ur-sprünglichen Namensform, die sich freilichder Autorität Homere gegenüber auf griechi-schem Sprachgebiet nur vereinzelt, eben aufVasen, hat behaupten können, aber ihre Le-bensfähigkeit noch heute in dem neugriech.Avaalag (Berl. Philol. Wochenschr. 1903, S. 1633)oder angeblich neulokr. Aiaaiag ( Gustav Meyer,Gr. Gramm. S. 243 s ) bekundet und überdies,was schwerer wiegt, die lat. Fassung desWortes ausschließlich beherrscht, esmüßte denn der Titel von Livius Andronicus Oifa/sseeübersetzung dem Original zuliebe Ody-sia gelautet haben. Man wird es Solmsen (S.230)nicht glauben, daB l in der lat. Fassung seivon dem X der Vaseninschriften unabhängigund erkläre sich aus dem 'Messapischen(l);vielmehr bilden die Erscheinungsformen derX-Gruppe, wenn auch nicht eine zusammen-hängende Kette, so doch eine sprachlich folge-richtige Reihe, die sich in Neugriechonland bisauf die Gegenwart erstreckt, freilich durchdie homerische Deutung des Namens oft jahr-hundertelang verdunkelt worden ist. Geradewenn Solmsen (S. 209 f.) die richtige Ansichtvertritt, Od. sei ein im Peloponnes , speziell inArkadien uransässiger Heros (Svoronos, Gaz.

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arch. 1888, S. 267 f., vgl. Eduard Meyer , Hermes30, 241 f.), von dem früh schon bei den Eury-tanen in Aitolien , in Epeiros, besonders aberin seinem Inselreich erzählt worden sei, müßtees ihm leicht werden, den Helden unter seinemursprünglichen NamenOXvztsvg nach dem nahenItalien wandern und ihn hier, vielleicht nochunberührt vom ionischen Epos, heimisch wer-den zu lassen. Jedenfalls hat auch Solmsen denBeweis für die Ursprünglichkeit der homerischenNamensform nicht erbracht, noch weniger aberdie hier (Bd. 3, Sp. 650 f.) versuchte Erklärungwiderlegt, namentlich nicht durch Zweifel andem prothetischen <5- (S. 208), das ja, wennauch nicht anOiXsvg undOßQidgscog, so dochan bSvgopai (vgl. rtdvSvgtog), btgrjgög, brgvva(vgl. auch dubXyc o, dffrrj'p, dXsicpco, igv&gog, iXa-%vg, l%&ig, Urig) hinreichend feste Stützen hat;endlich erst recht nicht durch den Hinweisauf Al'ag Aiax (S. 230) zur Begründung desGutturals. Dieser ergibt sich von selbst, wennman dem Namen die Wurzel lux- zugrundelegt. So sei denn auf diesen Deutungsversuchnochmals hingewiesen. Er erübrigt sich zwar,wenn man mit Wilamowitz auf jede Erklärungdes Namens verzichtet (s. o.), darf aber wohlunter den einmal vorhandenen etymologischenAbleitungen eine erneute Prüfung beanspruchen.Vürtheim (Mnemosyne 1904, S. 284 f.) scheintihn nicht zu kennen, kommt jedoch zu demgleichen Ergebnis, das von Solmsen a. a. O.natürlich ebenso verworfen wird; vgl. dagegenE. Hermann, Festschrift der Hansaschule zuBergedorf 1908, S. 203 f.; Menrad, Progr. desTheresiengymn. München 1910, S. 7 f. 17 f. Über-dies wird die in Form einer Proportion her-gestellte Beziehung vonOSveaevg (OXvzzevg)zu noXvösvxrjg (aus noXvXsvxgg) wieder aner-kannt von Eitrem (Vidensk. skr. [19021, 2, 64);vgl. schon Baunack, Mem. de la soc. lingu. (1884),6, 3 u. Brugmann, Gr. Gramm. §60; ebenso wiedie Verwandtschaft mit AevxaXicov (eig. *Asvxa-Xicov, s. auch d. Art. Lrukarion Bd. 2, Sp. 1986)bereits Lewy, Indog. Forschungen 1893, S. 446,vermutet hat; doch vgl. Usener, Sint/luts. S. 66;Gruppe, Burs. Jahresb. 137, 456. Führt die Ab-leitung vom Stamme lux- zu der Bedeutung'der Leuchtende, weshalb Vürtheim a. a. 0.den Namen mit lucidus wiedergibt, so kanndahingestellt bleiben, ob man mit Seeck, Be-loch u. a. den Od. als leuchtendes Gestirn odergar als Sonnengott fassen soll (s. d. Art. Sp.651. 663 f.). Wie die meisten astronomischenErklärungen, ist auch diese bedenklich; siegenießt aber vollends kein Vertrauen mehr,seitdem Wilamowitz seine frühere Ansicht, alssei Od. ein göttliches Wesen, in öffentlicherRede 1911 zurückgenommen und ihn ledig-lich als Menschen und Helden der Dichtungaufgefaßt hat; s. auch Die Ilias und Homer ,1916, S. 480f. Über die Zugehörigkeit des Na-mens zu Xsvßauv (Curtius, Grundz. d. Etym . 6160) und seinen dadurch bedingten eigentlichenoder bildlichen Sinn s. d. Art. Sp. 650, 41 u.651, 9f.; vgl. Od. ip 124. Von dem gewagtenVersuch Meloille Böllings ( Amer. Journ. of Phil.27, 65f.), den Namen Od. mit dem seines Groß-vaters Autolykos in Zusammenhang zu bringen

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