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Sechster Band. U - Z und Nachträge.
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27-28
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27 Ulodias

Bemerkenswert sind komische Darstellungenauf zwei Vasen vom theban. Kabeirion; vgl.Marg. Bieber, Denkmäler zum Theaterwesen imAltertum S. 164 f. Die eine, im Brit. Museum,zeigt Od. in kläglich dürrer Körperverfassungund ängstlicher Haltung, wie ihm K'iQxa einengewaltigen Napf mit dem Zaubertrank über-reicht; hinter ihm ihr Webstuhl und ein ver-zauberter Gefährte; s. auch Journ. Hell. Stud.13. Bd. (1892/93), S. 77 f., Taf. 4. Die andere,jetzt in Oxford , veranschaulicht die Zauberinerst beim Einrühren des Trankes, wogegen Od.mit auffällig dickem Leib bereits das Schwertgezogen hat. Auf letzterer Vase zugleich einedrastische Parodie von Od. e 263f.: Od. (OXv-asvg) wird vom Nordwind über das Meer ge-trieben; sein Floß besteht aus zwei Weinam-phoren; mit dem Dreizack, den er seinem gött-lichen Feinde entwendet haben mag, übt ersich im Stechen nach Fischen.

671, 61 f.: Od. in der Unterwelt s. im Art.Teiresias Bd. 6, Sp. 202 f. und Bild 4 des vor-genannten Sarkophags, wo er mit zwei Ge-lahrten opfert.

672,67f.: Od.und dieSeirenen s. bei GruppeS. 709,6; in Weichere Art. Bd. 4, Sp. 600f. istmehr die Entwickelung des Typus als der ho-merische Mythos besprochen, den jedoch der-selbe Verfasser in seinem 'Seelenvogel S. 162 f.behandelt. Christlich gedeutet wird das Aben-teuer auf Bildern in den Katakomben; vgl.Kraus, Bealenzykl. d. christl. Altert, s. Odysseus ;Herzog-Plitt, Theol. Bealenzykl. 7*, 667 (Art.Katakomben).

673, 4 f.. über Od. Kampf mit Skylla s. d.Art. Bd. 4, Sp. 1043 f. sowie Gruppe S. 710, 2.

674, 8f.: Die rotfig. Vase mit der Nausi-kaaszene, jetzt in Boston , ist veröffentlichtvon Fr. Hauser, Ösierr. Jahresh. 1910, Taf. 1;das Bild geht wohl auf Polygnot (Paus. 1,22, 6) zurück.

676, 2f.: Darstellungen der Fußwaschungdurch Eurykleia s. bei Baumeister , Denk-mäler 2, 1042f. Od. mit seinem Hunde Ar-gos s. auch bei Bobert, Sarkophagreliefs 2,161 f.u. Furtivängler, Ant. Gemmen Taf. 20, 64. 66u. Taf. 24, 5. Der Einfluß Polygnots (Paus.9,4,2) auf die Darstellung am Heroon vonGjülbaschi ist bestritten von G. Körte, Jahrb.d. Arch. Instit. 1916, S. 257 f., der das Beliefvielmehr auf Sophf. dxav&onXyi. bezieht.

680,41: Ein Zeichen für Od.Popularität,besonders in seiner Heimat, ist auch die ein-stige BenennungOSvaociov für das Rathausin Ithaka : 0. Kern, Jnschr. v. Magnesia a. M.nr. 36, S. 27; Magnet. Studien 606 f. Auchdie Neuzeit kennt einen schlauen Odysseusvon Ithaka , der, anfangs ein Hauptführer imgriech. Freiheitskampf, später als Vaterlands-verräter zu den Türken überlief und 1826 nachseiner Gefangennahme in Athen erdrosselt auf-gefunden wurde; vgl. Th. Flathe, Eestaurationund Bevolution S. 130. 139.

[Johannes Schmidt.]

Ulodias (OiXmäiag), guter Geist der 7. Mitt-wochstunde, dem bösen Geist Phnidotas (<bvi-Sazdg) entgegengesetzt. Beleg wie bei Uistos,Cat. cod. astr. gr. 8, 2,162. [Preisendanz.]

Ultor 28

Ultio bei Tac. ann. 3, 18 [J. 20 n. Chr.: atqueidem (d. i. Tiberius ), cum Valerius Messalinussignum aureum in aede Martis Ultoris, CaecinaSeverus aram ultionis statuendam censuissent,prohibuit ] ist keine Personifikation, nicht'Rache-göttin, wie es früher übersetzt worden ist,sondern ara ultionis bedeutet einen zur Er-innerung an die Rache gegen Piso zu errich-tenden Altar, wie 1,14: aram adoptionis pro-hibuit (Tiberius ), d. h. einen Altar, der errichtetwerden sollte zur Erinnerung an die Adoptionder Livia durch Augustus, ebenso 4,74: aramclementiae, aram amicitiae .... censuere; auchdie ara Druso sita (= posita) im Lande derChatten, ebd. 2, 7, welche Germanicus im J. 16n. Chr. wiederherstellte, war ein Bolches Denk-oder Erinnerungsmal. S. Nipperdey und Dräger zu Tacitus a. a. O. Hiernach ist Wissowa, Belig.

u. Kult. d. Böm .* S. 64, 2 und S. 337 zu berich-tigen, ebenso L. Deubner, Personifikationen, o.Bd. 3,2, Sp. 2163. Überliefert ist freilich: ul-tioni, nicht ultionis.

Hygin. fab., Einleitung (Auctores mythogr.Lat. , Ausgabe von Aug. van Staveren, 1742, p. 3)nennt unter den Kindern des Aether und derTerra neben anderen Übeln und Lastern, wieSchmerz, List, Zorn, Trauer, Lüge, Eidschwurusw. auch die Rache, Ultio. L. Deubner, Per-sonif., o. Bd. 3,2, Sp. 2089. Zur Bewertung derbei Hyginus vorliegenden Theogonie vgl. Drex-ler o. Bd. 1, 2, Sp. 1568, 68 ff. Vielleicht ist U.bei Hyginus Übersetzung für Nemesis (vgl. Ul-trix), die schon vorher (p. 2) ebenso wie auchHesiod . Theog. 223 unter den Kindern des Ere-bos und der Nacht genannt war. Gleichbedeu-tend ist Poena (Ποινή), s. o. Bd. 3,2, Sp. 2603.Über die genealogische Götterliste bei Hyginuss. Ziegler o. Bd. 6, Sp. 1625 ff. [Keune.]

Ultor, häufiger Beiname des Mars, wenigeroft des Iuppiter, außerdem gebraucht zur Kenn-zeichnung anderer Namen der Mythologie undSage.

A. Verehrung des Mars Ultor ist erst nach-weisbar seit Augustus, Gardthausen , Augustusund seine Zeit 2,2, S. 687 (Anm. 64). Diesemrächenden Kriegsgott hat Kaiser Augustus zumdankbaren Andenken an die Besiegung derMörder des Caesar (im J. 712 d. St. Rom = 42

v. Chr.) an dem von ihm in Rom angelegtenprächtigen Forum als dessen 'Mittelpunkt einenTempel erbauen lassen (Kiepert-Huelsen, For-mae Urbis Botnae antiquae, 1896, 'Tab. III, Bh.0. Bichter, 'Topogr. d. Stadt Bom 5 1901, 2. Plannr. 34). In diesem Tempel sollten auch die vonden Parthern bei der Niederlage des Crassus im J. 63 v. Chr. erbeuteten, im J. 734 d. StadtRom = 20 v. Chr. an Augustus wieder ausge-lieferten römischen Feldzeichen Aufstellung fin-den. Da jedoch die Forumanlage mit dem Tem-pel damals noch nicht vollendet war, ließAuguetus zur vorläufigen Unterbringung derwiedergewonnenen Fahnen auf dem Capitoliumeinen kleinen Tempel errichten, einen Rundbau,welchen Münzen des Augustus aus dem J. 20v. Chr. darstellen mit Beischrift: Martis Ultoris ,meist abgekürzt: Mart. Ult., Mart. Ulto., Mar.Ult. (Cohen, Descript. hist, des monn. frapp. sousI Empire rom.* 1, p. 8991, nr. 189 205, mit

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