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Sechster Band. U - Z und Nachträge.
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Unseni

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verschollenen Weihinschrift, die in der Kirchezu Jülich eingemauert war, Brambach, CI litten.694 = CIL 13,7870: I)eae Unciae QuintinusQuintinianus Quintus Candidus. Nach Anm. zuUrelli 2070 hat man herstellen wollen [S]tmciae,vgl. auch Holder, Altcelt. Sprachschatz 2, Sp.1068/9 (Suncia) und 3, Sp. 30 ( IJncia ); doch wirddiese Änderung zur Angleichung an die Sunuc-salis, Sunuxalis (vgl. auch Lersch, Bonn . Jahrb.12, S. 46/46) mit Recht verworfen von M. Ihm :o. Bd. 4, Sp. 1603. Wiederholt ist diese Vermu-tung von Th. Bergk, Zur Gesch. tt. Topogr. derRheinlande in röm. Zt., S. 119,1, daß [SJunciaeine Kurzform für Sunuxalis sein könnte (da-her Holder Bd. 2, Sp. 1668/69). [Keune.]uni, eine etruskische häufig dargestellteGöttin, die ihrer Bedeutung nach der römi-schen Iuno entspricht. Auch der 'Genitiv desNamens, unial, ist belegt. Die Denkmäler, meistBronzespiegel, werden in folgendem kurz auf- sgeführt; zu eingehender Orientierung vergleicheman die jeweils genannte Literatur. Der Nameuni findet sich auf einer liandregion der Lebervon Piacenza. Deecke, Elr. Lorsch . 4, 33; Thu-Hn, lieligionsgeseh. Vers. u. Vorarb. 3, 10. 24;Körte, Ilöni. Mitt. 20, 362. Auf einer Anzahl vonSpiegelbildern, die z. T. aus dem Epos bekannteSzenen und Personen enthalten, findet sich dieGöttin uni. Etr. Sp. 5, Tf. 49 == Fabretti, CUs Pl- 1,394, Spiegel der Dresdener Antiken-8Sammlung aus Tarquinii , zeigt die Lösung derHera (uni) durch Hephaistos (seiHans); linksein knieender Jüngling tretu. Die Geburt derAthene aus dem Haupt des Zeus ist auf zweiSpiegeln dargeBtellt: Etr. Sp. Tf. CCLXXXIV, 1 Fabretti 2478 (preale, uni, tinia, menrva,»alna, laran) und Tf. CCLXXXIV, 2 = Fabretti2471 bis (maris, . . usta, uni, tinia, manrva,^alna, laran). Beide Spiegel sind unbekannterHerkunft, die Beischriften sind z. T. lädiert. 4/gl· Pauli, Hyth. Lex. unter 'preale undthalna, auch über das Verhältnis der SpiegelUntereinander. Vielleicht gehört in diese Gruppeauch der Tarquinienser Spiegel Fabretti, spl.

*1 396 mit den Kriegsgöttern laran, leO-am so- Ai° Zeus (tinia), Athene (menrva), der Spiegel-göttin S'alna und uni. Über den sehr zerstör-en Spiegel vgl. Pauli unter thalna und Körte,Ftr. Sp. 6, S. 82, 2, der die Lesung revidierthat. Eine Liebesszene zwischen tinia und uni 5Enthält ein Spiegel unbekannter Herkunft Etr.:;p- Tf. CCLXXXII = Fabretti 2097 bis. Etr. Sp.

CCCXLVI (aus Orvieto ) zeigt tinia, uni,hercle (Heracles ) und eine männliche Gestalt,deren Beischrift aile? oder ajde (Achilles)? ge-lesen worden ist. Über die beiden letztgenann-ten Spiegel vgl. Pauli unter tinia. Eine Gruppev on Göttern zeigt gleichfalls ein Spiegel desAntikenkabinetts zu Kopenhagen , Etr. Sp. 6,dfji 1: menrva, turms (Hermes), uni und tinia. 6Hine bestimmte mythologische Szene ist nichtersichtlich, ebensowenig wie auf dem Spiegelln Neapel , Etr. Sp. 6,84,1. Dort finden sichelaj; (wohl Abkürzung für elajjäantreAli^av-^9°s), uni, mera (= menrva) und ein Jüngling,dessen Namensbeischrift bis auf das -e derEndung nicht mehr kenntlich ist. Von beson-derer Wichtigkeit sind eine Anzahl Spiegel,

Rosohkr, Tjoxikon dor gt. u.:n. llythol. VI.

die ein von der sonstigen Sage abweichendesVerhältnis zwischen uni und Herakles zur Kennt-nis bringen: Der erwachsene Herakles wirdvon der ihm sonst feindlichen Hera gesäugt.Etr. Sp. 5, Tf. 69, ein Vulcenter Spiegel desBerliner Museums, stellt die Darreichung derBrust von uni an hercle unter Anwesenheitvon tinia, merva ( menrva), turan (Aphro-dite ) und einer Spiegelgöttin mean dar. Tf. 60,i Spiegel aue Volaterra, im Museo archeologico inFlorenz , zeigt denselben Vorgang inmitten einerGötterversammlung, anscheinend im Olymp. ImHintergründe dieses Bildes befindet sich einequadratische Tafel mit Aufschrift: eca : sren : /tva : i^na/c: hercle : / unial: cl/an : fira : sce, ausder nur die Worte hercle unial clan 'Hera-kles , Sohn der Iuno sicher gedeutet sind. Vgl.über den Spiegel und diesen italischen Mythosüberhaupt Ilerbig, KE 8,1,689 f. Körte, Etr.Sp. 6, S. 76, 2. Wahrscheinlich ist auch dieInschrift auf einem manubrium aus Cortona ,CIE 471, auf den Namen der Göttin uni zubeziehen: mi unial curtnn, etwa: 'Dies (ist einWeihgeschenk) an die uni von Cortona . Ver-bunden mit lokativischer Postposition scheintder Name auf der Agramer Leinwandrolle 12,10 CIE II, 2, S. 20: unialti ursmnal. Nach Her-big etwa: 'Iunonis in (sc. sacello) Orsminiae.Vgl.. Schulze, ZGLE 203. Über den Gentil-namen una(s), uni, uueias usw. vgl. ebenda364a.

Sachlich ist ohne Zweifel die etruskischeuni gleichbedeutend mit der römischen Iuno.Sprachlich scheinen die beiden Namen zusam-menzuhängen, doch bereitet die IdentifizierungSchwierigkeiten. Die etruskische Endung -i istmit dem lat. -ö nicht in Einklang zu bringen;weder läßt sich die etr. Form aus der lat. er-klären, noch kann die Annahme einer Entleh-nung aus dem Etr. zur Aufhellung der Mor-phologie des Namens Iuno dienen. Über dieverwickelte Frage vgl. Fiesel, Forsch, z. griech.u. lat. Gramm. 7,22 f. Herbig, Religion u. Kult,der Etr. in Mitteil, der Schles. Ges. f. Volksk. 22,§ 17. Ebd. § 11 über andere vermutlich ital -etr. Namen. Zu erwähnen ist noch der Genitivunial, da diese Bildung sonst bei Götternamennicht vorkommt und das Suffix -al ausschließ-lich Eigennamen eignet. [Fiesel.]

Uniplirer (Ούνιφρήρ), böser Dämon der 24.Freitagstunde, dem guten Geist Polion ( Πολιών )entgegengesetzt; Beleg bei Uistos, Cat. astr. 8,2, 163. [Preisendanz.l

Unseni, di, wohl örtlich benannte Gott-heiten in Britannia, welchen ein zu PlumptonWall (Old Paritli, innerhalb des Hadrians-walles, südsüdöstl. von Carlisle = Luguvallium;s. Bruce, Roman Wall* 360 f.), außerhalb desKastells (Voreda) gefundener Altar geweiht ist,Haverfield, Ephem. epigr. 9, p. 567, nr. 1124:Omnibus dibus Unsenis Fersomaris (es folgendie Namen, wohl von vier Veteranen, vielleichtGermanen) [pr]o salute sua et sunrum v(otum)s(olverunt) l(ibentes) m(erito). Die Seitenflächendes Altars zeigen die auf römischen Weihdenk-mälern beliebten Bilder von Opfergerätschaf-ten, einerseits Teller und Schöpfkelle, ander-seits Beil und Messer. [Keune.]

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