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1. Namen.
1. Von den vier gebräuchlichsten Namenfür U. bezeichnen drei sowohl die U. als auchihren Beherrscher: Erebos (o. Bd. 1, Sp. 1296.Waser bei Pauly-Wissowa 6,403f.), Orkus (o.Bd. 3, Sp.940ff.) und Hades (o.Bd. 1, Sp.l778ff.Bd. 3, Sp. 2668 ff. Prehn bei Pauly-WissowaSuppl. 3, 867 ff.). Bei den zwei letztgenanntenNamen ist es sicher, daß sie ursprünglich dasReich, dann erst den König bezeichneten. Or-kus ist griechisches Lehnwort, von oqkos (zuipMog); vgl. Hirzel, Der Kid 1902, 149 ff. ÜberTartaros s. o. Bd. 5, Sp. 121 ff.
II. Die wichtigsten Hadeslalirten in dergriechisch-römischen Dichtung.
[Inzwischen hat Ganschinietz in seinem aus-führlichen Artikel Katdbasis bei Pauly- Wissowa-Kroll, Bd. 10, Sp. 2359—2449, die Unterwelts-fahrten behandelt. Diels, Himmels- und Höllen-fahrten von Homer bis Dante, N. Jbb. 49,1922,239 ff. bietet kaum Neues. S. auch Jos. Kroll,Descensus ad inferos, Braunsberger Progr. 1922.]
2. So nahe es lag, einen heraufbeschworenenToten selbst über die Dinge im Jenseits berich-ten zu lassen, ist dies doch nur selten geschehen;gewöhnlich ließ man einen Lebenden in dieUnterwelt hinabsteigen und über das Geseheneberichten. Schon das assyrische Epos ließGil-gamesch in das Jenseits gelangen. [Taf. 9ff.Ich gebe hier kurz den Inhalt nach Ungnad undGressmann, Das Gilgamesch -Kpos 1911; s. aucho. 2, 773 ff., was jedoch zum großen Teil jetztveraltet ist. Engidu, der Freund Gilgameschs ,ist tot, und die Furcht vor seinem eigenenEnde befällt Gilgamesch. Da macht er sich auf,seinen Urahnen Utnapischtim zu besuchen, umvon ihm das ewige Leben zu gewinnen. Nacheinem Kampf mit Löwen in den Schluchteneines Gebirges und anderen Erlebnissen, derenDarstellung verlorengegangen ist, kommt Gil-gamesch zum Gebirge Maschu, wo das Tor ist,durch das die Sonne aus- und eingeht, wo Him-mel und Erde zusammenstoßen, also ans Endeder Welt. Dort bewacht ein riesenhaftes Skor-pionmenschenpaar das Tor. Der Skorpionmenschruft sein Weib an: 'Der zu uns gekommen,dessen Leib ist Götterfleisch.’ Das Weib ent-gegnet: 'Zwei Drittel von ihm ist Gott , einDrittel von ihm ist Mensch.’ Gilgamesch trägtseinen Wunsch vor, zu Utnapischtim zu gehen,der in die Versammlung der Götter aufgenom-men ward. Doch der Skorpionmensch warntihn vor dem Weg, der durch dichte Finsternisführt, den noch nie ein Mensch gegangen. AberGilgamesch läßt sich nicht zurückhalten undzieht zwölf Doppelstunden lang durch die Fin-sternis, bis er zum Garten der Götter gelangt,
*) Dieser Artikel ist auf Grund eines umfangreichenbereits vor 1919 von Gruppe verfaßten Konzeptes, dasgroße Kürzungen, einige Ergänzungen und eine Über-arbeitung verlangte, von mir zusammengestellt worden,wobei auch noch einige noueste Literatur berücksichtigtwurde. Eigene Zusätze von mir sind in der Kegel ineckige Klammern gesetzt. Daß ich aus Gruppe s Konzeptauch Ausführungen aufnahm, die sich mit meinen An-sichten nicht decken, ist selbstverständlich. [Pfister.]
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dessen Bäume mit Edelsteinen behängt sind.Er durchschreitet ihn und kommt zur GöttinSiduri-Sabitu, die am Meere thront. Sahitu er-schrickt zuerst vor seinem durch die lange Reiseverwilderten Aussehen und verschließt ihr Tor.Aher er weiß sich durch Drohung Einlaß zuverschaffen und erzählt ihr seine Geschichteund sein Vorhaben. Auch Sabitu rät ihm ab,da noch niemand außer Schamasch das Meerüberschritten habe (o. Bd.4, Sp. 633ff.): 'Schwerzugänglich ist die Überfahrtsstelle, schwierigder Weg dabin, und tief sind die Wasser desTodes, die hindernd davor liegen’. Doch ver-weist sie ihn an den Schiffer des Utnapischtim,der ihm helfen könne, da er die zur Überfahrtnötigen Steinkisten besitze. Gilgamesch machtsich auf, den Schiffer zu suchen, findet aberdas Schiff ohne ihn an und zertrümmert ausZorn die Steinkisten. Als der Schiffer hinzu-kommt und Gilgameschs Anliegen hört, will erihn übersetzen; doch die Steinkisten sind zer-trümmert. Auf den Rat des Schiffers schneidetder Held im Wald Stangen, und mit diesen be-steigen sie das Schiff und legen in drei Tageneinen Weg von anderthalb Monaten zurück, bissie zu den Wassern des Todes kommen. Diesekann man weder befahren noch durchschwim-men. Zu ihrer Überschreitung dienten die Stein-kisten; aber diese sind zertrümmert. So bauensie aus jenen Stangen einen Landungssteg, aufdem sie hinüberschreiten. So kommt Gilga-mesch zu Utnapischtim und spricht vor ihmseinen Wunsch aus. Aber auch dieser hältseine Erfüllung für unmöglich. Er erzählt ihm,wie er selbst mit seinem Weibe nach der großenFlut zu den Göttern versammelt wurde. Schließ-lich aber will er doch versuchen, GilgameschUnsterblichkeit zu verschaffen, und er trägtihm auf, sechs Tage und sieben Nächte langnicht zu schlafen. Aber Gilgamesch vermag esnicht. Trotzdem will Utnapischtim ihm nocheinmal helfen, und auf seinen Rat taucht Gil-gamesch nach seiner Abfahrt in den Südwasser-ozean und holt das Lebenskraut herauf, daser nach Hause mitnehmen will. Unterwegs-badet Gilgamesch in einem Teich mit kaltemWasser; da kommt eine Schlange, angelocktvon dem Duft des Krautes und nimmt es mitsich. So kehrt Gilgamesch unverrichteter Sachenach Uruk zurück. — Da er doch sterben muß,will er wenigstens wissen, wie es in der Unter-welt aussieht, und es gelingt ihm nach vielerMühe, den Engidu zu beschwören, der herauf-steigt und ihm über das trostlose Dasein in.der Unterwelt Auskunft gibt.
In diesem letzten Teil, der Totenbeschwö-rung, die auf der 12. Tafel steht und wohl nichtzum ursprünglichen Epos gehörte, haben wireinen der weniger häufigen Fälle, in denen einToter aus der U. heraufsteigt und Auskunftgibt. Der ausführlichere erste Teil, der auf denTod Engidus folgt, schildert die Reise ins Landder Seligen, wohin Utnapischtim mit seinerGemahlin eingegangen ist, wie Menelaos in dergriechischen Sage ins Elysion. Auf Einzel-heiten, die sich mit antiken Vorstellungen ver-gleichen lassen, wird unten gelegentlich hin-gewiesen. — Über andere babylonische Höllen-
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