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fahrten s. o. Bd. 3, Sp. 268ff. Wenn im Istar-mythos (a. a. 0. 262) ausführlich an zwei Stel-len beschrieben wird, wie alles auf der Erdewährend der Abwesenheit der Istar unfrucht-bar wird, so darf man auf die ähnliche Schil-derung im homerischen Demeterhymnos v. 305 ff.verweisen. — Alle diese babylonischen '1 extefinden sich jetzt auch bei üngnad, Die lieli-gion der Babylonier und Assyrer 1921.1
3. Von anderen orientalischen Mythen sei ionoch der von Ara, dem Sohn des Aram, er-wähnt. [Er steht lei Moses von Chorene , Hist.Arm. 1,15 und Ps-Agathang., Hist. Amt. ant.;beide Texte, die auf dieselbe Quelle zurück-gehen, wohl auf das von A/oscs dem Mar ApasA atina zugewiesene Werk, finden sich in fran-zösischer Übersetzung bei Lavglois im Anhangvon Müller s FUG b S.26f. und I97f.: Semi-ranris, die Frau des Assyrerkönigs Kinos, hattevon der wunderbaren Schönheit des jungen ar- scmenischen Königs Ara gehört, und in Liebe zuihm entbrannt berief sie ihn zu sich nach Ni-nive . Da aber Ara sich weigerte, zog sie mitHeeresmacht gegen ihn; Ara ward geschlagenund selbst getötet. Da ließ Pemiramis die Leicheauf die Terrasse ihres Palastes bringen undsagte: 'Ich will den Göttern befehlen, seineWunden zu lecken, und er wird wieder zumLeben zurückkehren’. Als aber die Leiche zuverwesen begann, befahl sie, sie in einer Grube r,<zu verbergen, und schmückte einen ihrer Günst-linge, einen schönen Mann, und verbreitete dasGerücht, die Götter hätten die Wunden desAra geleckt und ihn wieder zum Leben erweckt.Auf diese Weise, fügt 2 J s.-Agathangelos hinzu,entstand die Legende von den Aralez. — DieseAralez sind Geister des altarmenischen Glau-bens, welche Tote, insbesondere Gefallene, zumLeben wieder zuriickiufen können. Bo wie dieGeschichte bei den christlichen armenischen 4Historikern vom Ende des 4. Jahih. an vorliegt,ist es, wie II Gehtr, Ber. dir seichs. Ges. phil-htti. Kl. 48(1896), 128 if. gezeigt hat. eine ratio-nalistische L’mwandlung eines alten Mythos, in-dem das Gaukelspiel der bemiramis binzuge-fügt wurde. Ursprünglich ist Ara wirklichw jeder aufgelebt. Dies, an sich schon wahr-scheinlich, wird zur Sicherheit erhoben durchden Vergleich mit dem platonischen Mythosvon Er, dem Pamphylier, dem Sohn des Arme- !nioB (Bep. 10, 614tf.), mit dem man die Erzäh-lung von Ara, dem Armenier, schon längst zu-sammengestellt hat; vgl. zuletzt Carvhdis, Arm-ins, Hermes , Michael 1913,10ff. Der platonischeEr erzählt nach seiner Wiedererweckung, waser im Jenseits geaebaut hat. Das Wesentlichedieser Erzählung ist die Lehre von der W'ahldes Lebensloses, mit dem der Mensch nach derWahl unentrinnbar verknüpft ist. Jeder Menschhat seinen Dämon und sein freigewähltes Le-bensschicksal, über dessen Erfüllung der Dä-mon wacht. Nun ist es höchst merkwürdig,worauf ich gelegentlich schon binwies ( Pauly-Missoua-Kroll 11, 2127), daß wir diese wesent-lichen Gedanken des platonischen Mythos auchbei einem räumlich weit entfernten Volke, denBatik auf Sumatra , wiederfinden. Sie unter-scheiden genau zwischen der Seele (begu,
und der Lebenskraft (tondi,^ug(5s); vgl. überdieseVorstellung Pauly-Wissowa-Kroll 11, 2112 ff.Nach der Schilderung von Joh. Warneck, DieBeligion der Batak 1908, S. 49f. fordert undempfängt jeder Tondi vor seinem Herabkom-men auf die Erde von Gott in der Oberweltdas Geschick des Menschen, in den er eingehenwill. 'Da er sich selbst ein bestimmtes Loserbittet, so ist Gott nicht schuld, wenn derTondi sich nicht das Gute wählt. Denn es stehtganz und gar in seinem Belieben, welches Ge-schick er haben will’. (Dem entsprechen dieberühmten platonischen Worte: alria ilogivov,thös &vcdziog.) Gott legt ihm allerlei zur Wahlvor. Erst nachdem der Tondi eins dieser Ge-schicke sich ausgewählt hat. läßt Gott ihn ineinen Menschen eingehen. Niemand kann seinLos ändern, das Zugemessene muß man ruhigabwarten. — Nach einer anderen Sage der Ba-tak steht in der überirdischen Welt ein groß-mächtiger Baum, auf dessen Blättern alle ver-schiedenen Geschicke des Menschen verzeichnetsind. Jeder Tondi , der zur Mittelwelt, zur Erde,hinabgehen will, muß erst von Gott eines derBlätter sich erbitten. W r as auf dem von ihmgewählten Blatte geschrieben stebt, das wirdsein Los in der Mittel weit. — Weiterhin er-zählt Warneck noch eine Sage von einem Kna-ben, der einseitig zur W'elt kam, nur ein Auge,
:> ein Ohr, einen Arm, einen Fuß hatte, und dernach Überwindung von allerlei Schwierigkeitenden Weg zu Gott zur Oberwelt (wie der pla-tonische Er) fand. Hier klärte ihn Gott überdie Wahl der Lebenslose und den Tondi auf,machte sogar das Los des Knaben rückgängigund ließ ihn nochmals wählen, worauf er nachlanger Wahl wieder zu seinem ursprünglichenLose griff. — Wir haben also bei den arme-nischen Historikern, bei Platon und bei deno Batak drei Ausstrahlungen einer Sage, in wel-cher von der Beise ins Jenseits erzählt wird;der Held der Erzählung berichtet dann, waser dort gesehen. Bei den armenischen Historikernist dieser Bericht des Helden fortgefallen, beiPlaton und den Batak liegt aber eine im wesent-lichen identische Auifassung von der Wahl derLebenslose u. a. vor. ln dem platonischen My-thos haben wir also einen testen Punkt, andem wir den Einfluß des Orients auf Erz.Uli-u lungen von Wanderungen ins Jenseits feststellenkönnen.] Platon s Nachbildung der armenischenErzählung macht eB wahrscheinlich, daß auchdiese darauf hinauslief, daß der Wieder-erstandene von den Dingen im Hades erzählte,[wie es auch der Batakknabe tut]; vgl. o. Bd. 3,Sp. 2268. Ist die Annahme richtig, daß der pla-tonische Er den ersten Bestandteil des NamensErikapaios bildet, so darf dieser MytboR wohlals kleinasiatisch angesehen werden; ein Dio-60 nysos ’Ilorx(i)rr(aios) ist jetzt aus der Gegendzwischen Thyateira und Hierokaisareia bezeugt(Wiener Denl sehr. 63 (1910), 2, 112 ); weiter hin-auf den Gott nach Assyrien zu verfolgen (K. Beth,Wien . Stud. 34 (1912), 288 ff.), würde ich nichtwagen, obwohl die Verknüpfung des Ara mitSemiramis darauf binweieen könnte.
4. Wie die griechischen Dichtungen von denUnterweltsfahrten mit dem Gilgameschepos zu-
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