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Sechster Band. U - Z und Nachträge.
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dann das Erdorakel, das vielleicht in der Ka-staliaschlucht lag, an jenes χάΰμα versetzen.Eine Übertragung der Vorstellung von einerälteren Orakelstätte nach dem späteren Heilig-tum von Delphoi scheint in der Tat stattge-funden zu haben, und daraus folgt weiter, daßfür jenes ältere Heiligtum die Erdschlucht vonbesonderer Bedeutung gewesen sein müsse, dasonst die Vorstellung von ihr nicht so hart-näckig an einer Stelle gehaftet hätte, wo esein χάΰμα nicht gab. Dann aber war wahr-scheinlich jene Erdhöhlung als Eingang in dieU. gedacht. Dazu stimmen die Bezeichnungeines delphischen Wassers, nach Corssen, Sokr.1 (1913), 607 der Kastalia, als Styx (Plut. 1yth.or. 17,402), die delphische Platane, die Aga-memnon gepflanzt haben sollte (Plin. 16,238;vgl. Castalia arbor Prop. 3,13, 3; Corssen, Sokr.1 [1913J, 610); denn die Platane findet sich auchsonst am Eingang zur ü. Ferner auch die ver-sinkende Quelle Kassotis, an deren Ausdün-stungen, wenn Plut. Pyth. or. 17 (vgl .Dümmler,Kl. Sehr. 2,137) dieselbe meint, die Priesterinsich berauschte.

23. Akarnanien . Epeiros. Das Orakeldes Amphilochos, das Aristides 38, 21 S. 318,10 K (1, 78 l)df.) nach Aitolien verlegt, das aberwahrscheinlich in dem sog. amphilochischenArgos war, kann als ein Eingang in die U.gedacht worden sein. Ampel. 8,2 meint offen-bar dies Argos: unde est ad inferos descensusad tollendas sortes; vgl. liohde, Ps. 1, 121 A;Dieterich, Kl. Sehr. 106. Ins Thesproterlnndsollte sich Orpheus der Eurydike wegen gewen-det haben (Paus. 9, 30,6); ebendort befand sicham Acheron und der Αχιροναία λίμνη ( Thuk.1,46; Skyl. 30; Str. 6,256; 7,324; Liv. 8,24,2)das von Periandros befragte Nekyomanteion (Herod. 6, 92, 7). Ein Abstieg in den Hadesim Molosserland ist aus der rationalistisch um-gedeuteten Sage von dem König Aidoneus, zudem Theseus und Peirithoos kamen (Plut. Thes.31, 35), zu erschließen.

24. In Thessalien, das doch wegen derZauberei seiner Weiber und auch wegen seinerTotenbeschwörungen berühmt war, haben sichnicht viele Spuren ehemaliger Hadeseingängeerhalten. Zu erwähnen sind etwa der Fluß Le-thaios bei Trikka (Str. 14, 047), Admetos , dernach einem Hadesnamen, wie die Bezeichnungder Hekate als Αδμητον χόρη ( Hesych. s. v.)vermuten läßt, genannte König von Pherai undseine aus dem Hades zurück geführte GattinAlkestis ; endlich der vermutlich erst nachträg-lich in die Kentaurensage verflochtene Kaineus,der die Erde Bpaltend in die Tiefe gefahrensein soll (o. Bd. 2, Sp. 894, 51; vgl. liohde, Ps.1, 115f.; Berthold, Die l'nveruundbarkeit inSage u. Abergl. BGVV 11,1 (1911), 18ff. [Dazudas neue Akusilaosfragment F. Gr. Uist. 1,2 F.22.]). Daß Kaineus seine Lanze mitten auf demMarktplatz errichtet und verehren läßt, hateine Entsprechung an der Aufstellung der Ares-lanze auf dem Areopag (Hellanikos FÜG 1, 54,69; vgl. die Lanze als Muttermal der von Aresabstainmenden Sparten o. Bd. 2, Sp. 846, 12 tf.und lieinach, Pev. hist. rel. 60 (1909), 339, derHesych. Κάδμου δόρυ vergleicht; s. auch Bert.

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phil. Wochenschr. 1912, 1030) und läßt darandenken, daß auch dort ein Blutgericht stntt-fand, bei dem die aufgepflanzte Lanze wohldie Gegenwart des strafenden Gottes Anzeigensollte. Nahe Gyrton mündet in den Peneiosder Europos, den die Ilias £ 766 Titaresiosnennt und als 2itvyog vSatog &it oppci>£ bezeich-net; denselben Ausdruck gebraucht Kirke (Od.X 614) von Kokytos. Vielleicht ist mit diesemNamen einst auch der Europos bezeichnet wor-den; doch scheint Plin. 30,31 den /lomerischenTitaresios geradezu dem Horkos, also dem Styx gleichzusetzen. Endlich ist wahrscheinlichdas Heiligtum, aus dessen Legende die Helden-sage Thetis entlehnt hat, sei es das spätereThetideion bei Pharsalos, sei es ein älteres,dessen Überlieferung auf jenes überging, einEingang zur U. gewesen. Die Göttin wurde imBinnenlande verehrt und war nicht ursprüng-lich Seegöttin; ihr Name ist wahrscheinlichdie Kurzform zu 0sofio9txig. Das weist aufeine Gerichtsstätte; daß auch hier wie bei derStätte, die durch die Kaineuslegende beglau-bigt werden sollte, eine Lanze als Gerichts-zeichen in die Erde gesteckt wurde, läßt dieberühmte Lanze des Peleus vermuten.

25. Isthmosstaaten und Achaia. Me-gara. Über den Felsen Anaklethra, der einenEingang zur Unterwelt bezeiclmete, s. o. Bd. 2,Sp. 1293, 46ff. und über den Hadeskult in Me-gara und seinen Kolonien Pareti, Studi sic. edital. (Contrib. alla scienza dell antich. 1, 1914)S. 253f. Die unterirdische Höhle am Isth-mion, bei der die heiligsten Eide der Korin-ther geschworen wurden, war wahrscheinlichursprünglich als Hadeseingang gedacht. Hiersollte Melikertes xexgvcp&aL (Paus. 2, 2, 1), d. h.wohl als Entrückter fortleben; vgl. Paulv-Wis-sowa-KroIl 11,2141. Der Gaios, das Heilig-tum der Ge Eurysternos nahe dem Krathisin Achaia, scheint einst als U.-eingang gegol-ten zu haben; die Priesterin stieg, nachdemsie sich durch Trinken von Stierblut einemGottesurteil unterzogen hatte (Paus. 7,25,13),in eine Höhle hinab, wo sie Weissagungen emp-fing; Plin. 28, 147.

26. Elis, Triphylia, Messenien . Daßder Aschenaltar der Ge an dem Gaion oderGaios von Olympia mit dem Orakel der Erd-göttin und das sog. Kxoyiov ©ffudos (Paus. 6,14, 10) einmal als Hadeseingang und Gerichts-stätte gegolten hat, läßt sich ans den ähnlichenWeissagestätten der Ge Themis, namentlichder delphischen erschließen. Die Lage ist un-gewiß; s. Weniger, Klio 14,426; F.Curtius,Abh.2, 60; Maaß, üesterr. Jahresh. 11 (1908), 7. Daßdas Gaion einst zu den alten Kultstätten Olym-pias auf dem Kronion gehörte, ist nicht un-wahrscheinlich; aber das tpgaypa diog Kaxai-ßaxov, das wahrscheinlich mit dem Ge-Orakelnicht bloß örtlich verbunden war, scheint au-zudeuten, daß die Kultstätte entweder ursprüng-lich eine andere Bedeutung als die eines Ha-deseinganges hatte oder sie wenigstens spätergewann. In Pylos sollte nach einem Ge-dicht, auf das die Ilias E 390 (vgl. lind. Pyth.9, 33) Bezug nimmt, Herakles den Hades ivvfxrsaai an der Schulter verwundet haben. Da

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