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Sechster Band. U - Z und Nachträge.
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unter die Erde, diese an der Welt Ende setzte.Vielmehr kennt auch die Odyssee das Toten-reich in der Tiefe (z. B. X 65. 164. 476; v 81;ca 106) und in der Ilias (I 568; T 61; X 482)ist die Einheitlichkeit in dieser Beziehung nurdeshalb gewahrt, weil der Stoff dem Dichterkeinen Anlaß hot, den U.-eingang am Welt-rande zu erwähnen. S. auch Eggers, De OrcoHomerico 1836; F. Bichter, Die homerische Vor-stellung vom Hades 1873; Th. II. Martin, Tra-dit. homer et hesiod. sur le sejour des morts (Ann.de lassoc. pour lencour. des et.gr. 12, 1878).Daß solche Eindichtungen stattgefunden haben,ist freilich richtig. So gibt gerade in derNekyia Iul. Afrieanus in seinen neoroi <0x.Bap. 3,412; Wünsch, Arch. f. Bel.-Wiss. 12[1909],2ff.; Pauly- Wissoiva-KrolllO, 122; Suppl.4,330) 27 Verse, die in der übrigen Überliefe-rung fehlen und die wahrscheinlich sogarnicht von einem einzigen Fälscher, sondern inzwei Absätzen erfunden sind. Um die An-nahme eine Einschubes zu begründen, bedarfes anderer Anzeichen als der Widersprüche.Auf dem Gebiet der Hadesvorstellungen, wodas freie Schalten der dichterischen Einbil-dungskraft nur durch Überlieferungen von sehrverschiedener Herkunft, nämlich eine bestimmteAnschauung des Weltbildes einerseits und an-dererseits die Kulteinrichtungen verschiedenerHeiligtümer beschränkt wurde, müssen Wider-sprüche anerkannt und hingenommen werden,wie sie sich denn auch tatsächlich in deneschatologischen Vorstellungen fast aller Völkerfinden.

IV. Beschreibung der Unterwelt.

36. Lichtlosigkeit. Keine Eigenschaft derU. wird häufiger hervorgehoben als ihre Fin-sternis. Vielleicht ist sie bereits in ihrer Be-zeichnung "Ai8r\s ausgesprochen, wenn nämlichdiese zu ISelv gestellt werden darf. Außerdemheißt aber Hades ScXagnstog, &.vctvyr\zog, äiSrj-ios, fpfiuO g, Hvwxog, nsXaivorazog, Joqpepög,Orcus wird pallidus, luridus genannt; vgl.Bruchmann und Carter, Epitheta deorum. Vgl.weiter etwa Eur. Alk. 438; Kaibel, Epigr. 203,4; 310, 3; Find. frg. 130; Cic. Tusc . 1, 37; Verg.Georg. 4,471. Eine Dämmerung wie im finsternWalde herrscht bei Verg. Aen. 6,270 schon indem Grenzland diesseits des Totenflusses. [Vgl.auch das Land der Finsternis, durch welchesAlexander nach späten Einschüben des Romanszieht, um zum Lande der Seligen zu gelangen;Ps.-Kall. 2, 37 f.] Die Vorstellung von der Fin-sternis der U. findet sich auch in den semiti-schen Schriftdenkmälern. Bei den Assyrernheißt, wie vielleicht bei den Griechen, die U.der 'Ort, wo man nicht sehen kann; [s. auchden Istarmythos o. Bd. 3, Sp. 259 und J. Kroll,Beiträge zum Descensus ad inferos 1922, 36, 3].Von der finsteren Scheol sprechen Hiob 10,21 f.; Ps. 88,7,13; 143,3; Klaget. Ier. 3,6.Dem finsteren Orte des Hades steht das Ely-sion gegenüber; hier spendet eine besondereSonne purpurnes Licht; Verg. Aen. 6, 641; ähn-lich schon Find. Ol. 2, 67 f.; frg . 129; vgl. auchAristoph. Ban. 454; Val. Fl. 1, 844. [Dazu Die-terich, Nekyia 23 ff. Auch mit der Erscheinung

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der Himmlischen ist Licht und Glanz verbun-den {Pauly-Wissowa, Suppl. 4, 316 f.), währendder Unterweltsdämon Eurynomos (s. o. Bd. 1,Sp. 1427) blauschwarz, der christliche Teufelschwarz ist; s. Pauly- Wissowa 10, 2407 f.J

37. Verschiedene Vorstellungen vonder U. Der Hades als Höhle. Wir ken-nen aus dem Altertum verschiedene Vorstel-lungen oder, wie man vielleicht richtiger sagt,Gleichnisse, durch die das Wesen der U. an-gedeutet oder umschrieben werden sollte. DieseBilder widersprechen sich zum Teil und stehenunausgeglichen nebeneinander, sind wohl auchnicht gleichzeitig entstanden. Sich das Toten-reich als eine große Höhle vorzustellen, lagum so näher, als so viele Grotten als Eingängein die U. galten; daher konnte dies Bild leichtentstehen, sich erhalten oder auch erneuern;es findet sich später auch nicht selten (z. B.Anakr. bei PLG 3, 268, 43; Karkin. TGF*p. 799, frg. 5; Ap. Bhod. 2,735; Cic. Tusc . 1,37; Euer. 1,115; Verg. Aen. 6, 400; 7,568; SU.It. 13, 425; Sen. Ag. 2; Thyest. 106; Hippol.1201; Anth. Lat. 1534B, 3), hat aber, weil esin dem Begriffe der U. fast schon enthaltenwar, keine Entwickelung und jedenfalls nichtdie Bedeutung gehabt wie die Vorstellungen,die der Einbildungskraft einen weiteren Spiel-raum ließen.

38. Von diesen ist am frühesten verschollenund nur durch Kunstdarstellungen (o. Bd. 3,Sp. 3220, Fig. 11; Sp. 3231, Fig. 12; vgl. auchdie Abb. Bd. 1, Sp. 960) bezeugt und aus My-then zu erschließen die Auffassung der U. alseines Fasses; Gruppe, Griech. Myth. u. Bel-Gesch. 94,3; 761, 9; Jane Harrison , die diesesBuch rezensiert hat, gibt diese Vermutung, zu-letzt Proleg. to the Study of Gr. Bel. 32 ff. alsihre eigene. Vielleicht hängt diese Vorstellungdamit zusammen, daß in sehr alter Zeit dieToten öfters in nitkoi oder yvepai bestattetwurden; Eitrem, Hermes und die Toten 67;Schräder, Mitt. der Schles. Ges. f. Volksk. 12(1910), 61. Wahrscheinlich war in Troizen wäh-rend des 8. Jahrh.s die U. oder die Höhle,durch die man in diese zu gelangen glaubte,als großes Gefäß ausgemauert oder es war einGelaß in die Erde gelassen, in das die denUnterirdischen bestimmten Gaben geworfenwurden; [man denke etwa auch an die Dipy-lonvasen, die auf den Gräbern standen, be-stimmt, die Opferspenden aufzunehmen]. WennEurystheus, der ursprünglich König von Troizen war, auf Vasenbildern in ein Faß (xaXxovvnitkos, Diod. 4,12) gekrochen sein soll, als ihmHerakles den lebenden erymanthischen Eberoder den Kerberos vorführte, so hat der argi-vische Dichter, der dies zum Ruhm seinesFürsten erfand, wahrscheinlich an das Faß ge-dacht, das den Troizeniern als Zugang zur U.galt. Nach diesem ni&os wurde ein mythischerName gebildet, dessen richtig gebildete Kurz-form llixtkivs Bezeichnung für den Großvaterdes troizenisehen Unterweltsdämon Theseus ist;[s. auch Ehrenberg, Bcchtsidee 34,3]. An ge-wissen Tagen, mtkolyia genannt, scheint mauden Eingang zur U. geöffnet zu haben; s. o.nr. 19. Dies ist zwar nicht für Troizen über-

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