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vielleicht so wenig griechisch wie der zufälliggleichlautende des Mantuaners und die Be-zeichnung der Rohrdommel. Wenn der vonApul. 6, 18 erwähnte Eseltreiber mit den herab-gefallenen Holzscheiten wirklich Oknos war,wie ziemlich wahrscheinlich ist, wird der Nameund die Vorstellung wie so vieles in dem Psyche-märchen aus einer orientalischen (kleinasiati-schen?) mystischen Dichtung stammen und (imAnfang des 6. Jahrh.?) von Griechen übernom-men sein. Unter diesen Umständen scheint esmir zweifelhaft, ob Furtwänylers und Roberts(s. o. Bd. 3, Sp. 825) scharfsinnige Kombinationder Apuleiusstelle mit dem sf. Vb. in Palermo die Urform der Sage wiederhergestellt hatund nicht vielmehr eine den Sinn der Erzäh-lung zerstörende Umformung, die vorgenommenwurde, damit der Name üknos zu άχνιΐν zupassen schiene. — Vgl. über Oknosdarstellun-gen auf Sarkophagen Bull, d’arte 1908, 88 ff. /Orion X 572; Minyasfr. 6; Hör. e. 2,13,39./ Peirithoos, o. Bd. 3, Sp. 1767, 34ff.; vgl. X631 (wohl mit Unrecht verdächtigt); Brückner,Österr. Jahresh. 13 (1910), 51; Studniczka , Arch.Jcthrb. 41 (1916), 190f. ' Phineus , Sen. Here,für. 759; Dümmler, Kl. Sehr. 142. / Salmo-neus, o. Bd. 4, Sp. 292, 41ff. / Sisyphos , o.Bd. 4, Sp. 964. / Tantalos , o. Bd. 6, Sp. 79tf.
Theseus, o. Bd. 5, Sp. 715ff. / Tityos , o.
d. 5. Sp. 1036 ff.
54. Wie diese Sünder aus der Zahl derübrigen Toten heraustreten, so werden sie auchbisweilen an einen besonderen Ort versetzt,der nach Verg. Aen. 6,548f. vom TartareusPhlegethon umgeben und mit dreifacher Mauerumschlossen ist; nach Flut. ser. num. vind. 22,S. 564 f, stößt Erinys die schwersten unheil-baren Sünder etg το άρρητον xal άόρατον.Hen. 22,11 kennt einen Strafort, an dem dieGottlosen bis zum Tage des Gerichtes abge-sondert verweilen. Wenn man von einer hölli-schen Feuerglut sprach, wird diese entwederwie Vergils Phlegethon an jene Stätte der Ver-dammten verlegt, oder die ganze U. galt, ent-gegengesetzt der Stätte der Seligen, als Straf-ort. Vielleicht knüpft das Strafgericht, dasden abgefallenen Juden an der Stätte ihresheidnischen Kultus auf der Grenze zwischenJuda und Benjamin angedroht wird ( lerern. 7,32; 19,6; vgl. Ies. 66,24), an Vorstellungenvom höllischen Feuer an, die noch in der christ-lichen Literatur nach wirkten {loh. άποχ. 9,1 f.; 11; 11,7; vgl. 19,20; 20,10; Luk. 8,21)und die schon früh mit dem im Tal Hinnomgeübten, nach Ansicht der Propheten ruchlosenGötzendienst verbunden waren. Daß die Strafender Frevler schon in der vorepischen Literaturder Griechen und auch schon in der Kulturder vorgriechischen Bevölkerung und im Orientausgemalt waren, ist nicht unwahrscheinlich,aber die berühmten mythischen Namen, diesie bei Homer und den Späteren tragen, könnenihnen erst im Laufe der Entwickelung desgriechischen Heldengesanges beigelegt sein. Esist deshalb grundsätzlich gegen Dieterichs ( Nek.68 ff.; s. dagegen Dümmler, Kl. Sehr. 140 ff.),später von Radermacher, Rh. Mus. 63 (1908),630 ff. aufgenommene Vermutung nichts einzu-
wenden, daß auch in der griechischen Sagedie Büßer ursprünglich namenlos waren. Ineinzelnen Fällen sind tatsächlich in der bil-denden Kunst Büßer nur nach der Art ihresFrevels bezeichnet worden, z. B. der Frevlergegen seinen Vater {Paus. 10,28,4) und derTempelräuber {ebd. 5) auf Polygnots Nekyia inDelphoi; und die Wasser in Sieben Schöpfen-den sind auf älteren Kunstwerken z. T. männ-lich, es können also hier nicht die Danaidengemeint sein, deren Namen tatsächlich aucherst im 3. Jahrh. {Fs.-Flat. Axioch. 13, 371 e;Flat. Rep. 2, 363 d spricht nur von üvoaioi undadn toi) jenen Büßerinnen beigelegt wird. Esist unwahrscheinlich, daß die Orphiker den al-ten namenlosen Gestalten volkstümlicher Er-zählungen die heroischen Namen beigelegt ha-ben, ebensowenig ist wahrscheinlich, daß inden Überlieferungen dieser Mysterien schon im6. Jahrh. ein Verzeichnis der mythischen Frevleraufgestellt wurde. Im Gegenteil kann von denspäter überlieferten Büßern kein einziger eineralten Mysterienüberlieferung mit Wahrschein-lichkeit zugeschrieben werden. Von der orphi-schen Literatur, in deren Resten überhauptkeiner der bestraften Frevler genannt wird,kommt, wenn von der unbeweisbaren Annahmeeines Einschubs der die Büßer behandelndenVerse der Odyssee abgesehen wird, der Zeitnach höchstens die älteste orphische Theogonie(o. Bd. 3, Sp. 1120 ff.) in Betracht, die sich abernicht mit dem Jenseits befaßte, und die My-stiker des 6. Jahrh.s, an welche Dieterich dachte,schlagen ebenfalls ganz andere Richtungen ein.In ihren Theogonien und Kosmogonien stellensie das Weltgebäude so dar, daß das persön-liche, der Sinnenwelt unterworfene Dasein alstrügerisch, unheilvoll, das Aufgehen in dasAll-Eine als das einzig Erstrebenswerte erscheint(o. Bd. 3, Sp. 1139ff.), in ihren Eschatologien(o. Bd. 3, Sp. 1132 ff) zeigen sie, wie der Menschder Sinnenlust entfliehen und sich von demZwange der Seelenwanderung frei machenkönne. Mit diesen Gedanken steht die Vor-stellung von den Büßern zwar nicht in so offen-barem Widerspruch, daß beide, nachdem sieeinmal gegeben waren, nicht hätten nebenein-andergestellt werden können, wie dies beiVergil wirklich geschieht; aber daß die Vor-stellung von den heroischen Büßern eben inden Kreisen entstand, welche die Seelenwande-rung lehrten, ist doch ganz unwahrscheinlich.Und doch führt genauere Betrachtung der inder Odyssee genannten Büßer auf die Vor-stellung von der Eitelkeit des Sinnengenussesund des rastlosen Strebens, also wenigstens indie Nähe jener Orphiker, die der Zeit undauch ihren sonstigen Bestrebungen nach jeneGestalten nicht geschaffen haben können. DerHauptvorwurf, den die Prediger der Weltfluchtgegen das Begehren und Streben richten, ist,daß es nie zur Ruhe kommt, daß vielmehrdem befriedigten Wollen immer ein neues nach-wächst zu frischem Leiden des in der Sinnen-welt befangenen Menschen: diesen Gedankendrückte die von der Odyssee benutzte Nekyia durch den Mythos von Tityos aus, der dieLeto begehrte und dem zwei Geier die immer