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Sechster Band. U - Z und Nachträge.
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89-90
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89 Unterwelt

läßt den Toten ttcmr μέτοχος werden. Die In-seln der Seligen setzt Plin. n. h. 4,119 den In-seln der Götter gleich, nnd weit verbreitet istdie Vorstellung, daß die Toten in den Himmelzu den Göttern eingehen und zu Sternen ( Pas-cal, Iiiv. filol. dass. 38 [1910], 427 ff.) oder selbstzu Göttern ( Boussel, Bev. et. owe. 14 [1912], 380)werden können. Die Totenvergötterung ist ur-alt. Nichts hindert die Annahme, daß auchin der Welt, in welcher der Dichter der Odys-see lebte und in welcher der Totenzauber un-tersagt war, sich einzelne Spuren der unter-drückten Vorstellung erhalten hatten, und daßMenelaos , der aus den Vorstellungen der ho-merischen Epen heraustritt, deshalb nicht stirbt,weil ein alter Glaube ihn im Jenseits weiter-leben ließ. Meuelaos und Helena scheinen ausder Legende einer Kultstätte zu stammen, diesich vermaß, das Schicksal der Toten in derU. zu bessern. Auch der Name Elysion deutetauf eine solche Mysterienkultstätte. Er gehört,wie mit Recht angenommen wird, zu Eleusis .Die alte Ableitung von έΧεύ&ω ist unanfecht-bar. Dies Wort hat die Bedeutung 'bringen,hervorbringen, intransitiv oder medial 'kom-men, hervorkommen, sprießen, gedeihen. Eleu-tho oder Eileithyia ist die Göttin, die hervor-bringt, έηηΧυσίη ein Zauber, der das Wachstumverhindert, ήΧναιον , ένηΧνσιον ein Platz, derdurch einen einschlagenden Blitz geheiligt(Suid. s.IIX.; Ilesych, Et. Magn. 341, 5; vgl.Petersen, Burgtempel der Athena 82; Pauly-Wissowa-Kroli 10,2461f.; 11,2139f.) und da-durch nach dem Glauben der Alten zu einerStätte des Gedeihens geworden ist; Eleusis ,das Heiligtum, wo die Göttin der Hervorbrin-gung alles Guten im Diesseits und Jenseitsverehrt wird. Uhadamanthys gehört wahrschein-lich der kretischen Urbevölkerung an und istvon den Griechen durch Menelaos übersetztworden. Es ist doch kaum ein Zufall, daß Od.d 564, η 323 auch er ζαν&άς heißt wie sonstMenelaos , und es ist nicht gerade wahrschein-lich, daß es von Anfang an zwei Herren imElysion gegeben habe. Gehörte Uhadamanthysin die Legende, die den Ort der Seligen mitdiesem Namen bezeichnete, so entstammt erWohl dem Sagenkreis des Eileithyiaheiligtumsder knossischen Hafenstadt Amnisos (Str. 10,476; Paus. 1,18,5). Doch ist er in der späte-ren Überlieferung, die zwischen Elysion undInseln der Seligen nicht unterscheidet, gewöhn-lich nach diesen versetzt. Hier läßt ihn Pind.Ol. 2, 75 wohnen, und wahrscheinlich nach demHeiligtum, an dem von ihm erzählt wurde,hat ein Dichter die Insel Kreta μαχάρων νήσος(vgl. Plin. 4, 68) genannt. Erythrai, das seinenGründer zum Sohn des Rhadamanthys machte,heißt ' Land der Seligen ( Kaibel zu ep. 904).Theben, dessen Burg μαχάρων νήσοι genanntwurde ( Lykophr 1204; Armenid. bei Suid. undHesydi. s. v.), hat diese Bezeichnung ebensowie den Rhadamanthys und dessen Gattin, dieDach den Inseln der Seligen überbrachte Alk-tnene, aus der Überlieferung von Okaleia oderHaliartos (o. Bd. 4, Sp. 84, 68ff.) übernommen;8 päter ging die Versetzung ins Paradies aufden Eponymos der Kadmeia über {Pind. Ol.

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2, 78; vgl. Apollod. 3, 39). Solche Umdeutungensind nicht vereinzelt. Radtke s {Herrn. 36 [1901],43) Vermutung, daß die Kadmeia wegen desthebanischen Ammonion (vgl. die Ammon ioider Oase fiaxccQcov vgoog, Herod. 3, 26; Hurisb. Steph. Byz. AHiaaif) Inseln der Seligen ge-nannt wurde, trifft vielleicht insofern das Rich-tige, als später die auffallende Bezeichnungauch durch diese Zusammenstellung begründetsein kann. Mccxuqcov vrjaoi ergibt sich aus die-sen Benennungen von Heiligtümern noch nichtals Aufenthalt der glückseligen Toten, ist aberals solcher deshalb anzunehmen, weil der My-thos Helden und Heroinen durch Zeus dorthinversetzt werden läßt; Hes. Op. 171. WennRhadamanthys in der Fassung der Legendenicht ursprünglich ist, die das Paradies alsInseln der Seligen bezeichnet, so wird zu die-sem ursprünglich ein anderer Gebieter gehörthaben, und da liegt Kronos am nächsten,den Hes. Op. 109 und Pind. Ol. 2,70 (vgl. o.Bd. 2, Sp. 1456 f.) dort wohnen lassen, und dervielleicht als Herr der Seligen dem Zalmoxisgleichgesetzt wurde; Phot. Z aX(uo^ig nach Mnas.FHG 3,163,23; Jlesych EdXu.

67. Wer einmal in das Land der Erlösteneingegangen ist, hat den Tod nicht mehrzu fürchten. Daher läßt die Sage auf denInseln der Seligen das Kraut wachsen, dessenGenuß Unsterblichkeit verschafft {Alex. Ait. b.Athen. 7, 296e; Schol. Bern . Georg. 1,437).Die Vorstellung wird später in der Geschichtedes Glaukos von Anthedon (o. Bd. 1, Sp. 1679,16 ff.) verwendet, und wahrscheinlich hat einHymnos in der boiotischen Stadt, wo vielleichtauch von Rhadamanthys erzählt wurde, vonden Inseln der Seligen gesungen. [So zeigtauch Utnapischtim im Lande der Seligen demGilgamesch , wie er das Lebenskraut aus demSüßwassersee holen kann. Dieser Süßwasser-see spielt auch in der Sage von AlexandersZug zum Lande der Seligen eine große Rolle;er wird erwähnt Ps.-KaM. 2, 31; 3, 17 p. 122;

3, 21, p. 130; Ep. ad Arist.6 p. 198 K. = 2üPf.Hier ist die Säule des Sesonchosis, der an dieStelle Utnapischtims getreten ist. Dieser Seewird in den Cyriakusakten 'See der Versamm-lung genannt; s. o. nr. 61.] Der Dichter desboiotischen Hymnos wollte die Hoffnung aufdas Fortleben nach dem Tode begründen, dieden Teilnehmern am Kulte winkten, wenn sievon der am Orte wachsenden Zauberpflanzegenössen. Er hat damit einen neuen Mythosgeschaffen, aber die ihm zugrunde liegendeVorstellung von der Pflanze der Unsterblich-keit ist älter; sie findet sich nicht nur auchin der Sage vom kretischen Glaukos (o. Bd. 1,Sp. 1687, 35), sondern gehört überhaupt wiedie von den Früchten des Lebensbaumes zu denam weitesten verbreiteten. Wie neben demWasser der Lethe die Blume des Vergessenssteht, so entspricht der Blume oder dem Baumdes Lebens das Lebenswasser. Die Geschichtedieser Vorstellungen, die wahrscheinlich ur-verwandt sind, sich dann aber verselbständigtund nachträglich wieder unter einander undmit der von Nektar und Ambrosia durchkreuzthaben, kann hier nicht gegeben werden; vgl.

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