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Sechster Band. U - Z und Nachträge.
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209-210
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Veron. Aen. 10, 76), desgleichen mit Salacia(t/uae proprie meretricum dea appellata est aceteribus, Serv. Aen. 1 , 7:10, s. ob. Bd. 4, Sp 279)und gar mit der Marica von Minturnae, derenNamen man von mare ableitete, um sie alseine Venus marina erklären zu können (Serv.Aen. 7, 47 dicunt alii, per Maricam Veneremintellegi debere, cuius fuit sacellum iuxta Ma-ricum, in quo erat scriptum ΠΟΝΤ1Η ΑΦΡΟΔΙΤΗ,vgl. dazu 11. Peter, oben Bd. 2, Sp. 2375).

Die Darstellungen der Venus in der rö-mischen Kunst können nur im Zusammen-hänge mit der Kunstmythologie der griechi-schen Aphrodite behandelt werden, deren letz-tes Kapitel sie bilden. Auch da, wo Venus aufrömischen Denkmälern inmitten römischer Er-eignisse erscheint, z. B. in den Darstellungender römischen Griindungssage auf der Ara Ca-sali ( Helbig, Führer 8 1, 101, nr. 154. Amelung,Vatikan 2,236, nr. 87a) und dem jetzt im rö-mischen Thermenmuseum befindlichen Altaraus Ostia (Strcmg, Jtoman sculpture Taf. 73. 74.lielbig a. a. O. 2,207, nr. 1463), ist es der künst-lerischen Bildung nach die griechische Göttinund ihre Erscheinungsform dem Typenschatzeder griechischen Kunst entnommen. Ein Ansatzzur selbständigen Abwandlung der überkom-menen Formen auf Grund lömischer Vorstel-lungen findet sich nur in der Gestaltung derKultstatuen für die besonderen römischen Ver-ehrungsformen der Venus Felix (Poinpeiana),Genetrix und Victrix und die Venus des ha-drianiechen Doppeltempels. Diese sind obenin Kürze behandelt worden auf Grund des inder Abhandlung de Veneris simulacris Pomanis(Wissowa, Ges. Abh. S. 162) vollständig vor-gelegten Materials, auf die hier verwiesen wer-den muß. Die zahlreichen Venusdarstellungender kaiserlichen Münzprägung bedürfen nocheiner eingehenden Untersuchung. [Wissowa.]Vera, liufname der Tochter eines reichen,sicher aus dem Osten, aus 'Syria stammendenSeidenhändlers (negotiator sericarius) A. Plu-tius Epaphroditus zu Gabii in Latium (östlichvon Korn). Dieser hat im J. 168 n. Chr. seiner(verstorbenen) Tochter Pluti a Vera unter demNamen Venus Vera Felix Gabina zu Gabii einenTempel errichten lassen mit einem Bronzebild-uis in Gestalt der Venus, sowie mit vier Bronze-bildern in Nischen, mit Brouzetüre, einemBronzealtar usw. [ templum cum signo aereo effi-gie Veneris item signis aereis n(umero) 1111dispositis in zothecis et balbis ( valvis) aereiset aram aeream et omni cultu a solo sua pe-cunia fecit |; aus Anlaß dieser Weihung hater auch unter die decuriones und seviri Augu-stales, sowie unter die tabernarii intra murumnegotiantes Geldspenden verteilt und an dieGemeindekasse von Gabii einen Geldbetrag ein-gezahlt, aus dessen Zinsen jährlich am Ge-burtstage seiner Tochter die Dekurionen undScvirn ein Essen unter sich ' publice zu ver-anstalten hätten, widrigenfalls ein bestimmterKetrag sofort an die Nachbargemeinde Tuscu-lum abgetührt werden solle: Ü1L 14,2793Dessau, Inscr. Lat. sei. 5449 (vom 16. Mai 108ü· Chr.), jetzt zu Paris im Louvre. Zu verglei-chen sind die Grabschriften, in welchen Venus

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als weiblicher Schutzgeist genannt ist, wieCIL 2, 4415 = Dessau 8069, Tarraco: VenenLatinillae Spedius Maternianus mantus, ebensoHorn, CIL 6,1424. 20167. 15692-94 = Dessau 8061. 8060. 8063; einem im Alter von fast16 Jahren verstorbenen Mädchen haben ihreEltern statuam Veneris geweiht, CIL 14. 610 =Dessau 8062 (Ostia ). Gewöhnlich heißt derSchutzgeist einer Frau luno, s. Dessau 80638058. M. Ihm o. Bd. 2,1, Sp. 615617 und u. tArt. Verecundia-, aber auch Diana ist so ge-braucht, Dessau 8064 8066. Den NamenFelix trug Venus seit Sulla, der seinen Bei-namen Felix griechisch wiedergab durch Enu-(pQodirog (so hieß ja auch der Vater der Vera)und die Venus als Glücksgöttin (Felicitas) ver-ehrte, s. U'issoua, lielig. u. Kult. d. Pom.*, S. 291und o. Sp. 192 f. u. 203 f. Die Inschrift stehtauf einer großen Marmortafel, die wohl alsBauurkunde über dem Eingang in die äußereTempelwand eingelassen war. |Keune.]Veraudunus, örtlicher Gott im Gebiet derTreverer, mit seiner Gefährtin Inciona genanntin der Weihinschrift einer Steinplatte von1.03 m Länge, 0.39 m Höhe und 0.17 m Dicke,gefunden im J. 1916 auf dem 'Widdeuberg beiMensdorf, nordöstlich von Luxemburg , zwischendieser Stadt und Grevenmachern (an der Mo-sel ): In h(onorem) d(omus) d(ivinae) Deo Ve-rauduno et Incionae M. PI. Pestitutus ex votoAlpiniae Lucanae matris. P. Medinger, Pu-blications de la Sect. hist, de lInstitut G. D. deLuxembourg , Vol. 6<i (1923), S. 370 f. mit Abb.,wo angeführt wird N. van Werveke in den Me-moires de lAcademie de Metz, 19141920,p. 87112 [mit Tafelabbildung; nachträglichvon mir verglichen: Fundstelle auf dem Wir-tenberg (in der Aussprache des Volkes: 'Wide-berech, zwischen Mensdorf und Flaxweiler,unter einem mächtigen Baumstumpf. DerDenkstein wurde für das Museum zu Luxem-burg erworben].

Die Inschrift ist eine Tempelinsehrift, d. h.die Steintafel war über dun Eingang zumHeiligtum des Götterpaares, einer Kapelle, indie Wand eingelassen. Die Einleitungsformelder Inschrift weist diese in die Zeit nach.1. 160 n. Chr., s. Haug-Sixt, Die röm. Insehr.u. Bildwerke Württembergs 8 S. 43, zu nr. 12.Die Paarung von Gott und Göttin ist in Gallien beliebt, Belege s. z. B. zu Ucuetis. Der pro-vinziale Gott ist als deus bezeichnet, s. Pobert,Epigraphie de la Moselle 1, p. 67/68. Riese,Westd. /.eitsehr. 17 (1898), S. 15 ff.; bei demNamen seiner Genossin ist aber die Bezeich-nung dea fortgelassen, wie in anderen Weihun-gen, z. B. Deo Sucello (et) Nontosuelt(a)e, DeoUcueti et Bergusiae, Deo (Apollini) Borvoniet Damonae, Deo Apollini et Stronae, Deo Mer-curto et Posmertae, s. Bauhys Peal-Ewyelop.,Neue Bearbtg., Bd. I A, 2, Sp. 1134 Der bisherunbekannte, keltische Name des Gottes istlautlich gleichwertig mit dem häufigen Orts-namen Verodunum, Virodunum (V'erdun, Virton u. a., s. Holder, Altceh. Sprachschatz, Bd. 3,Sp. 389392). Da der Name des Fundortes inälterer Schreibung'Wirtenberg oder 'Wirden-berg lautet, so hat N. ran Werveke a. a. 0.

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