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Verbeia
Verecundia
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ihn mit Verodunum zusammengestellt, dennauch der 'Wirtenberg ’ bei Cannstatt-Stuttgart,dem die Grafschaft, dann Herzogtum , zuletztKönigreich Württemberg den Namen verdankt,mittelalterlich: 'Wirtin’, 'Wirten’, wird aufVirodunum, Verodunum zurückgeführt ( Holdera. a. 0., Sp. 392, nr. 28. Förstemann , Altdeut-sches Namenbuch, 2 [Ortsnamen]*, 2, Sp. 1886:'Wirtinisberk’). Gleichnamigkeit von Örtlich-keiten und Gottheiten im einstmaligen Gallien ist noch heute häufig nachweisbar, s. z. B.Nemausus, Vasio, Trittia, Vintius, Luxoviususw. Der Sohn, der dem Gelübde seiner Mutterentsprechend die Kapelle aut' dem luxembur-gischen Wirtenberg gestiftet hat, hat als Ein-heimischer seinen den Körnern nachgemachtenGeschlechtsnamen Pl{autius?) abgekürzt, weilfür ihn sein Kufname Restitutus wichtiger war,s. Krüger, Trierer Jahresberichte 5(1912), S.4/5;die Mutter trug gleichfalls romanisierte Namen(vgl. Lothr. Jahrb. 9 [18971, S. 180 ff).— [Incionaerklärt van Werveke p. 106 f. als Name einer(göttlich verehrten) Duelle.] [Keune.]
Verbeia, Göttin, welcher der Befehlshabereiuer hauptsächlich aus Galliern rekrutiertenHilfstruppe in Britannien, zu Ilkely (Ilkly , inYorkshire : Andrer, Handatlas"· 105/106, I 6) amFluß Wharfe, wahrscheinlich an der Stelle desalten Ortes Olicana, eine Inschrift geweiht hat,CIL 7, 208 = Dessau, Inscr. Lat. sei. 4731:Verbeiae sacrum, Clodius Fronto praeffectusjcoh(ortis) II Lingonium) [auf der rechten Seite:Bild einer Opferschale]. Die Inschrift, über-liefert durch Camilen 11600), war zur Zeit vonHör sieg (f 1731) noch vorhanden, aber fastvollständig verlöscht. Mit Recht hatte Camdenden Namen V. in Verbindung gebracht mitdem Namen des vorbeifließenden Wherfe (jetztWharfe geschrieben); vgl. auch Holder, Altcelt.Sprachschatz 3, Sp. 181. Über die 2. Kohorteder Lingonen und ihre britannischen Garnisonens. Cichorius in Pauly-Wissowa, Real- Encyclop.4, 1, Sp. 309. [Keune ]
Vereana, Quellgöttin mit wohl keltischemNamen, den zwei Weihinschriften der GalliaBelgica nennen: 1. im Gebiet der Mediomatriei,Brunnenschale, gefunden zn Ernstweiler (beiZweibrücken) in der bayr. Rheinpfalz , jetzt imMuseum zu Speyer , CIL IS, 4611. Hildenbrand,Der rüm. Steinsaal des Hist. Museums der Pfalz izu Speyer (1911), S. 39, nr. 103 mit Ahb. S. 37:ln h(onorem) d(omus) dfivinae) Deae Vercanui(i)sd(em) co(n)sfulibus) ips(e) ANT ■ Q ■ F ■POS · A Q (= ai/uarius ? mit vorhergehenden, ab-gekürzten Personennamen, oder posuerunt aquae-ductumVl) V ld(us) Mai(as). Der Wortlaut derInschrift, welche (wegen der Einleitungsformel)in die Zeit nach J. 150 n. Chr. zu setzen ist,nimmt Bezug auf eine jetzt verlorene Haupt-inschrift. Die keltische Endung -u ist nach- iweisbar als Nominativus Singularis Masc. =-o(n), als Dativus Singularis der männlichen-o-Deklination (Nomin. -os, also = lateinisch -ovon Nomin. -us) und auch als Nominativus Sin-gularis vom Femininum, s. Holder, Altcelt. Spr.3, Sp. 4—5; hier aber muß ein Dativus Sing.Feminini vorliegen. Daß Vereana {— Vercanae)mit umgekehrtem A oder A zu lesen sei, ist
unwahrscheinlich. — 2. im Gebiet der Trcveri,Altärchen aus Sandstein mit schlechter Schrift,gefunden in einem linken Seitental der Mosel ,bei Bad Bertrich , auf der Bonsbeuerner Flur(Kreis Wittlich) an einem Abhang, an welchemsich die Grundmauern eines Gebäudes hin-zogen, auf dem Mörtelestrich dieses Baues{Bonn . Jahrb. 28, S. 109), jetzt im Museum zuSigmaringen, Abguß im Prov.-Museum zu Trier ,Hettner, Die rüm. Steindenkmäler des Provinzial-museums zu Trier nr. 111 . CIL 13, 7667 ( Des-sau , Inscr. lat. sei. 4713): f)e(ae oder Deabus)Vercane et Medunc L. T(... ius) Acc(e)ptusv(otum) s(olvit) l(ibens) m(erito). Annahme vonzwei weiblichen Gottheiten, Brunnennymphen,mit dem bei keltischen Namen gewöhnlichenDativ auf -e, ist wahrscheinlicher, als Zusam-menstellung eines I)e(us) Vrrca>ies (Dativ -e,wie Ucuete u. a.) mit einer Genossin Meduna,wie sie sonst allerdings so sehr beliebt ist.Über die Namen der beiden Quellnymphen b.Fr. Cramer, Korrbl. Germania 1918, Heft 1,S.8— 10 . Das Altärchen war vielleicht ein Trag-altar, und das Zapfenloch der Oberseite hattezur Befestigung eines Tragringes, nicht einerStatue, gedient. Gleichzeitig wurde (außer zahl-reichen Tonbildchen) gefunden eine Marmor-gruppe der jagenden Diana, jetzt in Sigma-ringen, Abgüsse in den Prov.-Museen zu Trier und Bonn , Hettner-Lehner, Steindenkm. Triernr. 654. Lehner, Prov.-Museum Bonn , Abbil-dungen von Skulpturen 2 (1917), Taf. 8,2 undDie ant. Steindenkmäler (1918), nr. 173. Espe-randieu, Recueil des bas-reliefs, statues et bustesde la Gaule rom . 6, p. 296f., nr. 5107. Von der-selben Fundstelle stammt das Bruchstück derBauinschrift eines templum im Trierer Museum,Krüger, Trierer Jahresberichte 4 (1911 [1913]),S. 26 mit Abb. CIL 13,4, 11977; Abguß imBonner Museum, Lehner, Steindenkm. nr. 30. —Über Bertrich als römisches Bad s. K. v. Veilh,Bonner Jahrb. Sb (1888), S. 6 ff. K. Schumacher,Mainzer Zeitschr. 8/9 (1913/14), S. 97tf, wo S. 100bis 101 unsere Tempelanlage besprochen ist.Vgl. auch die Fundangaben der zu CIL 13,7667 =. 7668 angegebenen Literatur.
Holder, Altcelt. Sprachschatz 3, Sp. 183 hatdie Deutung des Namens V. durch d'Arbois deJubainville, Ha deisse de la cole.re’, Ableitungvon (keltischem) *vergä = 'Zorn’, angenommen,die gesucht und durchaus unwahrscheinlich ist.Auch Ableitung vom germanischen werk, wirken(Schönfeld, Wiirterb. d. altgerman. Personen- u.Völkernamen, S. 250. 261; vgl. Richard M-Meyer , Altgerman. Religimisgeschichte [1910],S. 401. K. Helm, Altgerman. Religionsgcsch. i[1913], S. 374 f., § 223) ist verfehlt. [Keune.]Verecundhi, neben dem weiblichen Schutz-geist luno genannt in der Grabschrift einesMädchens von 6*/, Jahren, gefunden zu Ostia an der Mündung des Tiber , verschollen, CIL14, 1792 - Dessau, Inscr. Lat. sei. 8067 ('Area’oder 'Urna’): Tunoni et Verecundiac UlpiaeCompses . ... 31. Ulpius Aug(usti) lib(ertus) Eu-tropus pater. Vgl. M. Ihm o. Bd. 2, 1, Sp. 616.der (Sp. 616—617) die Iunones als Frauengenien{Wissowa, Religion u. Kult, d. Römer 1 S. 176 f.182 f. Dessau 8053 ff.) behandelt. Vgl. die Pie-