215 Vero ... rtitianus
beiden Toren Quirinalis und Viminalis imJ. 1876 gefunden wurde, CIL 6. l,p. 838 (Add.)nr. 3 · 32 = 6, 4, 2, p. 8049, nr. 31067 = 1*, 2, 1,p. 561, nr. 804 = Dessau, Inscr. Lat. sei. 4019:
Vermino A. Postumius, A(uli) f(itius), A(uli)n(epos), Albi(nus), duovir lege Plaetoiia. Ab-bildung: Bull. arch. municipale 1870, p, 24. DenNamen des Gottes hat Henzen zusammengestelltmit der von vermina abgeleiteten Benennungeiner Viehkrankheit, verminatio (Plin. tuit. hist.28,180. 30,144: iumentorum v.). Zu seiner Kh-rung waren aus unbekanntem Anlaß, auf Grundeiner anderswo nicht genannten Lex Plaetoria,Duoviri aedi dedicandae eingesetzt, und zwarin einem unbestimmten Jahre des 7. Jahrh. derStadt Rom , und der genannte A. PostumiusAlbimus) [nicht identisch mit dem Konsul desJ. 003 d. St. = 161 v. Chr., sondern später | hatdie Weihung des TempelB vollzogen. — Jordun-Huelsen, Topogr. der Stadt Bom im Altert, Bd.1, 1, S. 218, 31 und 1, 3, S. 382, 3. Kiepert-Huel-sen, Formae Urbis Bimae antiquae, Taf. 1, Er,mit Nomenclator topogr., p. 0. Wissotva, Belig.
u. Kult, der Börner 7 S. 55, 4. [Keune.]
Vern... rtitianus, vicus — , Ortschaft beidem Kastell Cius in Moesia inferior, heuteHassarlik (Assarlyk, in der Dobrogea, Rumä-nien, nahe der Donau ; CIL 3, Suppi. 1, p. 1353und Suppl. 2, Tab. IV, Cr). Dem Scbutzgeistdieses Vicus hat ein Veteran, ehemaliger Sol-dat der in Niedermoesien stehenden Legio VMacedonica, als Dorfschulze gehuldigt mit CIL3, Suppl. 2, p. 2101, nr. 12479 ( Holder, Altcelt.Sprachseh. 3, Sp. 228), gefunden zu Hassarlik:[ Genio ] vici Vero.. | ..rtitiani C. lulius Va-le(n)s veter(anus) leg. V Maced. mag(ister) vici
v. s. I. m. [Keune.J
Yeroru, Dativ: Vcrore, ist als Name einerhispanisch-iberischen Gottheit erschlossen auBder Weihinochrift von Lucus Augusti in Gal-laecia — Lugo (CIL 2, Suppl., Tab. I, BCd.Andres, Handutlas 121 / 122 , Ö 1,2), CIL 2,2676= Dessau, Inscr. Lat. sei. 4607: Verore BufusM.'l ecx vi.'U, abgekürzt Vero. und Ver.: ebd.2677 und 2678 (jedesmal bildet der angegebeneGöttername die erste Zeile der Weihinschrift;das von Holder, Altcelt. Sprachseh. 3, Sp. 240außerdem aufgefiibrte Bruchstück CIL 2, 2579ist ganz unsicher). Es fragt sich aber, ob nichtauch in Verore eine Abkürzung vorliegt, dennmit Recht haben Hübner (CIL 2, Suppl., Indexp. 1130), Holder (a. a. O.), Dessau (a. a. O.) denNamen zusammengestellt mit CIL 2, 2676:VIRRORE | VIUAEGO ; ALTMIlVS | PATER-NVS | V-S'L-M, wo in Z. 1/2 zweifellos eineWeihung an einen iberischen Schutzgeist vor-liegt, dessen Name auf -aegus endigt (s. denArtikel Tiauranceaicvs), nach Holder: Virro-revi[ljiaegus·, es folgen die Namen des Stifters:(?)... ius Paternus mit der Weiheformel votumsolvit hbens merito. Die vier Inschriften CIL 2,2575—2678 hat Hübner in Lugo gesehen, jedochnicht lesen oder abschreiben können. [Keune.]
Verpant. in einer Inschrift im Gebiet derPictones (Poitou), bei Le Langon im J. 1868gefunden ('rep. . .. in sepulcro, ubi supra por-tam olim fuisse videtur'), C/L13, 1180, ist vonHirschfeld mit Holder, Altcelt. Sprachschatz 3,
Verticordia 216
Sp. 241 als vermutlicher Name eines Gottesgedeutet: Verpantto) \ Bomulus l(ibens). Dochwird die Deutung als Grahschrift, die seinemfrüheren, keltisch benannten Herrn V. seinEreigelassener, l(ibertus), mit dem ganzen Grab-denkmal gesetzt hat, empfohlen durch dieFundumstände. Zur Wortbildung Verp-antosvgl. Holder 3, Sp. 636 (1, Sp. 161 f.): -antö-,
[Keune. |
Verstiruung (ν,αζαβτίριβμός), s. Sterne o. Bd.
4, Sp. 1427 11’. und uuteu Verwandlungen.
Verl., unbestimmter Beiname der Ceres in
einer noch erhaltenen Weihinschrift von Po-tentia (Potenza) in Lucania , CIL 10,129 ('rep.cum anaglyphis vaccae lactuntis et cervae') =Dessau, Discr. Lat. sei. 3337: (über der Inschriftsind dargestellt Kopf eines Ziegenbocks mitOpfermesser und Opferteller) Cereri Vert. sa-
c(rum), Bocia Maxima sacerdos X Vviral(is) ..
zu welcher Dessau bemerkt: 'Sacerdotes quin-decimvirales praeterea non novimus nisi MatrisMagnae luatae’, vgl. Marquardt, Staatsverwal-tung 3 S , S. 395, 4 und Dessau Bd. 3, S. 681.— Im CIL 10,2 (Index), p. 1132 ist ergänzt:Ceres vert(ens't), dagegen bei Marquardt a. a.O. S. 396, 7: Cereri Vert(umno ). ln letzteremFall wären aleo die Götteinamen Ceres undVertumnus (s. d.) asyndetiseh zusammengestellt(Korrbl. Westd. Ztschr. 15 [ 1896j, Sp. 68). Dochvgl. Wissowa unten, Sp. 221. [Keune.]
Verticordia, Kultbeiname der Venus (indeVenus verso nomina corde tenet, Ovid . fast. 4,160), unter dem die Göttin angerufen wurde,quo facilius virginum mulierumque mens a libi-dine ad pudicitiam converteretur (Vater. Max.8,15, 12), wie in Theben die Aphrodite ’Απο-αζροφία verehrt wurde, ivet έτη&νμίας ze άνο-μον v.a.1 έργων άνοβίων άποβζρέψρ zö γένος ζώνάν&ρώπων (Pausan. 9,16,4; haltlose Vermu-tungen und Kombinationen über das Wesendieser Göttin bei K. Tümpel, Jahrb. f. Philol.Suppt. 11 [18801, S. 698 Bf.); die Deutung desNamens in den Schol. Slat. Theb. 6, 65 ut amo-res iniciat, rursum ut auferat macht danebenden Eindruck des Gekünstelten und Willkür-lichen. Die erste Erwähnung der Göttin fälltin die Zeit des zweiten Punischen Krieges,nicht lange nach der Einführung des Dienstesder Venus Erucina (s. Art. Venus) und vor dieÜbernahme des Kultes der Großen Mutter 550= 204 (über die Zeit s. Wissowa, Ges. Abhandl.
5. 13,4): aus unbekanntem Anlasse, der abermit der öffentlichen Sittlichkeit der Frauen imZusammenhänge gestanden haben muß, be-schließt der Senat auf Anregung der sibylli-nischen Orakel die Stiftung eines Bildes derVenus Verticordia, dessen Weihung durch dienach allgemeinem Urteil keuscheste der römi-schen Matronen erfolgen soll: zu diesem Ehren-dienste wird durch ein in doppelter Auslosungbestimmtes Wahlkollegiüm von zehn Frauen (exomnibus matronis centum, ex centum autem de-cem sorte ductae de sanctissima femina iudi-cium facerent, Val. Max. a. a. O.) Sulpicia , dieTochter des Ser. Sulpicius Pater culus (cos. 496= 268) und Gattin des vierfachen KonsulareQ. Fulvius Flaccus (cos. 517, 630, 542, 646237, 224, 212, 209), als die würdigste bezeich-
nt
so
30
40
50
60