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Vertumnus
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273) finden zu wollen, von vornherein jederGrundlage und dürfen als aufgegeben gelten.
[Wi8sowa.]
Vertumnus (ältere Form Vortumnus, vgl.Solmsen, Studien zur lat. Lautgeschichte S. 20 f.),eine Hauptgottheit der Etrusker ( deus Etru-riae princeps, Varro de l. I. 5,46), verehrt ins-besondere in Volsinii {Prop. 4,2,4), dem Vor-orte des etruskischen Städtebundes (über diesenvgl. Mommsen, Staatsr. 3, 666 f., A. 1. E. Bor-mann, Archäol.-epigr. Mitteil, aus Oesterr- Un-garn 11 [1887], S. 103 ff. A. Bosenberg , DerStaat der alten Italiker S. 61 ff.), wo es aucheine Göttin Voltumna (s. d. Art.) gab, bei derenHeiligtume die Bundesversammlungen statt-fanden. Eine Zusammengehörigkeit beider Gott-heiten ist sehr wahrscheinlich, ihre Namen hatW. Schulze {Zur Geschichte lat. EigennamenS. 252) mit den Geschlechtsnamen utimini (Vel-tymnus, Veldumnius ) und vertimna (allerdingszur Zeit noch unbelegt) zusammengebracht;ist das richtig, so beruht das lateinische Aus-sehen des Namens {' his name like Picumnus,is beyond doubt Ljatin’, Fowler, Boman festi-vals S. 201) auf Zufall. Rom kennt den Gottnur als etruskischen Einwanderer. Sein Bildstand seit alter Zeit in dem das Forum mit demVelabrum und dem Zirkustale verbindenden,überaus verkehrsreichen und namentlich demKleinhandel zum Sitze dienenden vicus Tuscus,dessen Namen die römischen Gelehrten von eineretruskischen Invasion, sei es des Lucumo ( Prop.4, 2, 51 f.), sei es des Caeles Vibenna (Varro de1 . 1 . 5, 46), die beide dem Romulus gegen TitusTatius zu Hilfe gekommen sein sollten (viel-leicht führt darum Varro de l. I. 6, 74 Vortum-nus unter den Gottheiten des T. Tatius auf),oder auch des Porsenna (Liv. 2, 14, i)) ableite-ten (das Material vollständig bei Jordan, To-pogr. d. Stadt Bom 1,1, S. 273 f. 295; 1,2, S. 469).Dieses signum Vertumni {Liv. 44, 16, 10 poneVeteres ad Vertumni signum; Cic. Verr. 2, 1,154 quis a signo Vortumni in circum maximumvenit und dazu Ps. Ascon. p. 255 St. signumVortumni in ultimo vico turario est; nur Por-phyrio zu Uor. epist. 1,20,1 redet irrtümlich voneinem sacellum des Gottes in vico turario)war ein Wahrzeichen der ganzen Stadtgegendund wird als solches häufig erwähnt {Hör.epist. 1, 20, 1 Vertumnum lanumque, liber, spec-tare videris; CIL 6, 9393 = Dessau 7696 faberarg(entarius) [ad VJortumnum), es war ein Erz-bild {Prop. 4,2,61, dessen Angabe, daß dasErzbild an Stelle eines alten, 'daedalischen’Holzbildes getreten sei, natürlich freie Erfin-dung ist) und wurde noch in der Zeit Diocle-tians erneuert, wie die eben an dieser Stellegefundene Inschrift CIL 6, 804 = Dessau 3688Vortumnus temporibus Diocletiani et Maximianibeweist. An dieses Bild und an die Ausdeu-tung des von vertere abgeleiteten Namens knüpftalles das an, was uns die Dichter der augu-steischen Zeit von dem Gotte zu berichten wis-sen. Über das Aussehen des Bildes erfahrenwir leider nichts Bestimmtes, sondern nur, daßes Brauch war, es mit den Blumen der Jahres-zeit zu bekränzen und ihm die jeweils reifenFrüchte in die Hände zu legen {Prop. 4, 2, 41 ff.
nam quid ego adiciam, de quo mihi maximafama est, hortorum in manibus dona probatameis? caeruleus cucumis tumidoque cucurbitaventre me notat et iunco brassica vincta levi,nec flos ullus hiat pratis, quin ille decenter im-positus fronti langueat ante meae, vgl. v. 13 ff.prima mihi variat liventibus uva racemis et co-ma lactenti spicea fruge tumet, hic dulces ce-rasos, hic autumnalia pruna cernis et aestivomora rubere die. insitor hic solvit pomosa votacorona, cum pirus invito stipite mala tulit; s.auch Ovid. met. 14,687ff.), ähnlich wie demPriapus, mit welchem Fulgentius (serm. ant. 11,p. 116,5 TT. semones dici voluerunt deos, quosnec caelo dignos ascriberent ob meriti pauper-tatem, sicut sunt Priapus Epona Vertumnus,nec terrenos eos deputare vellent pro gratiae ve-neratione) den Vertumnus auf eine Stufe stellt.Wahrscheinlich haben aber auch sonst die klei-nen Leute und Bewohner dieses lebhaften undbetriebsamen Stadtviertels, Fischer, Wagen-lenker, Hirten, Krämer, Soldaten u. a. demGotte häufig die Geräte und Kleidungsstückeihres Berufes als Weihgeschenke dargebrachtund an seinem Bilde aufgehängt, so daß sichdaraus erklärt, was Properz (4, 2, 21 ff.) undOvid {metam. 14, 643 ff.) unter Ausdeutung desNamens von der Fähigkeit des Gottes zu er-zählen wissen, die Gestalt aller Altersklassenund Berufsstände anzunehmen. Neben dieserAuslegung als Gott der unbeschränkten Ver-wandlungsfähigkeit {Tibull. 4, 2, 13 talis inaeterno felix Vertumnus Olympo mille habetornatus, mille decenter habet; vgl. Ovid . fast.6, 409 conveniens diversis iste figuris), auf Grundwelcher Horaz {sat. 2,7,14) einen unbestän-digen Menschen als Vertumnis, quotquot sunt,natus iniquis bezeichnet und Ovid {metam. 14,623 ff.) sein Märchen von der Liebeswerbungdes Gottes um Pomona erfunden hat (er er-scheint der spröden Schönen in den verschie-densten Gestalten und gewinnt sie schließlichin der eigenen, als schöner Jüngling), stehenverschiedene andere: da er die Gaben allerJahreszeiten erhält, gilt er als Gott des annusvertens {Prop. 4, 2, 11); weil sein Bild ungefähran der Stelle steht, bis zu der das Hochwasserdes Tiber zu steigen pflegte, schrieb man ihmdie Abwendung der von dem Strome drohendenGefahren zu {nomen ab averso ceperat amnedeus, Ovid . fast. 6,410; Vertumnus verso dicorab amne deus, Prop. 4, 2,10; vgl. Serv. Aen. 8,90 von der ficus ruminalis und dem Lupercal:hac enim labebatur Tiberis, antequam Vertumnofactis sacrificiis averteretur); oder wegen desum sein Bild herum betriebenen regen Han-delsverkehrs machte man ihn zum praeses ver-tundarum rerum , hoc est emendarum ac venden-darum {Porph. zu Hör. epist. 1 , 20, 1 ; vgl. Ps-Ascon. p. 266 8t. Vertumnus autem deus inver-tendarum rerum est, id est mercaturae ), eineVorstellung, die sowohl dem Columella 1 0 , 308fF.mercibus ut vernis dives Vortumnus abundet, ettitubante gradu multo madefactus Iaccho aeresinus gerulus plenos gravis urbe riporUt vor-schwebt wie Plautus, wenn er {Cure. 484) imTuscus vicus Menschen sich aufhalten läßt,vel qui ipsi vorsant vel qui aliis ubi vorsenlur
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