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Sechster Band. U - Z und Nachträge.
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223-224
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runiensi scheint aber richtig überlieferte, volks-mäßige Schreibung statt Viruniensi ( CIL 3,4870. 5031) = Virunensi ( CIL 3, 4868. 15205;

6, 1569) zu sein. [Keune]

Vervactor s. B. Beter, o. Bd. 2,1, Sp. 230.

Verwandlungen ( MtzixuoQqioaasig 1. Litera-tur: J. G. L. Mettmann , comm. de causis etauctoribus narrationum de mutatis formis. Leip-zig 1786. Meineke, Uber mythol. Verwandt.,vornehmlich in Hins, auf Ooids Metamorph., nSoest 1792. C. E. Zedritz, De orig, et nat.metamorph. ex Ovidiano max. Metamorph. op.conrid. disquisitio. Progr. Upsala 1839. Platz,Die Götterverwandlungen. Karlsruher Lyceal-progr. 1857. ./. Bolte, De monum. ad Odys-seam pertinent, cap. sei. Anhang. Berlin 1882.

Gr. Wentzel, Mythograph. Mise. II im Philo-logus 51, S. 4664. B. Khicald, Bericht überOvid in Barsian-Müller-Körtes Jahresber. 80,1894, S. 38 tf.42, 1914, S. 100 ff. E Mar- SUni, Antonini Lib. metam, syngr. Praefatio.Leipzig 1896. M. W. de Vißer, De Graec.diis non refer, spec. hum Leiden 1900. B. Hol-land, Mythogr. Beitr. im Philot, 69, 1900, S. 347.

H.Kienzle, Ovidius qua ratione comp, my-thol. ad metam, adhib. comp. Basel 1903.M. W. de Vißer, Die nichtmenschengestalt. Göt-ter d. Griechen. Leiden 1903. G. Lnfaye, Lesmetam. dOvide et leurs modeles Grecs. Paris 1904.

J. D etze, Komp. u. Quetlenben. in Ovids sMetam. Hamburg 1905. I. Castiglioni, Studiintorno alle fonti et alta compositione delle me-tam. d'Ovidio. Pisa 1906. W. Volgraff, Ni-kander und Ovid, I. T. Groningen 1909.W. Bubbe, De metam. Graec. cap. sei Halle 1913.

J. Burckhardt, Griech. Ku turgesch. 2, S. 5 ff.

A. Laudien, Der röm. Saginkreis in OvidsMetamorph. in Sokrates 2, 1914, S. 281 if.

I. Entstellung der Vervvandlungsvorstellung. 41) Die Vorstellung von der Möglichkeit einesGestaltwechsels stammt aus der Urzeit, dennsie ist mit den Grundannahtnen des Animatis-mus oder Fetischismus, des Totemismus unddes Animismus aufs engste verwachsen. Wennman vor einem unheimlich erscheinenden Ge-genstand Furcht empfindet und ihm Verehrungerweist, so setzt man unbewußt voraus, daß inihm eine geheimnisvolle Macht Gestalt gewon-nen hat; wenn der Stamm im Totemtier seinen fAhnherrn sieht, so meint er, daß Mensch undTier in diesem Ursprungswesen zu einer Ein-heit verschmolzen gewesen sei, was nur durchAnnahme der Tiergestalt seitens eines Men-schen erklärt werden kann. Ganz otfenkundigist dies die Anschauung des Animismus, da erbeim Tode des Menschen seine Seele aus demLeibe scheiden und in andere Menschen, inTiere, Pflanzen oder sonstige Dinge übergehenläßt. Daß diese Vorstellungsweise einst auch 6in Griechenland geherrscht hat, ist längt an-erkannt und von de Vißer durch reichhaltigeSammlungen erwiesen worden (M. W. de Vißer,De Graecorum diis non referentibus speciemhumanam. Leiden 1900. Derselbe, Die nichtmenschengestaltiqen Götter der Griechen. Leiden1903). Dementsprechend gehört die Fähigkeitdes Gestaltenwechsels später zu den Wesens-

Verwandlungen

eigentümlichkeiten der Götter, wie bereits beiHomer zahlreiche Erzählungen erkennen lassen.Erst auf dieser Entwicklungsstufe ist aber dieklare Vorstellung einer Umgestaltung oder Ver-wandlung (perauogipaais) vorauszusetzen, denndas göttliche Wesen muß zuerst in einer be-stimmten Gestalt gedacht werden, ehe es diesein eine andere verwandeln kann. So empfiehltes sich von den bei Homer vorkommenden Ver-wandlungen auszugeben und hieran die Masseder später auftretenden, nach Gattungen ge-sondert, anzureihen.

Verwandlungen bei Homer .

2) Als besondere Eigentümlichkeit besitztder Meergott ProteuB die Fähigkeit der Selbst-verwandlung ( Hom. Od. 4, 417 if. 466 ff.), offen-'bar deshalb, weil das Wasser selbst keine blei-bende Gestalt hat, wie sich die gleiche Fähig-keit später auch bei Nereus (o. 3, 246 f.), Ache-loos, Triton, Thetis und Phorkys (3, 2434) zeigt.Aber auch die übrigen Gottheiten vermögenbeliebige Gestalten anzunehmen lediglich in-folge ihrer göttlichen Machtvollkommenheitdaher sie gewöhnlich in der Gestalt bestimm-ter Personen auftreten, sobald sie mit Men-schen verkehren wollen. So erscheint Athene in der Ilias als Phoinix (17,56'), Laodokos(4,87), Deiphobos (22,227), als Wagenlenkerdes Diomedes (5, 793 ff.) und als Wollspinnerin(3,386); in der Odyssee als Mertes (1, 105),Mentor (s. d 1), Telemachos (2, 383), als Toch-ter des Dymas (6, 22), Wasserträgerin (7, 20),Herold (8,8), Mann (8,194), Hirt (13, 222) undFrau (13, 288. 16, 168. 20, 31). ln der Ilias ferner Hera als Stentor (5, 785), Apollon alsMentes (17, 73), Periphas (17, 323), Agenor (21,600), Lykaon (20, 81), Asios (16, 717) und Phai-nops (17, 683); Poseidon als Thoas (13, 216),Kalchas (13, 45) und als alter Mann (14,136);Iris als Polites (2, 791) oder Laodike (3, 121 tf.);Ares als Akamas (5, 462); der Flußgott Xan-thos als im Strudel stehender Mann (21, 213),Poseidon und Athene als Männer (21, 285), end-lich Hermes als fürstlicher Jüngling (24, 347).Seltener nehmen sie, und zwar jedenfalls nur inKücksicht auf die Schnelligkeit der Bewegungund den Aufenthalt im Luftraum, auch Vogel-gestalt an, so daß Athene einem Raubvogel(fl. 19,350), einem Seeadler (Od. 3, 372), einerSchwalbe (Od. 22,240), einem Vogel (Od. 1 , 320),sie und Apollon zwei Geiern (II. 7, 59), Hypnoseinem Nachthabicht (fl. 14, 291), Ino-Leuko-thea einem Taucher (alffvia, Od. 5, 337. 363)gleicht. In ähnlichem Sinne verwandelt sichBoreas in ein windschnelles Roß (II. 20, 224;vgl. 16,150), Athene aber erscheint sogar gleicheinem fallenden Sterne (II 4,75), wobei frei-lich nicht zu entscheiden ist, oh der Dichtereine Verwandlung oder einen bloßen Vergleichim Sinne hat. Doch auch Orion und seinenHund Seirios versetzt er bereits unter die Stern-bilder (II. 18, 486 ff. 22, 26 ff.).

Die Götter legen bei ihrem Verkehr mitden Menschen deshalb ihre eigentliche Gestaltab, weil der Anblick den meisten von diesenUnheil bringt (II. 20, 131; s. o. 4, 671); nurwenige wie Priamos (fl. 24,460 ff. 682 ff.) und