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insbesondere Achilleus als Sohn einer Göttinvermögen ihn zu ertragen (II. 1, 198. 18, 16(5.182). Niemand kann sie gegen ihren Willenerkennen ( Od . 10,573. 16, 169ff.), auch wennsie unter dem Volke Fremdlingen gleichendin allerlei Gestalt verkehren (Od. 17, 485 ff.;vgl. 13, 312 f.).
3) Infolge ihrer Macht sind die Götter im-stande, die Verwandlung auf Menschen undDinge zu übertragen, wobei sie sich oft einesZauberstabes (pdfJäog, aurjnaviov) bedienen;dieser ist ursprünglich lediglich der den Herr-scher als Inhaber der Strafgewalt kennzeich-nende Züchtigungsstock, der durch seinenSchlag die sofortige Ausführung des Verwand-lungsbefehls erzwingt. Bei Hermes ist er zumständigen Zeichen seiner Zaubermacht gewor-den (Od. 6, 47). Durch die Berührung mit einemStabe verwandelt Athene den Odysseus in einenBettler (Od. 13,398. 429 ff.), und sie benutztihn auch wieder bei der Rückverwandlung (Od.16, 172), ebenso Kirke bei der Verwandlungseiner Gefährten in Schweine (Od. 10, 288. 293.319. 389), während Poseidon durch einen Schlagmit seinem ourindviov den beiden Aias Schnel-ligkeit und Kraft verleiht (II. 13,69 ff.), wasffie Auffassung als bloßes Machtzeichen bestä-tigt, da sie der Schlag offenbar zur Anspannungihrer Kräfte anspornen soll (vgl. II. 15, 694).
Die Verwandlung eines Menschen in eineGottheit findet sich nur bei Ino-Leukothea (Od.5,333); dagegen wird die Tochter des Paudareos(Aedon-Philomela) nach Tötung ihres SohnesItylos zur Nachtigall (01. 19,618), Niobe und ihreUntertanen werden zu Steinen (II. 24, 611 ff.).Zeus versteinert eine Schlange (11. 2,319), Po-seidon macht ein Phäakenschiff zu einem Felseni Od. 13, 163). Bei dem Übergang in Tiergestaltbleibt den Menschen das Bewußtsein (Od. 10,240 u. Schol. dazu und zu 10, 329; vgl. Ovid.tuet. 2,485. Nonn. Dion. 5,322 f. Aesop. fab. 294Halm. Luk. Asin. 16. Apul. met. 3, 26. August,civ. Dei 18, 18, p. 278, 11 ff Domb)\ haben dochauch die Tiere eine Seele (Od 14, 426). Selbstbei der Versteinerung wird dies wenigstens inRücksicht auf Niobe (II. 24, 617) vorausgesetzt;Schlange und Schiff bewahren bei derselbenihre Gestalt.
Verwandlungssagen in nachhomeri-scher Zeit.
4) Da alle Hauptarten von Verwandlungenbereits bei Homer auftreten, ist es nutzlos, ihrweiteres Vorkommen im Anschluß an die ein-zelnen zeitlich aufeinanderfolgenden Quellenzu beobachten. Die eigentliche Metamorphosen-dichtung entwickelte sich erst in alexandrini-scher Zeit. Die durch Alexanders Heereszügehervorgerufene Ausbreitung der geographischenund naturwissenschaftlichen Kenntnisse ver-anlaßte nämlich bei mangelhafter und unkri-tischer Beobachtung, jedenfalls im Anschlußan die tatsächliche Metamorphose der Lurcheund der meisten Insekten, die Annahme allermöglichen sonstigen Verwandlungen. So sahman z. B. in den vom zurückgetretenen Nilhinterlassenen Lachen Mäuse, die noch zurHälfte aus Schlamm bestehen sollten (Diodor.
Roschkr, Lexikon der gr. u. röm. Mythol. VI
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1,10; vgl. Lucret. 6, 793 ff. Pompon. Mela 1, 9,3). Bienenschwärme ließ man aus den Leiberngefallener Stiere hervorgehen (o. 1,648; vgl. 2,2640), ebeuso Wespen aus denen von Pferden(Archelaos bei Varro , rer. rustic. I. 3, 16, 4), dieStörche sollten im Alter zu Menschen werden(Alexandr. v. Mynd. bei Aelian . de anim. 3, 23),und alles mögliche der Art, was Plinius inseiner Naturgeschichte auführt.
Schon in verschiedenen Dichtungen desEuphorion und in den Αίτια des KaUimachos,einer um 250 v. Uhr. entstandenen Sammlungvon Ursprungs- und Gründungsgeschichten, mö-gen sehr viele Verwandlungssagen enthaltengewesen sein, da sie oft als Quellen für solchegenannt werden; insbesondere aber behandelteein frühalexandriniseher Dichter, der seine inHexametern verfaßte Ornitbogonia einer sagen-haften delphischen Priesterin Boim zuschrieb,die Verwandlungen von Menschen in Vögel(Susemihl, Alex. Litter. 1,379); Metamorphosen verschiedener Art stellte Nikandros von Kolo-phon in seinen Heteroiumena um 160 v. Chr.zusammen. Diese beiden Werke, besonders aberdasjenige des Nikander, bildeten neben einemmythologischen Handbuche die Hauptquellenfür die Metamorphosen des Ovid, der freilichauch die Werke des Euphorion und Kalli-machos selbst einsah, sowie für die prosaischenNacherzählungen des um 200 n. Chr. anzu-set/.enden Antoninus LiberaUs (Ehrcald, Jahresb.über Ovid bei Bursian-Müller 80, 1894, S. 41.44; vgl. ebenda S. 62 dessen Urteil über dieenarrationes metamorph. des sog. Lactantius),welche uns etwa 190 Erzählungen dieser Artüberliefert haben, während unten 9—18 über400 zusammengestellt worden sind. Auch Anti-gonos von Karystos der Jüngere hat zwischen60 u. 40 v. Chr. ΰίλλοιώΰης und Parthenios vonNikaia. in Rom zur Zeit des Augustus Meta-morphosen gedichtet (Susemihl, Alex. Litt. 1 ,193); diejenigen des Apuleius samt ihrem Vor-bilde, dem Aovxiog η d bvog des Lukianos , be-nutzen die Verwandlung nur als Einkleidungs-form für romanartige Schilderungen. Auf einenQuellennachweis und den Quellenzusammen-hang im einzelnen kann hier nicht eingegan-gen werden.
II. Vorübergehende Verwandlungen.
ö) Bei der Einteilung der Verwandlungs-sagen ist zunächst zwischen zeitlich vorüber-gehenden und dauernden Verwandlungenzu scheiden.
Wie bei Homer , so wird auch später oftdie Annahme von Menschen-, Tier- oder son-stigen Gestalten durch Götter erwähnt. DerZweck ist dann meist: den Verkehr mit einergeliebten Person zu ermöglichen oder zu ver-heimlichen, der Liebesverfolgung oder eineranderen Gefahr durch die Verwandlung zu ent-gehen, zuweilen auch sonst eine Absicht durchdie Täuschung zu erreichen. So gesellt sichPoseidon der Melantho als Delphin (2, 2683),der Demeter-Erinys und einer Harpyie alsHengst (3, 2803); die Gestalt des FlußgottesEnipeus (s. d. u. vgl. o. 3, 104) nimmt er an,um mit Tyro oder mit Iphimedeia verkehren
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