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einen besonderen arkadischen Wolfsgott (BubbeS. 17) anzunehmen hat. Ähnlich steht es mitder in einen Hund verwandelten Hekabe (1,1882), denn auch der leichenfressende Hundist ein Seelentiei·, in dessen Gestalt unseligeMenschen bei ihrem Tode übergehen ( Ovid.met. 13, 668 ff.).
Ganz abzuweisen ist die Vermutung, daßOdysseus eine Nebenform des roßgestaltigenPoseidon Hippios sei ( Bubbe S. 18), wie diesbereits durch Johannes Schmidt 3, 663 ge-schehen ist. Die Angabe des Servius ( Verg.Aen. 2,44), Athene habe den Odysseus in einPferd verwandelt, wird durch ihre Verbindungmit der zweifellos spät erfundenen Sage überdie Abkunft des Pan von Penelope als unzu-verlässig gekennzeichnet. Die Vorstellung vonGöttern in Tiergestalt behandelt auch Hoferunter Porkos (3, 2772 f.).
8) Dagegen ist hervorzuheben, daß die Göt-ter, wenigstens nach späterem Glauben, ihrenLieblingen zuweilen die Gabe der SelbBtver-wandlung verleihen, wie dies Poseidon mitseinem Enkel Periklymenos (3, 1968. 2824) undmit seiner Geliebten Mestra (1,1376 ff. 2,2846),Zeus mit Lamia (2, 1819) tut. Viel häutigeraber geben sie ihnen vorübergehend selbst eineandere Gestalt, um ungestört mit ihnen ver-kehren zu können. So verwandelt Zeus die Ioin eine Kuh und Poseidon die Theophane inein Schaf (3, 2824). Oder sie verändern ihreGestalt, um sie zu irgendeinem besonderenZweck unkenntlich zu machen, wie man sichverkleidet oder vermummt. Abgesehen von derUmformung des OdysseuB in einen alten Bett-ler bei Homer (3, 609) vor seinem Besuch desEumaios und der Rückkehr in seinen Pa-last, verwandelt Eos den Kephalos in einenanderen Mann, um ihm die Prüfung seinerGattin Prokris zu ermöglichen (2, 1903), Arte-mis aber die Taygete in eine Hirschkuh, damitsie den Nachstellungen des Zeus entgehe (3,1210. 6, 154). Um ihn zu bestrafen, gibt Hera dem Teiresias eine Zeitlang die Gestalt einesaffenartigen Menschen, der den Namen Pithon(s. d.) erhält.
III. Dauernde Verwandlungen.
9) Besonders zu betrachten sind die in spä-terer Zeit außerordentlich häufig auftretenden idauernden Verwandlungen. Ihr Zweck ist ofteine Belohnung oder eine Bestrafung des Um-gestalteten, letzteres besonders bei der Ver-steinerung; zuweilen bildet die Umformungaber auch für die mitleidige Gottheit das Mittel,Qm einen Unglücklichen auB seinem Elend zuarlösen. Die höchste Belohnung Lesteht dage-gen in der Apotheose, d. h. in derVerwand-lung eines Menschen in eine Gottheit durchVerleihung der Unsterblichkeit, obwohl freilich <damit eine eigentliche Umgestaltung nicht not-wendig verbunden ist. Schon bei Homer wird81 e dem Odysseus von Kalypso angeboten (3,6 °8), dem Menelaos und der Helena aber (1,U'50. 1972. 2456f. 2,2790), sowie den Dios-kuren (1,1162. 1972), dem Ganymedes (1,1696),Kleitos (2,1220) und Tithonos (1,1261 f. 5,1024)wirklich zuteil.
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Bei Herakles (s. d.) ist sie noch nicht völligdurchgedrungen, da er einerseits als Gott be-trachtet wird, andererseits aber als Schatten-bild in der Unterwelt fortlebt ( Hom. II. 18,117 ff. Od. 11, 601 ff.). Die Tochter des KadmosIno wird zur Göttin Leukothea (Hom. Od. 6,333ff.; vgl. Halia 2 und 6, 288), später ebensoihr Sohn Palaimon zum Meergott (3, 1266 ff.).Der Seher und Held Amphiaraos wird nach> seinem Tode zu einem unterirdischen Gotte,was er sicher schon ursprünglich gewesenwar (1,302); die zur Heroine herabgesunkeneAriadne steigt nach ihrer Verbindung mitDionysos wieder zu ihrer alten Stellung alsFruchtbarkeitsgöttin empor (1, 634), und inähnlichem Sinne wird Semele von diesemihrem Sohne zur Göttin Thyone erhöht (1,1047). Nach den Kyprien und Hestod wirdIphigeneia nach Taurien entrückt und zur Göt-) tin Hekate gemacht (2, 302), oder sie wirdzur Gottheit der Geburtshilfe Orsilocheia, dieder Artemis Ao%icc gleichsteht (3,1208); Saronlebt als Meergott fort; ein Fischer aber wirdzum Meergott Glaukos (1, 1678ff.; vgl. 4, 387)und Titaia, die Mutter der Titanen (s. d.), zurGe. Rhadamanthys wird in die ElysischenGefilde am Ende der Welt entrückt (4, 81),Alkmene auf die Inseln der Seligen ver-setzt und erhält göttliche Ehren (1, 248); diei keusche Aspalis wird zur Genossin der Arte-mis (1, 644). Achilleus lebt auf Leuke fortund wird als Gott verehrt (1, 61); Iasion wirdzu den Göttern entrückt (2, 61), Kaineus in dieErdtiefe. Apollon erhebt die Hirtin Kyrene zurNymphe (2,17 2 2); die sieben Lesbierinnen wer-den zu Musen (2, 1952ff.); Apollon rettet dieTöchter des Staphylos Rhoio, Parthenos undMolpadia aus Todesgefahr und verleiht ihnengöttliche Ehren, Molpadia erhält den NamenHemithea (4, 1418). Ebenso genoß Neoptolemos-Pyrrhos göttliche Verehrung (3, 172), dagegenwird Oidipus zwar entrückt, aber nur als He-ros verehrt (3, 736), und ebenso werden Kad-mos und Harmonia in Drachengestalt zu Schutz-heroen der Illyrier und Encheleer (2, 850 ff.889). Penelope und Telegonos werden von Kirkemit der Unsterblichkeit begabt und auf dieInseln der Seligen versetzt, ohne zu eigent-lichen Gottheiten zu werden (6, 250. 266). InRom lebt Aineias als Iuppiter Indiges (1, 181.
3, 477), Romulus als Quirinus (4,15. 200), Her-silia als Hora Quirina (1, 2591), Anna als AnnaPerenna (3, 477), Ilia oder Rea Silvia als Gattindes Flußgottes Anio oder Tiberinus fort, derKönig Phorcus aber wird zum Meergott (3,2422).
10) Auf derselben Voraussetzung beruht dieVorstellung vom Grabe des Zeus (s d.) in Kreta und des Dionysos in Delphoi ( Gruppe, Griech.Myth. S. 1433, 9), sowie die Aufnahme des Dio-nysos und Asklepios unter die Götter. Mit derSitte der Totenverbrennung, bei welcher derunsterbliche Teil des Menschen vom Körpergeschieden wird, mögen die Sagen zusammen- uhängen, nach denen einem Kinde durch Bren-nen oder Kochen Unsterblichkeit verliehen wer- 1den soll; vgl. Achilleus (1, 24), Demophon,Triptolemos, Melikertes (2, 2632), Malkandros(3, 113. 300), Mars (2, 2407 f. mit Abb. 6), Ne-
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