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Sechster Band. U - Z und Nachträge.
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teiros und Thetis , sowie die Verjüngung durchAuf kochen (unten 12). Die zahlreichen, frei-lich meist erst in späterer Zeit auftretendenVerwandlungssagen, nach denen Männer zuFlußgöttern (s. d. u. o. 1,7. 210. 257. 4, 985,sowie unten 17) oder Bergen (2, 2109 f ),Mädchen zi Quell- oder Baumnymphen (3,533 u. unten Ulf) werden, beruhen auf demStreben, den Mythos von der in dem Flusse,dem Berge, der Quelle oder dem Baume woh-nenden Gottheit rationalistisch zu erklären.

Fine der Vergötterung ähnliche, aber ältereArt der Wesensumwandlung ist die Heroisie-rung verstorbener Menschen, die im ArtikelHeros (l, 2516 tf.) ausführlich behandelt wird;dort erklärt F. Deneken (Sp. 2541 ff.) dieseit der Zeit Alexanders d. Gr. auftretendeApotheose geradezu für eine bloße Steigerungder älteren Heroisierung (vgl. Lampsake), andie sich dann auch der Kaiserkult (2,901 ff.) anschließt. Außer den dort aufgeführ-ten Beispielen der späteren Art der Apotheosekommen aus früherer Zeit nur der GesetzgeberLykurgos , der aber eigentlich ein Gott ist (l,2450. 2, 2204f), und der Spartaner Lysatidrosin Betracht. Letzterem errichtete man zuerstunter allen Griechen Altäre, an denen ihmwie einem Gotte geopfert wurde. In Samos feierte mau ihm zu Ehren die Lysandria, diean die Stelle eines alten Herafestes getretenwaren i Huris frg. 65 in d. FUG 2, 484). ImArtikel Kaiserkultus ist Philippos von Make-donien nachzutragen, der sich seit der Schlachtvon Chaironeia wie einen Gott verehren ließ{Paus. 5, 20, 5,9 f.). Über die aus der Vorstel-lung der Sterne als göttlicher Wesen sich ent-wickelnden Verstirnungssagen (xataateeio-uoi) ist der Art. Sternbilder und Sternglaubenzu vergleichen. Die einzelnen Verstirnungs-sagen sind unt. 18 zusammengestellt.

Andere Arten der Verwandlung undihre Veranlassung.

11 ) Die Verwandlung kann sich lediglichauf einen Geschlechtswechsel oder eine Ver-jüngung beschränken, doch können Menschenauch in Tiere, Pflanzen oder leblose Dingeübergehen. Eine Umkehrung dieser Vorstellungist es, wenn von der Belebung lebloser Dingeberichtet wird. Die Wahl der neuen Gestaltwird oft durch irgendeine an menschlicheEigentümlichkeiten erinnernde äußere oder in-nere Eigenschaft der betreffenden Tiere, Pflan-zen und Gegenstände bedingt; vgl. Roscher3, 429 tf. So werden die Honigdiebe Aigolios,Laios und Keleos zu den Vögeln Nachteule,Drossel und Strandläufer, weil diese als Bienen-feinde gelten. Da der Wasservogel n&v'/i. denvon ihm verfolgten kleineren Raubvögeln dieAugen auszuhacken sucht, so will die in ihnverwandelte Bulis dem Aigypios (s. d.) und demNeophron, die danu zu Geiern werden, dieAugen ausstechen. Die goldgiorige VerräterinArne 3 wird in eine Dohle verwandelt, derman die Vorliebe für glänzende Dinge nochheute zuschreibt. Hyperippe flüchtet aus einembrennenden Hause ins Wasser und nimmt dieGestalt eines Tauchervogels an. Polytechnos

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wird zum holzhackenden Specht (neXeudv), weiler als Zimmermann das Beil (nHssvs) führt.Tereus verfolgt Philomela (vgl. Aedon 1, 85),weil der Sperber (xipxosL in den er zunächstverwandelt wird, den kleineren Vögeln auf-lauert (rrj get). Zu gewissen Zeiten, d. h. imHerbst nach der Mauserung, soll dieser aberzu einem Wiedehopf werden, daher Tereusauch als fjroip erscheint (1, 84 f. 3, 2347). Anti-gone 3 erhält Schlangenhaar und wird in einenStorch verwandelt, welcher die Schlangen ver-folgt. Über die Verwandlung des Narkissos indie Blume s. 3, 15, über die Deutung desTiermärchens von Nisos und Skylla 3,429f.Wenn endlich das Wasser eines Flusses imLande der Kikonen die Eingeweide in Steinverwandeln sollte (2, 1184), so dürfte es sehrkalkhaltig gewesen sein. Die außerordentlichhäufige Vorstellung vom Übergang eines Men-schen in einen Vogel unten 14 sind etwa120 Fälle angeführt hängt sicherlich mitdem uralten Glauben an die Vogelgestalt derMenschenseele zusammen (4, 618 ff.), wie diesunter anderem deutlich aus der Schilderungvon Kaineus Tod bei Ooid. inet·. 12, 622 ff. her-vorgeht.

12) Geschlechts Wechsel: Hermaphrodi-tos und Salmakis werden infolge der Leiden-schaft der letzteren zu einem doppelgeschlech-tigen Wesen vereinigt (1, 2317 f.); Iphis wirdzum Jüngling (2, 310) und ebenso Leukippe,die Tochter der Galateia 2, zum Jüngling Leu-kippos (1, 1588 f. 2, 1824. 1969. 1998. 4, 1018),um sich mit der Verlobten verbinden zu kön-nen. Seine Geliebte Kainis verwandelt Posei-don auf ihre Bitte in den unverwundbaren Hel-den Kaineus (2, 896): den Siproites (s. d.) machtArtemis zu einem Weibe, weil er sie im Badeerblickt hat. Der Grund der Verwandlung desSithon (s. d.) ist unbekannt. Teiresias (s. d. 5,181 f.) wird wegen Tötung von Schlangen beider Begattung zuerst zum Weibe, dann wiederzum Manne, über den Geschlechtswechsel derHypermestra s. 2, 2846; über die Verwand-lung einer Ziege in einea Bock s. Theseus (5, 692).

Verjüngung: Aison (s. d.) wird von Me-deia durch Aufkochen mit Zauberkräutern ver-jüngt, wie sie das Gleiche vor der Tötung desPelias mit einem alten Bock tut (3,1850). Auchdie Pflegerinnen des Zeus , die Nyseides, sollsie verjüngt haben (3, 568). Der altersschwacheIolaos erlangte bei der Verfolgung des Eury-stheus auf sein Flehen von Zeus und Hebe dieJugendkraft auf kurze Zeit wieder, oder er er-stand nacti seinem Tode aus dem Grabe, umden Herakliden im Kampfe gegen jenen bei-zustehen (2, 287). Der greise Phaon (s. d.) wirddurch Salben mit Öl, das er von Aphrodite erhalten hat, zum Jüngling; Hera aber erhältdurch ein Bad in der Quelle Kanathos beiNauplia alljährlich die Jungfrauschaft wieder(3, 1619). Dagegen verwandelt sich die jungeFrau Oikuros 4 in ein altes Weib (3, 748);vgl. oUovqos häuslich, müßig. Die Koronidesgenannten Töchter des Orion leben nach ihrerVerbrennung als Jünglinge oder als Kometenfort; eigentlich sind mit diesen aber wohl ihre