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haben die neupn Gedanken, obwohl es an Abschweifungen und Rückfällen natürlichnicht fehlt, sich doch im ganzen von Herder und Heyne bis in die neueste Zeit un-unterbrochen in der Weise entwickelt, daß sie immer bestimmter formuliert und■Dinier besser begründet wurden und die nacheinander vorherrschenden Versuche, diere hgionsgeschichtlichen Probleme zu lösen, trotz ihrer Verschiedenheit nur als Ein-I Neit betrachtet werden können.
i Cber Hkkdku vgl. Haym, H. nach seinem Leben und seinen Werken, 2 Bde., über
( 8 ®inen mythologischen Aufsatz 'Nemesis’ Zoega, Abh. 60 ff., über Herders Verhältnis zu Kant
: ^hnther Jacoby, Herders und Kants Ästhetik, Leipz. 1Ü07, über das zu Hume Haym 1287.
i ~~ Herders Schriften werden nach Büchern und Kapiteln, wo solche vorhanden sind, zitiert, bei
den iu der Hempelscben Ausgabe erschienenen Schriften folgt, mit dem Gleichheitszeichen ange-; km’ipft, Band und Seitenzahl dieser Ausgabe. Der Aufsatz Über Entstehung und Fortpflanzung
i der Heligionsbegrifte steht in 'Joh. Gotfr v. Herders Lebensbild, dargestellt von seinem Sohn
®*n. Gotfr. v. H rder.’ Erlangen 1846, I 8*, S. 382 ff.; darauf beziehen Bich die Zitate. — Über® a »unn vgl. Minor, Joh. Georg H. in seiner Bedeutung für die Sturm- und Drangperiode,| ^»nkf. a . M. 1881.
50. Herders Ansichten über das Verhältnis der Poesie zur Religion. NichtsUnterscheidet die neue Auflassung auf den ersten Blick so sehr von der des Aufklä-Dingsjahrhundcrts als die weit höhere Bewertung des Poetischen. Für Herder ist esgewiß ; 'daß Dichter und kein anderer die Mythologie erfunden und bestimmt’ (Krit.Wälder 111 — XX 70). Poesie, Mythos, Religion sind für Herder, wenn nicht zusammen-fallende, so doch sich nahe berührende Begriffe. Damit setzt er sich in den schärfstenGegensatz gegen die Ästhetik des vorhergehenden Zeitalters. Es lag im Wesen desNationalismus, daß er in der Kunst nur Vergnügen suchte und al-o als ihre AufgabeUur die Darstellung des Schönen betrachtete. Von den verschiedensten Seiten ausNatten sich Batteux, Gottsched und viele andere gleichzeitig und unabhängig zudiesem Grundsatz bekannt, und Lessing hatte im Laokoon (St. 9) die sich unmittelbar*Wau8 ergebende Folgerung gezogen, daß Religion und Kunst gänzlich zu sondern8e 'en. In der Kritik des Laokoon hat Herder (Krit. Wäld. I 6 <=■ XX 42) diesen Satz^■■■beanstandet gelassen, aber schon vorher in dem 'Versuch einer Geschichte der■ehtkunst’ (1766/7 XXIV 92ff.) und später im dritten Teil der 'Ideen zur Philo-8 °phie der Geschichte der. Menschheit’ (XIII 2f. — XI 82ff.) leitet er die Poesie,^■Dentlich die griechische, aus der Religion her, und im Grunde läßt er auch umge-bt die Religion aus der Poesie oder wenigstens das religiöse Gefühl aus demEßtischen entstehen. Von jeher hatte ihn in der Religion hauptsächlich das Schönegezogen. Selbst das starre Judentum hat er trotz seines Formalismus vorzugs-jj 8e a ^ 8 poetische Schöpfung bewertet. Das war ein Mißgriff; fruchtbar mußte aberGedanke, daß das Göttliche sich zuerst in der Poesie offenbare, für die Erkennt-8 der griechischen Religion werden, für welche die Kunst wenigstens ein bestim-^ ■■der Faktor gewesen ist. Durch Herders peisönlichen und literarischen Einfluß ver-lag die Lehre von der griech,sehen Kunstreligion in der Luft, weder dief eiö ’ ara u e r Klassiker noch die ersten Romantiker haben sich dieser AnschauungNi 1 * e ” en Nonnen. Goethe und der sich von diesem nur durch die pathetischeren ei dung des Gedankens unterscheidende Schiller stehen 60 sehr unter ihreme > daß der letztere sogar fälschlich als Begründer dieser 'Irrlehre’ bezeichnetIrrtümlich mt diese Autiassung nur dann, wenn in sie der Sinn hineingelegt