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Badisches Sagenbuch : die Sagen des Breisgaus und der Baar
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Wie der Teufel in einen Wann kommt.

Auf dem Dinkelberg ward aus einer Besessenen derböse Geist getrieben, wobei er um die Erlaubnis bat, in einenGrashalm zu fahren. Nachdem er sie vom Priester erhaltenhatte, sprach er:So, nun wohne ich in vierzehn Tagenwieder in einem Menschen."Wie so?" fragte der Geistliche,und darauf antwortete der Teufel:Der Grashalm, in welchenich fahre, wird einer Kuh zu fressen gegeben; dadurch kommeich in sie und mit ihrer ungeseiten Milch in einen Mann,der von derselben aus dem Melkkübel trinkt." Wirklich warin vierzehn Tagen ein Mann, welcher in einer andern Gegendwohnte, vom bösen Geiste besessen.

I. Baader, Volkssagen 1859 Nr. 12.

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Die wunderbare Harfe.

Am Rhein wohnte ein Ritter, der hatte zwei Töchter;die ältere, schwarz, wie der Erdboden der Heimat, die jüngereschneeig, wie die Schlehblüte am Hag und rotwangig, wie diesaftigen Kirschen am Berghang. Einst gingen die Schwesternan den Rhein und wuschen sich; als die jüngere ihre Schwesterso eifrig bei der Arbeit sah, bemerkte sie in jugendlicher Spott-sucht:Was schwarz ist, bleibt schwarz, Du magst reiben, wieDu willst." Voll Wut und Neid stieß da die ältere ihreSchwester in den Rhein und ließ sie trotz aller Versprechungenelendiglich ertrinken; bald gelang es ihr dann auch, denBräutigam ihrer getöteten Schwester an sich zu fesseln; dieHochzeit ward bereits angesetzt.

Ein zauberkundiger Harfenspieler hatte inzwischen amRhein der Jungfrau Leiche gefunden und aus ihrem Körpereine wundersame Harfe hergestellt. Als er damit nach derBurg kam, um der jungen Braut zur Hochzeit aufzuspielen,da schlug das Instrument beim ersten Klang die Braut inBann, beim zweiten fiel ihr das seidene Gewand ab und beimdritten lag sie tot im Brautstuhl.

Die Sage ist in Simrock, Rheinsagen, poetisch verarbeitet.