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durch ihre Macht und den Schrecken des anwesenden Kreuzheeres er-stickte er die Unruhen, selbst den Geist des Widerstands.
Das Glück lieferte ihm die Häupter der Patrioten in die Hände.Es war namentlich Richard, der Graf von Acerra, der Kaiserin naherVerwandter, die Seele und der Mittelpunkt der nationalen Bewegungen.Glücklich war er durch seine Vorsicht dem Schicksal entgangen, welchesdie Häupter der Nationalpartei auf jenem Reichstag zu Palermo ver-nichtete, und hatte leise am Gewebe des Aufstandes fortgewoben. Alsaber jetzt vor der kriegerischen Uebermacht des Kaisers Alles in Apulicnfür seine Partei verloren war, suchte er sich abermals durch die Fluchtzu retten. Auf der Flucht verrieth ihn ein Mönch an den kaiserlichenFeldherrn, den Grafen Diephold, und der Kaiser eilte, das frühereBlutwerk durch neue Schreckensscenen zu überbieten. Er ließ den Ge-fangenen an den Schweif eines Pferdes binden, durch die Straßen vonCapua schleifen, und dann mit den Füßen an den Galgen hängen.Noch am zweiten Tage lebte der Unglückliche. Mitleidiger als seinHerr, hing des Kaisers Hofnarr ihm einen Stein um den Hals, umdie Leiden des Gemarterten schnell zu enden. Diephold von Vohburgernannte der Kaiser zürn Grafen von Acerra, legte eine schwere Steuerauf Apulien, und eilte dann nach Sicilien hinüber, um das in Apulienbegonnene Blutwerk dort zu vollenden.
Einer der Mischen Großen, Jordano, stand bei der Kaiserin inhöchster Gunst. Es ward dem Kaiser gesagt, Constantia habe demsel-ben Kleinodien gesandt, und er habe sich, wenn die Nationalparteisiege, der Hoffnung des Throns und einer Vermählung mit der Kai-serin gerühmt. Der Kaiser ließ den Unglücklichen zu unerhörter Qualverurtheilen. Er ward auf einen glühenden eisernen Thron gesetzt, miteiner glühenden eisernen Krone sein Haupt bekränzt, diese mit scharfenNägeln auf seinem Scheitel befestigt, und die kaiserlichen Diener triebenihren Hohn mit ihm und riefen ihm zu: „Freue dich, Königlein, derKrone, darnach dich gelüstet." Andere ließ er hängen, verbrennen,oder sonst zu Tode martern. Dann erließ er eine allgemeine Amnestie,worin er erklärte, daß die kaiserliche Großmuth ihm sage, dem ganzenKönigreich die Mitschuld der ruchlosen Verschwörung zu erlassen, undes nicht zur Strafe zu ziehen; und das Land war, so schien es, stille.
Während dem landete ein großer Theil des Kreuzheeres in Messina;das Königreich war beruhigt. Der Kaiser selbst entließ nun mit großen
Zlmmermann, Hohenstausen, 31