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Programm der Aargauischen Kantonsschule : als Einladung zu den am 7. und 8. April abzuhaltenden Schulprüfungen und der öffentlichen, am 9. April 1885 stattfindenden Jahres-Censur / ausgegeben von K. Maier
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Erlernung der französischen Sprache in Lausanne. Erst im Herbst wandte er sich in Basel seinem eigentlichen Studium, der klassischen Philologie zu, siedelte abor iin Frühling 1879nach Zürich über, wo ihn namentlich Hug anzog. Im Winter 1881/82 ist er in Jena undpromovirt daselbst mit einer Untersuchung über die Glaubwürdigkeit der Commentarien Caesars,insbesondere des Feldzuges gegen die Helvetier, mit welcher Arbeit er von kompetentesterSeite Anerkennung erntete. Doch mit der Arbeit der Wissenschaft wechselte nunmehr derDienst des Vaterlandes ab. Nachdem R. bereits 1880 Lieutenant der Infanterie geworden,hat er auch im Sommer 1882 der Dienstpflicht zu genügen. Für den Winter geht er nachMünchen , um sich dem Studium der Kunstgeschichte zu widmen. Im folgenden Sommersehen wir ihn wieder zu Hause, da er, wie schon 1880, als Stellvertreter an unserer Anstalterwünschte Praxis fand. Zur Vervollständigung seiner historischen Bildung kehrt er abernach München zurück und wird durch die Theilnahme am historischen Seminar bei Giese-brecht zu einer vergleichenden Studie über Zwingli und Luther veranlaßt, mit welcher ereben so erfolgreich seine Befiihigung für das Gebiet der neueren Geschichte darthut, wiezwei Jahre zuvor für das Alterthum.

Den in solcher Weise umfassend Vorbereiteten wählte die hohe Regierung im Frühjahr1884 zum Lehrer der Geschichte und klassischen Philologie. Voll freudigen Selbstvertrauens,der Stolz der greisen Eltern, geliebt von den Schülern und geachtet von den Kollegen,wirkte er nur wenige Wochen. Eine Gelenkentzündung brach nach hartem Widerstandedas junge, kraftvolle Leben. Sein Tod hat Vielen weh gethan.

Kraftvoll und einnehmend wie die äußere Erscheinung, war auch des Dahingeschiedenengeistige Art, sein Denken und Fühlen, gefördert durch hohe Intelligenz, getragen von unbe-stechlicher Wahrheitsliebe und treuer Anhänglichkeit. Wer weiß, was er war, trauert nichtnur um den Verlust dessen, was er gewesen, sondern auch, was er hätte werden können.(Aarg. Schulblatt 1884, Nr. 14).

Dr. Jost Winteler von Kerenzen, Kanton Glarus , geb. 1846, besuchte die Progymnasial-abtheilung der Lehranstalt Schiers und demnächst die Litterarabtheilung der Kantonsschulein Frauenfeld, machte alsdann theologische, philosophische und historische Studien in Basel (2 Semester) und Zürich (3 Semester) und ging hierauf zur Germanistik über, der er sich187075 an der Universität Jena widmete, zum Theil bereits neben praktischer Thätigkeitals Hauslehrer und als Stellvertreter an der Großherz. Ackerbauschule bei Jena . Nachseiner Promotion an der Universität Leipzig auf Grund derKerenzer Mundart wirkte er187680 am städtischen Gymnasium in Burgdorf . Von da wurde er im Frühjahr 1880an die Spitze des Schulwesens von Murten berufen, dessen Reorganisation ihm in der Folgeübertragen wurde.

J. M. Rennhart von Wigoltingen, Kanton Thurgau , geb. 1855, besuchte das Gym-nasium in Frauenfeld, studierte neuere Philologie in Genf und Paris (187476), war zweiJahre als Institutslehrer in England thätig, studierte 187880 in Straßburg und Zürich ,bestand an letzterem Orte die Diplomprüfung für Französisch und Englisch , vicarisirte vor-übergehend am Gymnasium in Schaffhausen , war Hauslehrer bei Herrn Consul Pfister inNeapel (188183) und in Schaffhausen (1884) und wurde im November 1884 an unsereAnstalt gewählt.