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Des berühmten Meister Hans Blumen von Lor am Mäin Nuzlichs Säulenbuch, oder, kunstmässige Beschreibung von dem Gebrauch der V. Säulen : wie namlich ein Werkmeister dieselbigen wol ergründen, recht zusamen setzen und sie mit Vortheil und Lob zu allerhand Architecturen nutzlich und zierlich gebrauchen solle : samt anderen dazu gehörigen nohtwendigen Architecturstucken, alss von Rundunggesimsen, Capitälen, Gesimsen auf die Aufzüge und dergleichen : jtem unterschidlichen Contrafacturen viler alter und schöner Gebäuen : von wolbewährten Antiquiteten abgerissen, nach des Euclidis, Vitruvii, Arcimedis und anderer hochgelehrter Machematischen Reglen und Ausstheilungen der Nohtdurft nach erläuteret und den kunstliebenden Teutschen, so sich des Cirkels, Linials und Richtscheites annemmen, zu lieb an Tag gegeben
Entstehung
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III.

Zonica.1.

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driktc Colummwirdgezo-

^^gen auf den weibischen Körper einerdapferen Fraucn/wie dann in der Vsnedgemeldet ist. Ihre ganze höhe sol in siben»heile getheilet werden- Derselben sibentheilen einer in theile getheilet/verzeich»net mir a/ist die ganz« breite der Base un«ten. Demnach laß auf einer jeden seitendrey theile stehen zur dicke deS Fußgesim»ses: die übrig« ,6. theile zu der dicke desSchafts.

Die höhe des Schafts oder Colummensol also gemacher werden. Nimm die übri,ge 16 . theilc/und mach einen theil darauß/derselben theilen acht sol der Schaft hochseyn/mit dem Fußgesims Und Capital-Das Fußgesims sol von halber dicke desSchafts breite seyn.Getheilet in drey thei«le/da gibt ein theildieBase oder Blatte/die übrigen zwey theile/ getheilet in sibentheile/gehören drey theile zum obcrenStab.

Dir anderen vier theile/so überblibcn sindan den siben theilen/getheilet in acht theile/sind zwen theile die zwey Stablein in dermitte / und allweg ein halber theil einBlattlein.

DaS Mattlein aufdem oberen Stab desFußgeflmseS wird also gemachet. Theiledie breite des Schafts in zwölfthetle/da ist«in theil die Verkleinerung des Schaftsauf jeder feiten / und ein halber theil diebreite des BlättleinS/und sol ein halbertheil für den Schaft außgehen.

Die autzladung der anderen gliderensollen außgeladen werden / wie in demgründ des Eesimfes/in der Figur hieun«ttnverzeichnetifl. ^

Oben zu end des SchaftS/sol das Ca« ^pital oder Schnörkel gesezt werden/ wel«theS theilung also gemachet wird. Theileden Schaft unten in «8. theile an der drei»te : setz auf einer ieden feiten einen hal«ben theil hinzu- Das Blattlein/darinndie > «.theile stehen/sol ein halber rhe il breitseyn: zu dem Karnteßnimm auch «inen»heil zur breite / daß seine ganze hohe mitdem Blattlein anderthalben theil breitsey«.

Darnach theile vsmBlättleindes,r.theils neun theile herab/ einen theil zumKarnieß/zwen zur Kal in dem Schnörkel/zwey cheüe zum Grab mit den Kalbsau«gen/und eins zum kleinen Stablein mitden körneren: die übrigen drey theile ge«hören zu dem halben Cirkel Unten an denSchnörkel. .

Unter dem Schnörkel sollen noch viertheile genommen werden zu dem Fries Iu«nd des Schafts oben sol das Gürrleinoder beistlein gemachet werden/daß seinehöhe ein zwölfter theil von der breite desSchafts sey-: getheilet in drey theile/eins^zum Mattliin/Und zwey zum Stablein/Uftine auß kadung seye so vil alß seine höhe.

Die Schnörkel oder Schnecken lini solgezogen Und abgetheilet werden / wie inher Figur des grossen Schnörkels der Io«nica genngsam wird angezeiget.

Demnach sol der Schaft also gebäu cht«der verkleineret werden: daß seine ganz«höh« zwüschen dem FüßgefimSund Capi»ral in sechs theile getheilet werde: und sol.ten unten zwey derselben sechs theilen fte.hen bleiben. Darnach reiß eine lini aufse.der selten in dem äusseren Zwölften theil/von Unten an biü obenhinauß: wann dielinien also überzwerch und in diehöhege«zogen sind/so nimm «inen Cnkel/zeuheei»neu halben Cirkelriß auf den zweyen thei»ftn/die unten stehen sind bliben/vsn ei»nrm ort bis hinüber zu dem aüderen ort:darnach heb unten Um ort des Cirkelrißan/und theile das theil dtr linien des Cir»kcls -wüschen den zweyen linien/die un»ten von dem zwölften theil übersich gehen/tn Vier theile: und auf dem anderen ort«^auch also. Alßdann zeuch von einem jeden)Puncten der vier theilen eine lini über»zwerch: wann die lipien also gemacht»sind überzwerch/so gehet die obere lini indie linien des zwölften theils auf denCirkel/welch« lini gehet bis zu end dessechßken theils des Schafts oben : dar«nach sol von den anderen zwrrchsinienauf dem Cirkelriß/ aber «tn« lini über«sich bis zu der zwerchlinien oben amSchaft gezogen werden r die dritten auch

auch also übersich gezogen in die ander« Hzwerchlini des Schafts: und die vierte auchalso übersich gezogen bis zu der drittenzwerchlini des Schafts- Wanndielinienalso gezogen smd/cine jede auf ihr ort/somach darnach die Bauchlini / unken ange»fangen am Cirkelriß / «nd abermal voneiner zwerchlini zu derandexem wiein derFigur hierbey verzeichnet ist. Also über«kamt der Schaft seine rechte Verkleinerungoder bauchunq.

AUf das Capitalsol das Archatrab oder .Epistilium gesezt werden. Welches höhesol von halber dicke der Colummen seyn/ *verstehe unten. Getheilet in siben theile/derselben theilen einer zum oberen Kar«nießlein: dasselbe theil getheilet in dreytheile/einer zum Mättlein/und zwen zumKarnießlein. DaS übrige in ir.thcike/dreyzur unterenMattcn/Vierzu dermaleren/«ndfünfzuder oberen Blakten: außgela»den und aufgesezt/wie in terFigur folget.

Weiter sol das Fries oder Supereiliumfolgen/ dessen höhe auch von halber dick«der Colummen seyn sol/getheilet in neunrhetle/derselben theilen einer hinzu gethan/ist das kleine Karnießlein unter den zänenoder Kragsteinen. Der neun theilen acht/ist die auß.'adung oben für den Schaft auß« .geladen. Das Karnießlein getheilet indrey theile/einer dem Blattlcin/ zwenzudemKarnießlein.

Auf das Karnießlein sollen die Vierecke«ten Kragsteine gesezt werdenDeren höhesol so hoch sehn alß die Mittelblatte in demArchatrab/Und sollen so wett außgeladen sseyn/alß höchste sind. . /

Aber ihre breite sol also seyn/daß die»he der Kragsteinen getheilet werde in zwentheile. Derselbigen theilen einer sol diebreite seyn. Darnach theil die breite desKragsteins in drey theile/ deren theilenzwen sollen die Kragsteine von einanderstehen. .

Auf die Kragsteine sol das kleine Kar»nießlein gesezt werden Welches höhe dersechßte theilevon der höhe der Kragsteinensey. Getheilet in drey theile/einer zu demBlattlein / zwen zu dem Karnießlein/ ein .Bierkant außgeladen- . V

Nach dem sol die außladung gemachetwerden. Welcher höhe so hoch seyn sol/alßdie Mitelblatke in dem Archatrab hochist. Ertheilet in drey theile/zwrn zu derBlatten / und den übrigen theil zu demKarnießlein auf der Blatten. Ihre auß«kadung wird gemachet/wi« vor im Friesgesagt ist- Von den neun theilen acht/wiein der Figur augenscheinlich angezeigetWird« . .

Oben zu außaang der Colummen sol die ^Corinthta oder tzaubtgesims gesezt wer«den / deren höhe also gemachet sol seyn.

Nimm die breite von derMittelblatten indem Archatrab verzeichnet mit dem kreuz/und theil die «N siben thrile/und derselbensiben theilen einer hinzu gethan/ist die höheoder die breit« des KarnießleinS. Dar«nach theile das Karnießlein in sechs theile/da ist ein theil des Blattleins oben aufdem Karnießlein« Seine außkadung seyso vil alß seine Höhe. So map aber dieSaul kalen wolte/sol die ganze rundungin theile getheilet !werden/«nd ein theilin fünftheile getheilet/einer zu dem Blatt« ^ k**kein/vierzu derKal/und so tieff/wie in demgründ der Säulen genugsam verzeichnetist. L)iemit wird dise Columm ihre rechteSymyictercy und Proportion haben/wiedie von dem kunstetchen Meister/MarkStVttruvio/zu Rom und Corinthengebrauch» worden. ^

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