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Studien über den Einfluss der Erdwärme auf die Ausführbarkeit von Hochgebirgstunneln / von F. M. Stapff
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Einfluss der Ebdwäbme bei Tunnelbauten.

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Der Feuchtigkeitszustand der Tunnelluft hängt nicht nur vonden ßespirations-, Verbrennungs- und Explosionsproducten und dem mitder eingepressten Luft direct zugeführten Wasserdampf ab, sondern be-sonders auch von den Wasserzuflüssen im Inneren des Tunnels. Aus demGöschener Tunnelportal fliessen 4050 Liter Wasser in der Secunde,welche besonders bei 26102740 und 50006000 zusitzen; doch istanzumerken, dass der fast nirgends ganz fehlende Bergschweiss undschwache Tropf mehr dazu beitragen, die Luft feucht zu machen, als ge-schlossen hervortretende Wasserstrahlen. Von grossem Einfluss auf dieVerdunstung ist die Temperatur der zusitzenden Wässer; in der Eegelwar selbige niedriger als die des umgebenden Gesteines, so lange die Tem-peratur des letzteren 25° nicht überstieg; höher im entgegengesetztenFall. Zwischen 5000 und 6000 m treten überdies Thermalquellen hervor,welche um 4° wärmer sind als nach der Höhe des überliegenden Ge-birges u. s. w. geschlossen werden durfte. Sehr nachtheilig für denTrockenheitszustand der Luft sind stagnirende Wasserpfützen mit grosserOberfläche und der aufgehäufte nasse Schmutz.

Am 14. März d. J. war der Feuchtigkeitszustand in Göschener Tunnel-seite folgender:

absolut, relativ.

2500 m v.P.bei666-l mm auf0°red.:Barom.u.Temp.: 21-7 0 : 18.8 97-6°/ 03600 m 6653 mm 22-8°: 20-4 98-6%

5310 664-2 27-3 0 : 26-9 mm 99-5%

6500 663-5 28-5°; 28-1 97-0%

War**

t

EineVor Ort 1 begonnene Beobachtung musste wegen Wegthuns derSchüsse abgebrochen werden, doch deutet dieselbe auf einen geringerenFeuchtigkeitsgrad daselbst.

An gleichem Tage war beim Sectionsbureau der Dunstdruck 3* 3 mra ;die relative Feuchtigkeit 100°/ 0 ; bei 655»3 mm Barometerstand und4.2°Lufttemperatur.

B. Airolo-Seite.

Im Februar d. J. enthielt der Tunnelraum 206773 cbm , wovon 148428 cbmauf den fertigen Tunnel, 58345 cb auf die Arbeitsräume entfallen. Täg-lich im Mittel 74550 ob 2 frische Luft (von atmosphärischer Spannung) ein-

1 Vor Ort heisst in bergmännischer Redeweise der am weitesten vorgetrie-bene Punkt eines Stollens.

2 Die Berichte geben 120890 el)m unter Annahme von 60% Nutzeffect der Com-pressoren. Letzterer wäre nach Hrn. Stockalpers Versuchen (zu Göschenen )caeteris paribus auf 50% zu reduciren. Da aber die mittleren Hubzahlen der gleich-artigen Compressionsmaschinen zu Göschenen und zu Airolo sich verhalten wie