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Studien über den Einfluss der Erdwärme auf die Ausführbarkeit von Hochgebirgstunneln / von F. M. Stapff
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Einfluss dee Ebdwäbme bei TunnElbauten.

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Folge übermässiger körperlicher Anstrengung, so liesse sich die Annahmeeiner derartigen Eeciprocität zwischen Ursache, Symptom und Wirkungviel eher rechtfertigen. Immerhin müssen wir hier stillschweigend an-nehmen, dass wenn durch Fieber hohe Körperwärme und rascher Puls ver-ursacht, andererseits durch hohe Körperwärme auch ein fieberhafter Zustand(und damit zusammenhängender rascher Puls) des Körpers erzeugt wird,welche je nach Intensität früher oder später zum Tode führt. Den wissen-schaftlichen Beweis für die Richtigkeit dieser Voraussetzung vermag ichallerdings nicht zu führen; einen empirischen Beweis aber liefert das lS terben von Kaninchen, deren Eigenwärme in Luft von 36 bis 40° auf jj44 bis 45° gesteigert wurde. I'

Ich glaube nicht, dass sichere Aussicht auf Siechthum und früh-zeitigen Tod erwerbsüchtige Arbeiter und ehrgeizige Ingenieure von einerArbeit abhalten würde, welche eine Körperwärme von 40° zur Folge hat.Wohl aber wird das mit solcher Arbeit verknüpfte, ständig wiederkehrende,Unbehagen die Leute von derselben ferne halten. JEtierdurch wird einenprak tische Gre nze Jixirt für den Temperaturgrad der Luft, bei welchemTunnelarbeiten zwar noch ausführbar sind, aber nicht mehr ausgeführtwerden, nämlich jene Lufttemperatur, in welcher die Körperwärme auf llj40° steigt. Die Sanitätspolizei würde diese Grenze bewachen und die l'lBergpolizei würde ihr Ueberschreiten ebenso kategorisch verbieten, wiesie z. B. Grubenräume absperrt, welche unabwendbar einzustürzen drohen,oder wie sie die Arbeit in anderen Grubenräumen sistirt, wo sichschlagende Wetter in solcher Menge anhäufen, dass deren Explosion,trotz allen Vorsichtsmaassregeln, nicht verhütet werden kann.

Da ein Ueberschreiten der anderen Temperaturgrenze, bei welcherdie Körperwärme 42° erreicht, binnen Stunden den Tod zur Folge habenkönnte, so beginnt mit dieser Grenze die physische Unmöglichkeit unter-irdischer Arbeiten. Es ist von praktischem Gewicht auch diese Grenzezu fixiren; denn wenn man durch künstliche Mittel die Lufttemperaturauch so weit unter die Gesteinstemperatur herabsetzt, dass Arbeit nochausführbar wird, so würde ein zufälliges Versagen dieser Mittel dietraurigsten Folgen haben, wenn die Temperatur der Arbeitsräume plötz-lich und unabhelfbar zu einer Höhe stiege, welche sogar die Flucht derArbeiter hinderte.

In folgender Tab. V habe ich die Lufttemperaturen zusammen-gestellt, bei welchen, unter gleichzeitiger Voraussetzung verschiedenerAnstrengungen, die Körperwärme von 40° und 42° eintritt; bis zu diesenLufttemperaturen sind also unterirdische Arbeiten a usführ bar, bez.möglich.