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F. M. Stapff:
steinstemperatur erhitzt, mit welcher sie zurückströmt. Ein wenig wirddiese Temperatur noch erhöht durch die Arbeiter, Zugthiere, Gruben-lichter, Dynamitexplosionen zwischen dem Stollenort und den rückwärtsbelegenen Beobachtungspunkten.
Einige Beispiele werden genügen, dies Verhältnis zu erläutern. ImMärz 1878 war die mittlere Lufttemperatur im Stollen zu Göschenen circa 100 m hinter Ort, zwischen 5202 und 5285 m vom Portal, 26-1°;am 28.—30. Jan. 1879 dagegen, in gleicher Portalentfernung, aber inder Erweiterung, 27-0°. Der ßichtstollen befand sich da circa 1200 mweiter einwärts im Gebirge mit 28'O 0 .
Im April 1878, mittlere Lufttemperatur hinter Ort im Richtstollen,5285—5407 m vom Portal, 26-8°, dagegen am 30. Jan. bis 22. Febr. 1879,in gleicher Portaldistanz, 27-5°. ' Der Stollen 1150“ tiefer im Gebirgemit ^8• 3°. Zu Airolo herrschte im Februar bis Juni 1878 zwischen4703 und 5075, hinter Ort des Richtstollens die mittlere Lufttemperatur28-3°; dagegen ebendaselbst, nach Erweiterung des Stollens, vom 27. Nov.1878 bis 4. März 1879, im Mittel 30-3°. Zur Zeit des letzteren Be-obachtung war der Richtstollen 960“ vorwärts getrieben, in Gebirgevon 30 -O 0 .
Sobald der Tunnel bis auf Schwellenhöhe voll ausgebrochen ist,ändern sich diese Temperaturverhältnisse völlig. Die unter dem Ge-wölbe ausziehende Luft erkältet langsam auf ihrem Weg nach der Mün-dung, der auf der Sohle einziehende Luftstrom wird allmählich von denTunnelwandungen u. s. w. erwärmt und vereinigt sich mit dem aus-strömenden (oberen), sobald beide Ströme ungefähr gleiche Temperaturbesitzen. Der Wendepunkt der einziehenden Wetter, bis zu welchem derEinfluss der äusseren Temperatur sehr merklich ist, wechselt seine Lagemit den Jahreszeiten. Zu Airolo liegt derselbe ungefähr 3000“ vomPortal, zu Göschenen 1000“.
In dem durchgeschlagenen Tunnel treten endlich ganz neue Verhält-nisse des Temperatur- und Wetterwechsels ein, deren Erörterung abernicht hierher gehört.
In den schon citirten „ Studien über die Wärmevertheilung im Gott-hard “ habe ich 1877 nach den oben mitgetheilien 4 Formeln für S, alsGesteinstemperatur, welche in der Scheitelstrecke des Tunnels zu ge-wärtigen ist, 32 • 8£° gefunden, mit einer Unsicherheit von ± 2*55°.
Dieser Rechnung lag ein nach der Dufourkarte in 1:50000 (Hori-zontalcurven in 30 “ Abstand) construirtes Längenprofil zu Grunde, nachwelchem die Meereshöhe der höchsten Profilpunkte 2940 ™ (Aelpetligrat)und 2960“ (Kastelhorngrat) beträgt. Erst im Herbst 1877 beendete ich