Band 
Erster Band.
Seite
VIII
JPEG-Download
 

VHI

in welchem die Geschichte der Burgundionen von ihrensagenhaften Anfängen bis auf den Zeitpunct fortgefiihrtwird, wo das mit Born gegen die Alamannen verbündeteVolk ein Hülfscorps an die Rheingrenze Galliens sandte.

Da ausserdem die Culturentwicklung des Volkes, so-wohl in früherer Zeit als während der successiven Nieder-lassungen in Gallien, in der geschichtlichen Darstellungdieser selbst, zumal im Zeiträume nach der definitivenGründung des Königreiches Burgundien, vielfach in Betrachtkommt, das hierauf Bezügliche aber in die ohnehin schwie-rige, rein geschichtliche Hauptuntersuchung ohne derenStörung nicht eingeflochten werden konnte, so wurdeauch dieser Theil der Arbeit in der Einleitung vor-ausgeschickt.

Es zerfällt also diese, auf welche in der Hauptunter-suchung nöthigen Falls stets zurückgewiesen wird, in einenhistorischen und in einen culturhistorischen Theil*

Ersterer erörtert und prüft das Sagenhafte über Ursprungund Name der Burgundionen, stellt mit Hülfe der ältestengeographisch-historischen Zeugnisse die germanische Natio-nalität und die Ursitze des Volkes fest, und unterscheidetdasselbe zugleich von anderen Völkern ähnlichen Namens;er verfolgt sodann seine Geschichte bis zur Niederlassungin Westgermanien und weist seine dortigen Wohnsitze,sowie seine Beziehungen zu den Alamannen und den Römernnach, bricht aber mit dem Jahre 370 n. Chr. ab, in welchemBurgundionen als römische Verbündete am Mittelrhein auf-treten. Dieses Ereigniss berührt zwar die erste Nieder-lassung in Gallien keineswegs; die darauf bezüglichen Nach-richten sind aber durch vielfaches Missverständniss auf dieselbeausgedeutet und daher von uns bereits in die Hauptunter-suchung hineingezogen worden.

Der culturhistorische Theil der Einleitung zeigt vorerstdas Germanenthum der Burgundionen auch in Körperbildung,