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Tacitus 1 von den Lugiem unterschiedenen Buren zu ersterenzählt, so erhellt doch aus obigen Angaben die gänzliche Ver-schiedenheit der Burgundionen von den Buren, wie auch dasserstere, östlich durch die Weichsel begrenzt, jenseits welchernach Tacitus 2 und Ptoleniäus 3 die stammverwandten Gothen"wohnten, im Uebrigen zwischen suevischen Völkerschafteneingekeilt waren; denn Lugier, wie Semnonen, waren nachTacitus 4 suevischen Stammes 5 . Es können also Burgundionennnd Lugier überhaupt nicht identificiert werden 6 ; aber ebenso unzulässig ist es, die Burgundionen für ein aus Trümmernverschiedener suevischer Völkerschaften Böhmens, namentlichaus zersprengten Hermunduren neu entstandenes Volk aus-zugeben 7 . Aus der Angabe des Ptolemäus über die Wohn-sitze der Burgundionen geht zugleich hervor, dass das Gebietderselben zu seiner Zeit nicht mehr unmittelbar an das baltischeMeer grenzte 8 . Vielmehr vom baltischen Meere durch die
1) Germ. c. 42 und 43; vgl. Horkel S. 764.
2) Germ. c. 43. trans Lugios Gothoncs regnautur.
3) Geogr. III, 5.
4) Germ. c. 43.
5) Nicht die südliche Abtheilung des vandilischen Stammes, wieMüllenhoff S. 524 annimmt. Pfahler S. 62 macht die Vandalen gar zu einer■dbtheilung der Lugier. Dagegen will Uphagen S. 439 f. 449 f. die Lugierm it anderen von Tacitus den Sueven beigczählten Völkern von den Gothenableiten.
6) Dies geschieht von Grimm S. 804. 832. Schon Cluver III. 145glaubt, Tacitus habe die von ihm verschwiegenen Durgundionen als einkleineres Volk unter den Lugiern begriffen. Diese Ansicht kehrt beiDerichsweiler S. 5 wieder.
7) Dieser Ansicht ist Pötigny I. 77 f. 308; ähnlich FHMüller I.301. D er durch die vagen Angaben Tacitus’ über die Sueven veranlassteUnglückliche Versuch, die Vandalen den Sueven und letzteren auch dieBurgundionen beizuzählen, ist schon alt; s. Bünau I. 39. b. f. "WietersheimW. 496f. bezeichnet sogar als suevische Wandervölker die Alanen, GothenUnd Gepiden, dann die Vandalen, Burgundionen und Sueven (Lygier, Sem-uouen u. s.w.), endlich die Langobarden; bei JordanisRG. c. 48 sind ihmdaher die von Hunimund bekämpften Sueven die sog. Ostburgundionen.
8) Belloguet S. 63 ff. und Smith S. 41 ff. 49 ff. folgern irrig daspegentheil aus Plinius HN. IV, 14 (28) § 99 und Jordanis EG. c. 17,mdem sie die Bugunten des Ptolemäus von den Burgundionen des Pliniusohne Grund unterscheiden. Türk II. 2. 4 will in den Bugunten des Ptole-ffiaus die Burgundionen eben so wenig erkennen; er hält nemlich letztere