war Hauptort des von Caesar * 1 nach den Nantuates undVeragri erwähnten Alpenvolkes der Scdimi, die östlich undthalaufwärts von jenen wohnten; der Ort kommt nicht erstin spätrömischer Zeit vor 2 , sondern schon zur Zeit desAugustus als civitas Sedunorum 3 . Eine mit dem Christus-Monogramme versehene Inschrift zu Sitten 4 , welche man ge-wöhnlich auf den im J. 377 ausgeführten Neubau eines dor-tigen christlichen Tempels bezieht 5 , gilt der damaligen Restau-ration eines öffentlichen Gebäudes, wahrscheinlich des kaiser-lichen Prätoriums, wobei allerdings das merkwürdig ist, dassder Dedicator der Inschrift, Pontius Asclepiodotus, als ersterMagistrat das Christus-Monogramm auf einer öffentlichenInschrift anbrachte, die sich nicht auf ein Oultgebäude, son-dern auf ein Civilmonument bezog 6 . In der ursprünglichenNotitia pi’ov. et civ. Galliae fehlt Sitten, weil zur Zeit ihrerAbfassung Octodurum Bischofssitz und Hauptort des Walliswar; erst in späteren Ueberarbeitungen der Notitia aus derZeit, da Sitten Bischofssitz war, erscheint die civitas Sedunis 7 .Sonst kommt der Ort im Mittelalter auch als castrum Sedunum,das Stadtgebiet als civitas Sedunum vor 8 .
I. 90 ft. und Daguet S. 47. — In einem Zusatze zuTTsuard Martyrol. XVI.Kal. Sept. (16. Aug.) S. 46 Mol. II. heisst es: eodem die (natale) Tlieodoliconfessoris, episeopi Sedunensis. Hier ist epise. Sedun. ein grober Ana-chronismus; vgl. Gelpke II. 104 f. Um den unhistorischen Theodorus,episcopus Sedunensis, der unächten Dotationsurkunde von Agaunum (s. unt.)zu rechtfertigen, behauptet Pardessus I. 2. 67 N. 7, der Bischofssitz seiim J. 523 nach Zerstörung von Octodurum nach Sitten verlegt worden(hiergegen s. unten), und wenn ein Rufus am 4. Coneile zu Orleans (541),sowie am 2. zu Clermont (546) als Bischof von Octodurum erscheine, soerkläre sich dies aus einem Wechsel des Episcopatssitzes.
1) BG. III, 1.
2) So meint Walckenaer I. 553 f.
3) Valesius NG. S. 510, Ukert II, 2. 350 und Mommsen SBZ. S. 2.
4) Bei Mommsen ICH. S. 3 N°. 10 und Le Blant I. 496 f.
5) So Schmitt 1.107 f., Gelpke I. 86 ff., Blavignac S. 11 u. Forel S. 6.
• 6) Rossi Des prem. mon. ehret, de Geneve, Geneve 1870, S. 6 f.,
welchen Gelpke im Sonntagsblatt des „Bund“, 1871, S. 43 f. im Sinneder vorbemerkten Deutung zu widerlegen sucht.
7) Bei Guörard S. 23 und Brambach S. 23.
8) Hagiologion bei Labbeus II. 705: Y. Kal. Oct. Castro Seuduno[Seduno richtig Usuai'd Martyrol. ed, Mol. II S. 137 b.] (depositio)