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Agaunum.
Bedeutung des Orts.
In diesem Theile Burgundiens erlangte Agaunum, Haupt-cultort der h. Thebäer, durch die Gunst Sigismunds, des vor-letzten Burgundionenkönigs, dessen trauriges Geschick sichz. Thl. an diesen Ort knüpfte, sowie durch die dem unglück-lichen Könige später als Heiligem gewordene Verehrung, eineganz besondere Berühmtheit, welche über die Grenzen selbstdes fränkisch gewordenen Beiches hinausreichte, den Bestanddesselben lange überdauerte und selbst in unseren Tagen nochnicht ganz erloschen ist.
Legende und Cult der h. Thebäer.
Schon lange vor Sigismund war' der Ort gefeiert, weildort, nach der Sage, die sogenannte Legio felix Thebaeorumden Märtyrertod erlitten hatte. Im J. 287, unter KaiserDiocletian (lautet nemlich die gewöhnliche Legende) zog einerömische Legion, die aus lauter Christen der Thebais inOberägypten bestund, nach Gallien, um unter dem Befehledes Cäsars Maximianus den dortigen Bagaudenaufstand zudämpfen. Als sie sich im Khonethale unweit der Pässe vonAgaunum lagerte und ein heidnisches Opfer dargebrachtwerden sollte, verweigerte die Legion beharrlich die Theil-nahme und wurde desshalb mit ihrem Obersten Mauriciusniedergehauen. Spätere Zuthaten zur Legende lassen Ueber-gebliobene der Legion anderswo den Tod leiden x . Den
Ora Marit. v. G65 ableiten (die Chabilci, wie sie im Vulgärtexte lauten,entbehren aber jeder hs. Beglaubigung , und Avienus spricht überhauptnicht von Völkern des Wallis, wie nach JvMüller auch Gisi S. 32 an-nimmt, sondern von solchen an der untern ßhone, s. Möllenhoff DeutscheAlterthumskunde, Berl. 1870, I. 194 ff.). Andere finden mit Gingins a. 0.in Caput-Laci die lateinische Uebersetzung des gallischen OrtsnamensPenno-locos, der penn-loch, Anfang des See’s, bedeute; so Gatschet PO.S. 34, der OEF. S. 34 eine eigene Ableitung versucht.
1) Ueber Mauricius und seine Leidensgenossen vgl. die von Eucheriusverfasste Passio in Ruinarts Acta sine, martyrum S. 289 mit BuinartsBemerkung über diese Märtyrer, sowie S. 286 über die sogen. Legio felix;Avitus Hom. fragm. VI, Opp. S. 164: praeeonium felicis exercitus cet.;