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Zweiter Band.
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Obige Vormuthung hängt nun mit den ferneren Muth-massungen zusammen: dass Castorins, des CosmographenQuelle für Burgundien, mit seinen bezüglichen Nachrichtendem 5. Jahrhundert angehöre, Und dass die vorbemerktenaus ihm geschöpften Angaben sich auf eine Zeit beziehen, dadie Burgundionen, von den lugdunensischen Galliern gegendie bedrohliche Nachbarschaft der südlich vorgedrungenenAlamannen zu Hülfe gerufen, sich am nördlichen Ufer desGenfcrsee’s festgesetzt und die Alamannen von dort rückwärtszu drängen angefangen hätten *.

Leider müssen wir alle diese Vermuthungen nach demErgebnisse unserer Untersuchung als unzulässig bezeichnen.Es ist gegen dieselben zu erinnern: dass Castorius dem 6.,nicht dem 5. Jahrhundert angehört, und dass die aus ihmvom Bavennaten geschöpften Angaben über Burgundien imWesentlichen nicht über den Anfang des 6. Jahrhundertsr.urückgehen (S. 7 ff.) ; dass ferner die Ilerbeirufung der Bur-gundionen durch die lugdunensischen Gallier eben nur dieBeschützung der Lugdunensis I, nicht auch der Sapaudia,noch viel weniger der Maxima Sequanorum bezweckt hat, wiebei obigen Vermuthungen in Vermengung der Cession vonSapaudien (443) mit der Occupation der Lugdunensis I (457)und in unstatthafter Herbeiziehung der Maxima Sequanorumangenommen wird (I. 393 f.) 1 2 ; dass endlich die alamannischeOccupation letzterer Provinz jedenfalls nicht lange vor derburgundionischen, sondern eher gleichzeitig mit dieser statt-gefunden hat (I. 518 f.). Ausserdem ist es ein misslicher Versuch,auf Angaben des Bavennaten über Burgundien, sofern die-selben nicht anderweitig unterstützt worden (was hier keines-wegs der Eall ist 3 ), historische Muthmassungen zu bauen,

1) Wurstemberger aa. 00.

2) Mit Wurstemberger I. 207 und Binding I. 104 nimmt G-Meyer inZAM. XVIII, 3. 97 = 9 an, dass die Abtretung der Sapaudia au dieBurgundionen das Abbalten der Alamannen von derselben bezweckt habe.Dawider I. 395 N. 4.

3) Wurstemberger I. 207 N. 25 sucht zwar für seine Vermutliungvon einer ursprünglichen Ausbreitung alamannischer Bevölkerung in derSüdwestschweiz den fernem Umstand geltend zu machen, dass in der roma-