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noch weit mehr der Pall gewesen sein, indem jetzige Ort-schaften der romanischen Schweiz, besonders im bernischenJura und im Preiburgischen, durch die mit germanischen,d. h. burgundionischen Geschlechtsnamen zusammen gesetztenHamensbestandtheile cor und cour, cort und court (von cur-tis, s. v. a. als das alamannische hova, Hof) sich als ursprüng-liche Einzelnhöfe burgundionischer Ansiedler zu erkennengeben 1 . Man hat zwar den Hamen der Burgundionen von
1) Nach Bertrand S. 63 wäre eurti, das im waadtländischen Patoiss - v. a. Garten bedeutet, eines der in demselben erhaltenen germanischenWörter und entspräche dem altdeutschen cortis (sic). Anders Sinner I.‘6: er setzt curtis, die im Mittelalter übliche, in Ortsnamen des Jurasvorkommende Bezeichnung eines Hofes, in Verwandtschaft mit %6qtos,Umzäunter Plaz nach Hesycbius, und mit hortus. Gegen Beide ist zubemerken: das Patoiswort eurti, auch corthi, courti, couerti gesprochen,kommt von hortus und mag durch dieses mit yoQrog verwandt sein (Bri-del Glossaire du Patois in MDB. XXI. 94); das angeblich deutsche cortis,Garten, existiert nicht (Garten heisst ahd. karto, mhd. garte, u. s. w.;v gl. Leibniz Collect, etym. S. 28. 69 f. und Grimm Deutsche Gramm. III.427); bekannt ist dagegen das mittellat. cortis, gew. curtis. Dieseskommt aber vom lat. cors (chors, cohors), d. h. das im Hofraume derVilla befindliche Wirthschaftsgebäude, mit den Stallungen, SchöpfenU-s. w. (Vitruv. VI, 9, Nonius v. Cortes; vgl. Valesius NG. S. XIX f.241. 247, Spelmann S. 157, Ducange v. Cortis, Gesner Lex. rust. v. Co-hors und Mone I. 79 f.) und bezeichnet im Mittellateinischen ein Gehöfte(Haus mit Flur und 'Wirthschaftsgebäude nebst Garten), variiert auch mitVilla, wie z. B. in Lex. Burg. Tit. 23 § 1, 54 § 4, Addit. I. Tit. 5 (Va-lesius, Spelmann und Ducange aa. 00., Inama - Sternegg Hofsyst. im Mit-telalt. S. 57 ff. und oben I. 197). Gingins S. 206 parallelisiert das altegard mit curtis und übersetzt Beides mit vaste enclos; richtig, soferndabei die Hauptsache, nemlieh die eiugehegte Wohnung, wie in hof, mit-begriflen und curtis nicht direct von gard, welches goth. gards, altn.ftardr, dän. gaard lautet und in Asgard, Midgard vorliegt, abgeleitet wird;denn urverwandt ist freilich die ganze obige Wortsippe. Vgl. Grimm DG.tll. 426 f. u. Schwenk Etym. Wörterb. 4. Aufi. S. 207 v. Garten. Leibniz Col-lect. etym. S. 30 ff. zieht zu jener Sippe noch herde, hürde, horde undbringt damit curtis, sowie das altfranz. court zusammen. In den mit cur-üs zusammengesetzten Ortsnamen der romanischen Schweiz erscheint nundieses Wort meist als Praefixum, selten als Affixum an meist germani-schen Geschlechtsnamen. Beispiele der erstem Art bei Gatschet OEP. I.U- 35. 204. 208; eines der letztem Art ist z. B. Vandclincourt imBerner•Gra, d- h. Vandelini curtis. Ueber Ortsnamen Frankreichs, die auf court(curtis) ausgehen, vgl. Valesius NG. S. 416, 418. 419 und Jacobs S, 29,