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Burgund beim deutschen Reiche; Savoien als Grafschaftu. s. w.; das Herzogthum Burgund und das neuburgun-dische Reich; die Freigrafschaft Burgund. Culturhisto-rische Niederschläge * 1 .
Durch das Reich Burgund 2 erhielt das deutscheReich einen bedeutenden Länderzuwachs; es kamen zu die-sem namentlich hinzu: mit Hochburgund, diesseits und jen-seits des Juras, die Westschweiz bis an den Rhein und dieAar, das Stift Basel, der Suntgau und die Grafschaft Bur-gund; südwärts, mit Niederburgund, die Grafschaften Lyon,Genf, Maurienne (Savoien), Yienne (Delphinat, Dauphine),Venaissin, Provence nebst dem Fürstenthume Orange und derStadt Avignon mit ihrem Gebiete. Infolge der UnterwerfungBurgunds unter das deutsche Reich erkannten die burgundi-schen Stände die Kaiser für ihre Oberherren nnd nahmenTheil an den Versammlungen der deutschen Fürsten undHerren; die wenigen noch vorhandenen königlichen DomänenWurden kaiserliches Krongut, und die Kaiser Hessen sichjeweilen zu Alles als Könige von Burgund krönen 3 . Jedoch
stehen des deutschen Reiches als Germanen letzterem sich angeschlossen,um nicht zum gallischen Frankreich zu gehören. Umgekehrt darf mane ben so wenig mit Laurent V. 203 den Untergang des Reiches Burgun-dien dem Franzosenthume der Burgundionen, als Folge ihrer frühemVerrömerung, zuschreiben. Das Franzosenthum derselben, allerdings eineFolge jener Umwandlung, bewirkte vielmehr, dass Burgundien, zuDeutschland gekommen, nicht dabei blieb, sondern von Frankreich all-wälig verschlungen wurde. Dass der Widerstand des Adels gegen dendeutschen Einfluss auf die beiden letzten Könige die Monarchie geschwächthabe (Gelpke II. 34)» ist unbeweisbar; und dass die Ungunst des AdelsWegen jenes Einflusses den Untergang des Reiches, d. h. seine Vereinigungm it dem deutschen, mitbewirkt habe (Vögelin-Escher I. 44), ist ein ziem-licher Widerspruch.
1) D’Anville und FHMüller, citiert oben S. 468 N. 6, Rühs II.Ol — 190, Kortüm GM. I. 236 u. oft. (s. unten) und Schmith in dem obenS. 477 N. 1 eitierten Programme S. 21 — 34.
2) So nennen wir fortan Burgundien als deutsch geworden; ebensovertauschen wir jetzt die Namen „Burgundionen“ und „burgundionisch“lni t den deutschen „Burgunder“ und „burgundisch“.
3) Daher sprechen Chronisten vom Reiche Burgund und Arles, undwird das burgundischc Reich nachgerade auch das arelatensisclic oderSc hlcchtweg das Reich Arelat benannt.